Leserbrief

Frühere Entscheidung durch den Versicherungsombudsmann

16.11.2021 – Die Entscheidung war sicher bereits überfällig; leider ist das Ergebnis nicht im Interesse der Versicherungsnehmer ausgefallen.

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Interessant ist, dass bislang selbst unter Juristen und Versicherern diese Frage unterschiedlich beantwortet worden war. Die Bedingungen sind also offensichtlich nicht so eindeutig wie jetzt in dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ausgeführt.

Es wäre daher im Interesse der Versicherungsnehmer gewesen, wenn der BGH dem Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt 4. Zivilsenat, Urteil vom 8.2.2018, Az. 4 U 67/17 gefolgt wäre:

„[...] Selbst wenn ein derartiges Verständnis aus Sicht eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers nicht eindeutig sein sollte, d. h. auch ein anderes Auslegungsergebnis denkbar wäre, müsste auf Grund dieser Unklarheit nach § 305c Abs. 2 BGB die für den Versicherungsnehmer günstigste Auslegungsmöglichkeit Anwendung finden [...]”

Meines Erachtens hätte auch der Versicherungsombudsmann diese Sache bereits früher zugunsten der Versicherungsnehmer entscheiden können.

E. Daffner

daffner@gmx.de

zum Artikel: „Wasserschaden durch kaputte Fuge: Zahlt der Gebäudeversicherer?”.