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Ohne Telefonjoker: Versicherungswissen ist gefragt

26.3.2020 – Anfang März hat in Hannover die Deutschlandpremiere des ersten Table Quiz, das sich ausschließlich mit Fragen „rund um die Versicherungswirtschaft“ befasst, stattgefunden. Der Bogen wurde gespannt von aktuellen Fragen wie zur Dürreversicherung über Begriffe wie Spätschäden bis hin zu geschichtlichen Ereignissen. Ein Erfahrungsbericht des Juristen und Versicherungsexperten Björn Fleck.

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Table Quiz ist ein Ratespiel, das sich bundesweit in Deutschland großer Beliebtheit erfreut. Beim Spiel treten verschiedene Teams mit zwei bis sechs Mitspielern gegeneinander an.

Ratespiel mit Quizmaster beim BWV Hannover

„Kirschen und Tomaten oder Birnen und Äpfel?“ Das ist keine Frage, die man unmittelbar mit dem in der Versicherungsbranche geforderten Wissen in Verbindung bringt – gleichwohl spielte sie eine Rolle beim Table Quiz des Berufsbildungswerks der Versicherungswirtschaft in Hannover (BWV) e.V. Am 4. März hatte Angelika Garche-Krüger, Leiterin des BWV Hannover, die Premierenteilnehmer dazu begrüßt.

Als Quizmaster führte Manfred Lange, der seit vielen Jahren als Dozent in der Versicherungswelt tätig ist, durch den Abend. Unterstützt wurde er dabei von Petra Lange und dem Maskottchen des Abends, dem Ratefuchs. Manfred Lange erklärte, dass es bei einem Table Quiz zu 99 Prozent um den Spaß geht, aber der Lerneffekt nicht außer Acht gelassen wird.

Manfred Lange, Angelika Garche-Krüger (re.) und Petra Lange mit dem Ratefuchs (Bild: Fleck)
Manfred Lange, Angelika Garche-Krüger (re.) und Petra Lange mit dem Ratefuchs (Bild: Fleck)

Ohne technische Hilfsmittel und Joker

Rund 25 Mitarbeiter verschiedener Versicherer und Makler aus Hannover fanden sich an dem Abend in Teams zusammen und versuchten, alle vom Quizmaster gestellten Fragen zu beantworten. Die Mannschaften hatten sich kreative Namen wie zum Beispiel „Dabei sein ist Alles“ oder „Quiz-Elite“ gegeben und demonstrierten großen Siegeswillen.

Selbstverständlich war der Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie Smartphones oder Tablets untersagt. So mussten die Teilnehmer einen heiligen Rateschwur schwören, der von den Eidesformeln der ersten Hagelschätzer abgeleitet wurde. Um ihre Ernsthaftigkeit darzulegen, versprachen sie feierlich:

„Wir schwören beim Assekuranz-Ratefuchs […], uns bei der Beantwortung der Versicherungs-Quiz-Fragen durch nichts, auch nicht Freundschaft oder Feindschaft, habender oder zu hoffender Vorteile, Geschenk oder Gabe, oder wie es irgend erdacht werden und Namen haben möge, irremachen und verleiten lassen, auf digitalem Wege Hilfe zu erhalten, sondern allein nach Pflicht und Gewissen auf die vorbeschriebene Art unser Hirn zu betätigen.“

Wobei das Spielgeschehen durchaus großzügig angelegt war. Wenn ein Team etwa ausnahmsweise einmal keine Antwort auf eine der Fragen (nachfolgend beispielhaft aufgeführt) wusste, war das „übliche“ Abgucken erlaubt – soweit es der Nachbartisch gestattete.

Mitspieler (Bild: Fleck)
Ein Spielteam in Aktion (Bild: Fleck)

Breites Wissen gefordert

An dem Abend wurden in mehreren Runden insgesamt 40 Fragen aus verschiedenen Themenbereichen der Versicherungswelt und mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gestellt. Dabei gab es offene Runden, bei denen es galt, die exakte Antwort auf eine Frage zu wissen. Zum Beispiel:

„Wie hoch soll nach einem Bundestagbeschluss vom 13. Februar 2020 der Steuersatz für die Versicherung von Dürreschäden sein?“ (Antwort 0,03 Prozent; VersicherungsJournal 16.1.2020.)

Als hilfreich erwies sich aber auch ein erweiterter Wissenshorizont. So war die Anmerkung, dass derjenige, der im Königreich Hawaii bester Surfer war, auch hawaiianischer König wurde, äußerst nützlich. Denn gefragt wurde, wodurch viele Jahre später der Surfweltmeister des Jahres 1977, Nick Wilder, geboren als Klaus Wilder, sogar „Kaiser“ wurde. (Antwort: Er spielte die Werbefigur Herr Kaiser.)

Fragen zur Assekuranz-Historie

Des Weiteren ging es um Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden konnten, zum Beispiel:

„Um einen Spätschaden handelt es sich, wenn er zwischen 22.00 Uhr und 24.00 Uhr eingetreten ist.“ (Antwort: Nein)

Die Quizspiele hatten aber auch Fragen zu lösen, bei denen verschiedene Antworten vorgegeben wurden:

„In den Werbeklassikern der Allianz Versicherung der 80er Jahre gibt es Obst und Gemüse zu sehen. Um welches Obst und Gemüse handelt es sich?

  • Tomaten und Kirschen,
  • Äpfel und Birnen,
  • Apfelsinen und Kürbis,
  • Pfirsich und Blumenkohl.“

(Antwort: Tomaten und Kirschen)

Siegerehrung für das Champion-Team

Während die einzelnen Fragerunden ausgewertet wurden, hatten die Teilnehmer genügend Zeit für Gespräche im eigenen Team oder mit den Nachbartischen.

Der Abend des ersten deutschen Versicherungs-Table-Quiz ging mit einer kleinen Siegerehrung zu Ende. Weitere Informationen zu Konzept und Inhalten des Ratespiels finden sich auf dieser Seite des BWV Hannover.

Die Gewinner können ihren Titel bald verteidigen, denn in diesem Jahr soll eine kleine Serie von Quizabenden folgen, sobald es wieder möglich ist. Der Spielleiter Manfred Lange hat über 300 Fragen erstellt, so dass für viele weitere abwechslungsreche Abende gesorgt ist.

Björn Fleck

Björn Fleck ist Jurist und seit 2001 in der Versicherungsbranche tätig.

Gastautor

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