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Aon: „Silent-Cyber-Risiken sind potenzielle Zeitbomben“

6.9.2019 – Der aktuelle Marktreport des Maklers sieht viele positive Signale für die Absicherung gewerblicher Risiken. Ausnahme bleibt wie im Vorjahr die industrielle Sachversicherung. Außerdem warnt das Unternehmen nachdrücklich vor Silent-Cyber-Risiken.

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Diese Woche legte auch die Aon Risk Solutions Deutschland ihren „Marktreport 2019“ (PDF, 5,8 MB) zum deutschen Versicherungsmarkt vor. Im Vergleich zum Update „Versicherungs-Marktreport 2019 Deutschland“ (PDF, 4 MB) des Wettbewerbers Marsh GmbH fallen die Prognosen von Aon etwas optimistischer aus.

Das betrifft vor allem den Ausblick auf die Entwicklung der industriellen Haftpflichtversicherung. „Unternehmen in Deutschland können Haftpflichtrisiken unverändert zu guten Preisen und Bedingungen versichern“, schreiben die Autoren des Aon-Marktreports. Der Haftpflicht-Versicherungsmarkt werde überwiegend kundenfreundlich bleiben, so die Prognose.

Die Anzahl der Schäden in der industriellen Haftpflicht hat sich nach Aussage von Marsh erhöht. Hier sagt das Unternehmen zusätzliche Forderungen der Versicherer wie höhere Prämien und Selbstbehalte sowie gestiegene Anforderung an das Risikomanagement voraus (VersicherungsJournal 4.9.2019).

Die Investition in Innovation muss unternehmerisch abgesichert werden können.

Hartmuth Kremer-Jensen, Chief Broking Officer bei Aon Deutschland

Neue Risiken in der Cyber-Versicherung

Unterschiede gibt es auch in der Betrachtung des Cyber-Versicherungsmarktes. Nachdem die Prämien für diese Produkte 2018 gestiegen und die Kapazitäten zurückgegangen seien, trete 2019 etwas Entspannung ein, so Aon. Marsh stellte dagegen fest, dass „zahlreiche Versicherer ihre offerierte Gesamtkapazität im Gegensatz zu früher reduzieren und in ihrer Zeichnungspolitik vorsichtiger werden“.

Aon beobachtet, dass Versicherer wieder bereit seien, individuelle Deckungserweiterungen zu diskutieren und in den Versicherungsschutz aufzunehmen „Im Gegenzug fordern die Versicherer aber vermehrt detaillierte Risikoinformationen an, insbesondere bei großen Unternehmen oder bei Betreibern von kritischen Infrastrukturen.“

Allerdings lösten Versicherer Cyber-Risiken inzwischen vollständig aus anderen Sparten wie Sach- oder Vertrauensschaden heraus, um sogenannte „Silent-Cyber-Risiken“ zu reduzieren. Sie sind nicht explizit ein-, aber auch nicht ausgeschlossen, weil sie zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht verbreitet waren.

„Silent-Cyber-Risiken sind potenzielle Zeitbomben“, sagt Hartmuth Kremer-Jensen, Chief Broking Officer bei Aon Deutschland. „Die Industrie 4.0 zeigt drastisch, dass wir zwar in einer Welt von Innovationen leben, diese Welt aber auch voller neuer Risiken steckt. Deshalb muss die Investition in Innovation unternehmerisch abgesichert werden können.“

Höhere Prämien für D&O-Policen

Die Schadenstatistiken zur Managerhaftpflicht-Versicherung (D&O) weisen laut Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) eine günstige Statistik auf, hebt Aon hervor. Die Schadenquote sank von 2016 auf 2017 um 13,8 Prozentpunkte auf 85,3 Prozent.

Dennoch fänden für ausgewählte deutsche Risiken intensive Verlängerungs-Verhandlungen statt, bei denen Versicherer versuchten, ihre Beteiligung zu sanieren. In der Folge „zeichnen sie ihre Kapazitäten teils massiv zurück und fordern Prämienerhöhungen“, so der Aon-Report.

Zeichnungsverbot für bestimmte Branchen

Die Ergebnisse der Sachversicherer sind seit Jahren schlecht. Entsprechend decken sich hier seit dem Vorjahr die Prognosen 2019 von Marsh (6.9.2018, 20.2.2018) und Aon (25.1.2019).

Die Versicherer forderten für bestimmte Branchen und für viele Risiken höhere Prämien, so Aon in seinem vorliegenden Report. Zu den besonders kritischen Betriebsarten aus Sicht der Versicherer gehörten die holz-, die fleischverarbeitende und die chemische Industrie sowie Recycling-Unternehmen.

„Gesellschaften, die in der Vergangenheit ein Zeichnungsverbot für diese Branchen ausgesprochen haben, halten weiterhin daran fest“, beobachtet das Vermittler-Unternehmen.

Aon-Report 2019 (Bild: Aon)
Aon-Report 2019 (Bild: Aon)

Gute Zeiten für Technische Absicherung

Obwohl in der Sparte Technische Versicherungen für das Jahr 2019 eine gute Schaden-Kosten-Quote von 85 Prozent erwartet wird, verlangen einige Versicherer insbesondere in der Bauleistungs-Versicherung höhere Preise oder Selbstbehalte.

In den anderen Zweigen gibt es laut Aon-Report dagegen keine Anzeichen für generelle Preiserhöhungen. Lediglich Kunden mit Verträgen, die eine hohe Schadenquote ausweisen, sollten damit rechnen, dass die Versicherer die Preise erhöhen oder höhere Selbstbehalte fordern.

„Die Versicherer zeigen unverändert eine hohe Bereitschaft, neue Risiken zu versichern. Auch technologisch komplexe Risiken können gut versichert werden“, fassen die Autoren ihre Prognose für diese Sparte zusammen.

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