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Das Interesse an Cyberversicherungen steigt

14.10.2020 – Mit Umsatz und Mitarbeiterzahl wächst das Bewusstsein für Risiken von Cyberkriminalität. Das hat der GDV festgestellt. Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist die Cyberversicherung seit 2018 bekannter und beliebter geworden. Kleinstbetriebe hingegen treten auf der Stelle.

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Noch vor zwei Jahren waren Cyberpolicen in weiten Teilen der mittelständischen Wirtschaft unbekannt. Viele Unternehmen verfügten über keinerlei Informationen oder standen einer entsprechenden Absicherung skeptisch gegenüber, berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mit Blick auf seine erste Cyber-Studie aus dem Jahr 2018.

Die Dachorganisation der privaten Versicherer beauftragt seit drei Jahren jeweils im März und April die Forsa Politik und Sozialforschung GmbH mit einer repräsentativen Befragung von 300 Entscheidern zur Cybersicherheit. Gewichtet wird nach Kleinstunternehmen, kleinen sowie mittleren Firmen (KMU). Jetzt wurden die Ergebnisse aus den Jahren 2018, 2019 und 2020 nebeneinander gestellt.

Kaum Bewegungen bei den kleinsten Firmen

Es hat sich einiges getan – allerdings nur ab einer bestimmten Unternehmensgröße, bilanziert der GDV. Mit der Größe wächst das Risikobewusstsein.

In Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern und zwei Millionen Euro Umsatz zeigt sich die Lage nahezu unverändert. Wie 2018 hat eine deutliche Mehrheit von 77 Prozent nach wie vor nichts von einer Cyberdeckung gehört, hält eine solche Police auch nicht für interessant oder hat sich sogar bewusst dagegen entschieden.

GDV Cyberumfrage Kleinstunternehmen (Bild: GDV)

In kleinen Unternehmen ist der Bekanntheitsgrad gestiegen

Anders sieht die Situation bei den kleinen Firmen mit zehn bis 48 Mitarbeitern und zwei bis zehn Millionen Euro Umsatz aus. Hier geben heute 43 Prozent der Entscheider an, dass sie eine Cyberversicherung abgeschlossen haben, dies planen oder eine solche Absicherung für sie interessant ist. 2018 waren es nur 30 Prozent der Befragten.

70 Prozent ist mittlerweile grundsätzlich ein solches Angebot bekannt. Der Anteil wuchs damit um rund 20 Prozentpunkte im Vergleich zu 2018. Aktuell verfügen 35 Prozent über eine Cyberversicherung oder planen einen Abschluss. Vor zwei Jahren waren es nur 17 Prozent.

GDV Cyberumfrage Kleinunternehmen (Bild: GDV)

Abschlüsse haben bei mittleren Betriebe zugenommen

In mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern und zehn bis 50 Millionen Euro Umsatz ist die Absicherung heute drei von vier Entscheidern bekannt. Das entspricht einem Zuwachs von 15 Prozentpunkten im Vergleich zu 2018. Damals hatten nur 22 Prozent eine Cyberversicherung oder wollten abschließen, heute sind es mit 43 Prozent fast doppelt so viele.

Insgesamt verfügt heute eine Mehrheit von 51 Prozent über eine Police gegen Hacker-Attacken, plant dies oder ist grundsätzlich interessiert. Vor zwei Jahren waren es nur 34 Prozent.

GDV Cyberumfrage mittlere Unternehmen (Bild: GDV)

GDV und BVK weisen auf Potenziale hin

Der GDV hat bereits kürzlich Ergebnisse der neuesten Umfrage veröffentlicht. Fazit war, dass KMU grundsätzlich immer noch schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet sind (VersicherungsJournal 27.8.2020).

Schon im April hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) die gewerblichen Cyberversicherung als wichtige künftige Ertragsquelle bezeichnet. Der Arbeitskreis Beratungsprozesse stellt seither Vermittlern eine Risikoanalyse kostenlos zur Verfügung (27.4.2020).

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