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Wann die Untervermietung nicht verweigert werden darf

3.11.2020 – Ein Vermieter einer Wohnung, dessen Mieter für begrenzte Zeit im Ausland arbeiten will, darf ihm nicht die Zustimmung für eine Untervermietung verweigern. Das hat das Amtsgericht Berlin Tempelhof-Kreuzberg mit Urteil vom 22. Januar 2020 entschieden (3 C 234/19).

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Nach einem Bericht des Deutschen Anwaltvereins hatte der Kläger dem Vermieter seiner Wohnung mitgeteilt, dass er für zwei Jahre im Ausland arbeiten werde. Für diese Zeit bat er um Erlaubnis, seine Wohnung untervermieten zu dürfen.

Dem stimmte der Vermieter nicht zu. Das begründete er im Wesentlichen damit, dass ihm der Mieter keine offiziellen Dokumente, wie zum Beispiel eine Kopie des Visums, sondern lediglich eine Bestätigung seines Arbeitgebers vorgelegt habe.

Berechtigtes Interesse an einer Untervermietung

Das hielt der Beschäftigte für ausreichend. Er zog daher gegen seinen Vermieter vor Gericht, um dessen Zustimmung zu erzwingen. Mit Erfolg: Das Amtsgericht Berlin Tempelhof-Kreuzberg gab seiner Klage statt.

Nach Ansicht des Gerichts bedarf es zwar grundsätzlich einer Zustimmung des Vermieters, wenn ein Mieter eine Wohnung oder Teile davon untervermieten will. Kann ein Mieter jedoch ein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung nachweisen, so darf ihm die Zustimmung zur Untervermietung nicht verweigert werden.

Bescheinigung des Arbeitgebers reicht aus

In so einem Fall darf ein Vermieter auch keine überzogenen Forderungen an die Glaubhaftmachung der Interessen des Mieters stellen. Im vorliegenden Fall reiche es daher aus, dass er dem Vermieter eine Bescheinigung seines Arbeitgebers vorgelegt habe.

Der Kläger habe außerdem nachgewiesen, dass er wegen der durch den Auslandsaufenthalt nötigen doppelten Haushaltsführung wirtschaftlich darauf angewiesen sei, seine Wohnung vorübergehend unterzuvermieten.

Da der Vermieter dem nichts entgegengesetzt hat, darf er nach Ansicht des Gerichts seine Zustimmung für eine vorübergehende Untervermietung nicht verweigern.

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