7.1.2026 – Ihren Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel abgesenkt haben nur die betriebsbezogene Karl Mayer BKK (minus 0,4 Prozentpunkte auf 2,99 Prozent) und die bundesweit geöffnete Knappschaft-Bahn-See (minus 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent). Letztere hat damit die Rote Laterne als teuerste Kasse an die ebenfalls bundesweit geöffnete BKK 24 (unverändert 4,39 Prozent) abgegeben. Am günstigsten ist die bundesweit zugängliche BKK Firmus (weiterhin 2,18 Prozent). Um mindestens einen Prozentpunkt erhöht haben die betriebsbezogene BKK EW, die regional geöffnete BKK Exklusiv und die bundesweit zugängliche Energie-BKK.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für 2026 auf 2,9 Prozent festgesetzt (VersicherungsJournal 11.11.2025).
Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr, als der Satz von 1,7 auf 2,5 Prozent erhöht worden war (11.11.2024, 2.11.2023). Für 2023 betrug er 1,6 Prozent. Zuvor lag der durchschnittliche Zusatzbeitrag zwei Jahre bei 1,3 Prozent, davor bei 1,1 Prozent (19.12.2022, 21.10.2021, 16.9.2020).
Im Schnitt 3,37 Prozent Zusatzbeitrag
Tatsächlich errechnet sich zum 1. Januar 2026 ein Zusatzbeitrag von im Schnitt 3,37 Prozent, wie aus der Krankenkassenliste des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) hervorgeht. Dort werden die Zusatzbeiträge aller 92 Krankenkassen aufgelistet, die am Zusatzbeitragsverfahren teilnehmen.
Der vom BMG festgesetzte durchschnittliche Zusatzbeitrag ist nur eine abstrakte Rechengröße mit Orientierungsfunktion, die unter anderem zur Berechnung der Arbeitgeberzuschüsse in der privaten Krankenversicherung (PKV) herangezogen wird. Die Höhe des tatsächlich erhobenen Zuschlags auf den Einheitsbeitrag legt jede Körperschaft entsprechend der eigenen Finanzlage selbst fest.
Zwei Kassen mit reduziertem Zusatzbeitrag
Wie ein Vergleich der Daten vom 31. Dezember 2025 mit denen vom 1. Januar 2026 zeigt, haben 47 Kassen ihren Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel verändert. Zwei Marktteilnehmer haben dabei ihren Aufschlag auf den Einheitsbeitrag gesenkt.
Dies war zum einen die bundesweit geöffnete Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Sie verlangte im vergangenen Jahr mit 4,4 Prozent den branchenweit höchsten Zusatzbeitrag und senkte diesen nun um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent.
Ebenfalls reduziert hat die betriebsbezogene Karl Mayer BKK. Sie hatte zur Jahresmitte 2025 den Zuschlag auf den Einheitsbeitrag von 2,9 auf 3,39 Prozent erhöht (2.7.2025) und senkte ihn nun wieder auf 2,99 Prozent.
44 Mal Erhöhung
Andererseits haben 44 Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag angehoben. Am stärksten nach oben zeigte die Kurve bei der betriebsbezogenen BKK EWE (plus 1,21 Prozentpunkte auf 3,19 Prozent), bei der regional geöffneten BKK exklusiv (plus 1,1 Prozentpunkte auf 3,49 Prozent) und bei der bundesweit zugänglichen Energie-BKK (plus 1,0 Prozentpunkte auf 3,98 Prozent).
Erhöhungen zwischen 0,96 und 0,9 Prozentpunkten gab es bei der regional geöffneten BKK Werra-Meissner (auf 4,35 Prozent), bei den beiden bundesweit zugänglichen Akteuren Viactiv Krankenkasse (auf 4,19 Prozent) und BKK Provita (auf 3,79 Prozent) sowie bei der betriebsbezogenen BKK Groz-Beckert (auf 3,4 Prozent).
Die teuersten und günstigsten Krankenkassen
Aktuell verlangen neun Körperschaften mehr als vier Prozent Zusatzbeitrag. Dieser fällt mit 4,39 Prozent bei der bundesweit geöffneten BKK 24 am höchsten aus. Die Kasse hatte den Satz zum 1. April 2025 um 1,14 Prozentpunkte angehoben (19.5.2025) und zum Jahreswechsel nicht verändert. Der Gesamtbeitragssatz inklusive des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6 Prozent liegt bei 18,99 Prozent.
Einen Zusatzbeitrag von 4,38 (gesamt: 18,98) Prozent verlangt die regional zugängliche BKK Herkules. Jeweils 4,35 (gesamt: 18,95) Prozent sind es bei den beiden ebenfalls regional geöffneten Marktteilnehmern BKK Werra-Meissner und IKK Brandenburg und Berlin. Erstere gehört wie oben beschrieben zu den stärksten Erhöhern zum Jahreswechsel, Letztere hat zur Jahresmitte um 1,25 Prozentpunkte angehoben.
Jeweils 4,3 Prozent Zusatzbeitrag verlangen die beiden bundesweit zugänglichen Akteure Knappschaft und IKK – Die Innovationskassen. Die Innungskrankenkasse hat den Zuschlag auf den Einheitsbeitrag Anfang 2026 nicht erhöht, nachdem sie ihn zuvor zweimal unterjährig angehoben hatte. Zum 1. Februar stieg der Satz von 3,1 auf 3,6 Prozent, zum 1. Juli dann auf die auch aktuell gültigen 4,3 Prozent.
Die günstigsten Kassen
Günstigste Krankenkasse ist die bundesweit geöffnete BKK Firmus mit einem Zusatzbeitrag von 2,18 (gesamt: 16,78) Prozent. Sie ist die wachstumsstärkste Vertreterin ihrer Zunft (26.11.2025). Unter der Marke von 17 Prozent bleibt trotz der deutlichen Erhöhung ansonsten nur noch die betriebsbezogene Krones BKK.
Zuschläge auf den Einheitsbeitrag zwischen 2,47 und 2,5 (gesamt: 17,07 bis 17,1) Prozent verlangen neben der betriebsbezogenen BKK EVM auch die regional zugänglichen Körperschaften AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse, BKK Faber-Castell & Partner und BKK Public sowie die bundesweit geöffnete Tui BKK.
Die vollständige Übersicht der Zusatzbeiträge über 92 Krankenkassen finden Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals in einem separaten Artikel (7.1.2026).





