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Leserbrief

Es gibt für alles ein erstes Mal

15.11.2021 – Vor 2001 ist noch kein Flugzeug in ein Hochhaus gelenkt worden. Vor 2004 hat noch kein Staat einen Angriffskrieg mit wissentlich nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen begründet. Vor 2010 hat noch keine Unternehmen mit der Größe von Lehman die Finger gehoben. Vor 2014 haben noch keine Stadtwerke in öffentlicher Hand Insolvenz angemeldet. Vor 2019 ist noch kein deutscher Reiseveranstalter mit der Größe von Thomas Cook pleite gegangen.

Vor 2020 haben die deutschen Überwachungssysteme der Finanzaufsicht noch nie so sehr versagt, wie bei Wirecard. Und vor 2021 hätte niemand darauf gewettet, dass die fundamentalsten Grundrechte der westlichen Welt wegen eines Virus über Jahre hinweg ausgesetzt werden.

Es gibt für alles ein erstes Mal. Und die Gefahr einer Lebensversicherer-Insolvenz innerhalb der kommenden 50 Jahre liegt bei 100 Prozent. Unklar ist nur, wen es trifft. Und wann.

Aber wer mit zehn Prozent Abschlag (in einem günstigen Fall) kein Problem hat oder mit der Auszahlung eines (hoffentlich vorhandenen) Barwerts und dessen vollständiger Steuerpflicht (bei größeren Summen also schon mal 42 Prozent + x in der Spitze), der soll ruhig auf die Basisrente wetten und die Stimme der Vernunft ignorieren.

Für alle anderen dürfte es klüger sein, sich auf dieses praktisch garantierte Verlustgeschäft besser nicht einzulassen.

Leander Nico Palitzsch-Grawert

nico.palitzsch@icloud.com

zum Leserbrief: „Kein deutscher Lebensversicherer unter Bundesaufsicht ist jemals insolvent geworden”.

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