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Trotz Attest: Kampf um Heimarbeitsplatz

28.9.2020 – Arbeitnehmer haben grundsätzlich keinen Rechtsanspruch darauf, ihre Arbeitsleistung von zu Hause aus zu erbringen. Das gilt auch dann, wenn eine entsprechende Empfehlung eines Arztes vorliegt. Dies entschied das Arbeitsgericht Augsburg in einem Urteil vom 7. Mai 2020 (3 Ga 9/20).

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Der Entscheidung lag die Klage eines 63-jährigen Beschäftigten zugrunde, der sich sein Büro mit einer Kollegin teilte. Angesichts der Covid-19-Epidemie sowie der gesundheitlichen Vorgeschichte des Klägers empfahl ihm sein Hausarzt aus Sicherheitsgründen, im Homeoffice zu arbeiten. Doch obwohl er seinem Arbeitgeber ein entsprechendes Attest vorlegte, lehnte dieser den Wunsch seines Mitarbeiters ab.

Der Mann reichte daraufhin Klage beim Augsburger Arbeitsgericht ein. Dort verlangte er, seinen Arbeitgeber dazu zu verurteilen, ihm die Arbeit im Homeoffice zu gestatten. Sollte das aus organisatorischen Gründen nicht möglich sein, forderte er, ihm ein bestimmtes, von ihm bezeichnetes Einzelbüro zuzuweisen.

Obliegt dem Ermessen des Arbeitgebers

Damit hatte der Arbeitnehmer keinen Erfolg. Das Gericht wies die Klage als unbegründet zurück.

Das Gericht hielt nicht nur das Attest des Arztes für unzureichend. Der Kläger habe auch aus rechtlichen Gründen keinen Anspruch auf einen Homeoffice-Arbeitsplatz. Es obliege nämlich dem Ermessen des Arbeitgebers, wie er seinen Verpflichtungen aus § 618 BGB zum Schutz der Beschäftigten nachkomme.

Weder Anspruch auf Homeoffice, noch auf ein Einzelbüro

Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Homeoffice-Arbeitsplatz habe der Kläger wenigstens ebenso wenig, wie einen Anspruch auf ein Einzelbüro. Bei entsprechenden Schutzvorkehrungen müsse der Kläger auch einen Arbeitsplatz in einem Büro mit mehreren Personen akzeptieren.

Das könne in dem entschiedenen Fall jedoch dahingestellt bleiben. Denn der beklagte Arbeitgeber habe zugesagt, dem krankgeschriebenen Kläger nach seiner Genesung ein eigenes Büro zur Verfügung zu stellen. Mehr könne nicht verlangt werden.

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