Leserbrief

Versicherungsnehmer sollten besser informiert werden

13.11.2021 – „Beispielhaft nannte er die Risiken älterer Flachdächer ohne Notentwässerungssystem. Diese sollten nachgerüstet werden.” Nach den klassischen Elementarbedingungen kann auf einem Flachdach kein Versicherungsschaden eintreten. Sind hier die Industriekunden besser gestellt?

WERBUNG

„Starkregen kann jeden treffen, unabhängig von einer Nähe zum Fluss,...“ Starkregen ist in den klassischen Elementarbedingungen keine versicherte Gefahr. Für einen versicherten Überschwemmungsschaden sind „Witterungsniederschläge” ausreichend.

Die Leute glauben, sich gegen Starkregen versichert zu haben und erhalten dann folgende Belehrungen ihrer Versicherer: „Diese Niederschlagsmengen reichen nicht aus, um zu einer Überflutung des Grundstückes mit erheblichen Mengen von Oberflächenwasser zu führen, so dass das vorliegen eines versicherten Überschwemmungsschaden ausgeschlossen werden kann.” Diese Entscheidungen werden dann vom Schreibtisch aus getroffen.

Oder „Es liegen uns keine Fotos vor, welche die Überschwemmung des Grundstückes zeigen, noch konnten vom Gutachter vor Ort entsprechende Anzeichen festgestellt werden.”

Und selbst der GDV nimmt es in Kauf, dass Versicherungsnehmer eine falsche Erwartung an ihren Versicherungsschutz haben. Auf einem Schaubild des GDV wird der Eindruck erweckt, dass Starkregen eine versicherte Gefahr sei und bei (nur) vollgelaufenen Kellerabgängen Versicherungsschutz bestehen würde.

Es wäre schön, wenn der Versicherungsnehmer besser informiert werden würde.

Erwin Daffner

daffner@gmx.de

zum Artikel: „AGCS: Tief „Bernd“ kostet deutlich mehr als 100 Millionen Euro”.

WERBUNG