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Neue BFH-Entscheidung zu häuslichen Arbeitszimmern

2.8.2019 – Die Kosten für den Umbau eines privat genutzten Badezimmers und des Flurs gehören nicht zu den in einer Steuererklärung abziehbaren Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer. Das hat der Bundesfinanzhof mit einem gestern veröffentlichten Urteil vom 14. Mai 2019 entschieden (VIII R 16/15).

Geklagt hatte ein selbstständiger Steuerberater, der in seinem Eigenheim über ein häusliches Arbeitszimmer verfügt. Das Zimmer macht etwas mehr als acht Prozent der Wohnfläche des Hauses aus.

Verteilung nach Flächenverhältnis

Die für das Haus anfallenden Kosten wie zum Beispiel Schuldzinsen, Abschreibungen, Müllabfuhrgebühren und die Heizung machte der Kläger anteilig nach dem Flächenverhältnis in seiner Steuererklärung für das Arbeitszimmer geltend. Das wurde von seinem Finanzamt auch akzeptiert.

Diesen Verteilungsschlüssel glaubte er auch anwenden zu können, als er sich dazu entschloss, das Badezimmer und den Flur umbauen zu lassen. Er machte dem Finanzamt gegenüber dafür Aufwendungen in Höhe von rund 4.000 Euro geltend.

Überwiegend private Nutzung

Zu Unrecht, befand der Bundesfinanzhof. Das Gericht wies die Klage des Steuerpflichtigen gegen einen ablehnenden Bescheid des Finanzamts als unbegründet zurück.

Nach der Beweisaufnahme zeigten sich die Richter davon überzeugt, dass der Kläger das Badezimmer und den Flur ganz überwiegend privat nutzt. Daher könnten die Kosten für die Renovierung anteilmäßig nicht seinem häuslichen Arbeitszimmer zugeordnet werden.

Zu berücksichtigen seien ausschließlich die Kosten für den Austausch der Tür des Zimmers. Das habe das Finanzamt allerdings auch nicht in Frage gestellt.

Fehlende Feststellungen

Die Frage, ob möglicherweise anteilige Aufwendungen für Arbeiten an den Rollläden des Hauses in der Steuererklärung des Klägers zum Abzug gebracht werden können, konnte der Bundesfinanzhof nicht klären. Denn dazu hatte das in der Vorinstanz mit dem Fall befasste Finanzgericht keine hinreichenden Feststellungen getroffen.

Der Bundesfinanzhof wies in seiner Entscheidung allerdings darauf hin, dass eine steuerliche Berücksichtigung ausschließlich für Arbeiten an Rollos des Arbeitszimmers möglich ist. Es sei Sache des Finanzgerichts, für eine ausreichende Aufklärung zu sorgen. Der Fall wurde daher an die Vorinstanz zurückverwiesen.

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