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Verdi ruft zu Warnstreiks bei Versicherern auf

20.11.2019 – Nach zwei Verhandlungsrunden für die Mitarbeiter im Innendienst der privaten Versicherer bekräftigt die Gewerkschaft ihre Forderungen mit bundesweiten Warnstreiks. Die Arbeitgeber sehen dagegen ihr vorgelegtes Angebot als „tragfähig“ an.

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Der aktuelle Tarifvertrag für die rund 170.000 Beschäftigten im Innendienst der privaten Versicherungswirtschaft (VersicherungsJournal 30.8.2017) ist am 31. August ausgelaufen.

Die Ansagen der Vereinten Dienstleistungs-Gewerkschaft (Verdi) lagen bereits vor: Sie fordert eine Gehaltserhöhung von sechs Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten (Medienspiegel 18.4.2019).

Zwei Runden ohne Ergebnis

Beim ersten Gesprächstermin zwischen Verdi, der DHV – Die Berufsgewerkschaft e.V., des Deutscher Bankangestellten-Verband e.V. (DBV) – Gewerkschaft der Finanzdienstleister und des Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) hatten die Arbeitgeber kein Angebot auf den Tisch gelegt (20.9.2019).

Bei der der zweiten Verhandlungsrunde hatte der AGV angeboten, die Tarifgehälter (einschließlich Tätigkeits- und Verantwortungszulagen) ab 1. Februar 2020 linear um 1,7 Prozent, ab Februar 2021 um weitere 1,2 Prozent und ab Februar 2022 um zusätzliche 1,1 Prozent zu erhöhen (31.10.2019).

„Die Beschäftigten haben andere Erwartungen als die Arbeitgeber. Das Angebot ist nicht verhandlungsfähig, weil wir hier ja nicht mal einen Inflationsausgleich sehen“, so Martina Grundler, Verhandlungsführerin der der Vereinten Dienstleistungs-Gewerkschaft (Verdi) gegenüber dem VersicherungsJournal.

Nach ihren Angaben sind rund zehn Prozent der Angestellten gewerkschaftlich organisiert.

Warnstreiks an allen großen Versicherungs-Standorten

Um ihre Forderungen zu bekräftigen, drohen die Arbeitnehmervertreter mit Warnstreiks „in allen großen Versicherungsstädten“, erklärt Grundler.

Am Montag gingen bereits Beschäftigte der Stuttgarter Versicherungen in einen ganztägigen Ausstand. Mitarbeiter der Württembergischen Versicherungen, der Allianz Versicherungen, der R+V Versicherungen und der Vereinigten Postversicherung VVaG waren nach Angaben von Verdi ebenfalls dabei.

Am Dienstag legten Mitarbeiter der Allianz und der Württembergischen in Karlsruhe ihre Arbeit nieder. Mannheim soll in der nächsten Woche folgen. „Wir werden die Warnstreiks in den nächsten 14 Tagen an allen großen Versicherungs-Standorten wie Köln, Düsseldorf und Hamburg fortsetzen“, kündigt die Verdi-Verhandlungsführerin an.

Nächstes Treffen am 29. November

Auf Nachfrage hat sich der stellvertretender AGV-Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Hopfner zu dem Arbeitskampf geäußert:

„Die Mitarbeiter unserer Branche kennen die Lage der Unternehmen genau und wissen daher, dass der AGV in der zweiten Verhandlungsrunde am 30. Oktober den Gewerkschaften ein voll und ganz tragfähiges erstes Angebot unterbreitet hat, das die Tarifpolitik in der Branche weiterhin auf Beschäftigungssicherung ausrichtet.“

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 29. November in München statt.

Für den Versicherungs-Außendienst verhandelten die Gewerkschaften und die Arbeitgeber Ende 2017 ein Gehaltsplus von 4,4 Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten (30.11.2017).

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