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Bildung in der Assekuranz: Besser als in anderen Branchen

18.12.2020 – Eine Sonderauswertung von BWV, AGV und IW Köln hat ergeben, dass die Weiterbildungs-Aktivitäten der Versicherungswirtschaft weiterhin hoch sind. 73 Prozent der Beschäftigten im Innendienst haben 2019 an Maßnahmen teilgenommen. Der zeitliche Umfang stieg auf 2,7 Tage, die Investitionen betrugen 2.051 Euro pro Mitarbeiter. Die Gesamtwirtschaft kam nur auf 1.236 Euro. Die Pandemie hat den Vormarsch digitaler Lernangebote verstärkt.

Immer mehr und immer länger bilden sich die Innendienstmitarbeiter der Versicherungswirtschaft weiter. Fast drei Viertel nahmen 2019 an einer Weiterbildungsmaßnahme teil (73 Prozent).

Der zeitliche Umfang stieg im Vergleich zum Vorjahr von 2,1 auf 2,7 Arbeitstage, was rund 20,5 Stunden entspricht. Bereits 2018 war die Zahl der Weiterbildungstage pro Innendienstler von 1,9 auf 2,1 Tage gestiegen (VersicherungsJournal 25.10.2019).

Die aktuellen Zahlen meldet das Berufsbildungswerk der Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. Gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) hat es das Weiterbildungs-Engagement der Assekuranz mit anderen Branchen verglichen.

Dazu wurden Rückmeldungen von 59 Versicherern ausgewertet, die 85 Prozent der Arbeitnehmer im Innendienst repräsentieren.

Die Assekuranz liegt bei den Stunden zehn Prozent über dem Schnitt

Die Ergebnisse werden vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) bestätigt. Es ermittelt im Schnitt 20,4 Weiterbildungsstunden. Damit liegt die Versicherungswirtschaft zehn Prozent über dem Durchschnitt aller Branchen von 18,3 Stunden.

Insgesamt wurde im letzten Jahr 1.236 Euro pro Mitarbeiter in Weiterbildung investiert. Die Versicherungswirtschaft erreichte eine weit größere Summe, sie kam auf 2.051 Euro pro Mitarbeiter.

Der Weiterbildungsbedarf ist durch die Digitalisierung gestiegen

Der Digitalisierungsgrad ist weiter gestiegen und nach wie vor höher als in der Gesamtwirtschaft, heißt es beim BWV. Durch die stärkere Nutzung neuer digitaler Technologien sei auch der Weiterbildungsbedarf in der Versicherungswirtschaft besonders stark gewachsen.

Je nach Lerninhalten und Lerntyp würde eine vielfältige digitale Medienauswahl zur Verfügung stehen. Auch damit sei die Assekuranz in der Auswahl breit aufgestellt und der Gesamtwirtschaft voraus.

Weit mehr als andere Branchen würden die Versicherer zudem computer- beziehungsweise webbasierte Selbstlernprogramme einsetzen. Unternehmenseigene Lern- und Wissensplattformen würden in der Versicherungswirtschaft zum Standardangebot gehören.

Weiterbildungsumfrage 2020 (Bild: AGV und BWV)
Weiterbildungsumfrage 2020 (Bild: AGV und BWV)

Seit der Coronakrise haben 86 Prozent ihre digitalen Angebote ausgebaut

Die IW-Umfrage nimmt darüber hinaus den Einfluss von Corona auf das berufliche Lernen unter die Lupe. Bereits vor drei Jahren zählte bei den Versicherern die Digitalisierung der Geschäftsprozesse zu den Haupttreibern. Die Pandemie hat diese Entwicklung verstärkt.

Seit Beginn der Krise haben 86 Prozent der Versicherer ihre digitalen Lernangebote ausgebaut. 92 Prozent haben vollständig oder teilweise Lösungen gefunden, in Präsenz geplante Qualifizierungen online stattfinden zu lassen.

Weiterbildungsumfrage 2020 (Bild: AGV und BWV)
Weiterbildungsumfrage 2020 (Bild: AGV und BWV)

Alle drei Jahre stellt der BWV Verband gemeinsam mit dem AGV einen Vergleich des Weiterbildungs-Engagements der Versicherungswirtschaft zu anderen Branchen auf. Die diesjährige Sonderauswertung in Zusammenarbeit mit dem IW Köln steht hier zur Verfügung.

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