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Gewinner und Verlierer in der Krankenvollversicherung

12.8.2019 – Die Zahl der Vollversicherten ist im Jahr 2018 um insgesamt 17.100 zurückgegangen. Den größten absoluten Rückgang mussten DKV und Allianz verkraften, das größte absolute Wachstum verzeichnete die Debeka. Relativ am besten entwickelte sich der Bestand bei Concordia und Hansemerkur. An der Rangfolge der Vollversicherer hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert, aber gegenüber 2014. Diese Angaben können der im Map-Report erschienenen Bilanzanalyse entnommen werden.

Die privaten Krankenversicherer haben im Jahr 2018 17.100 Vollversicherte verloren. Damit hat sich der Negativtrend gegenüber dem Vorjahr (minus 19.300) abgeschwächt.

Die insgesamt 8.736.300 versicherten Personen in der substitutiven Krankheitskosten-Vollversicherung per Ende 2018 waren 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit dem höchsten Stand Ende 2011 mit 8.976.400 hat die Branche 240.100 Personen verloren. Das zeigt der Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“.

Die einzelnen Versicherer unterscheiden sich deutlich

Die einzelnen Marktteilnehmer haben an der Entwicklung einen sehr unterschiedlichen Anteil. Darauf deutete schon der Wechsel der Alterungsrückstellen hin. Insgesamt wurden zwischen den Gesellschaften 50 Millionen Euro transferiert, weil vollversicherte Kunden den Vertragspartner gewechselt haben (VersicherungsJournal 29.7.2019).

Auch bei der Beitragsentwicklung über alle Versicherungszweige unterscheiden sich die Gesellschaften erheblich (5.8.2019). In diese Kennzahl fließen Kündigungen, Neuabschlüsse und Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV), Übertritte zur und von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Geburten und Todesfälle sowie Prämienanpassungen ein.

Aus einem hohen Beitragszuwachs lässt sich daher nicht ableiten, wie konkurrenzfähig und wie vertriebsstark die einzelnen Versicherer sind. Das kann man eher aus der Entwicklung der Versichertenzahlen erkennen.

Zwei Gesellschaften holen fast ein Drittel des Neugeschäfts

Aufschlussreich wäre eine Übersicht des Neugeschäfts der Branche. Doch die ist nach Angaben des Map-Reports „leider noch immer ein Geheimnis. In den Geschäftsberichten sind diesbezüglich nach wie vor kaum Angaben zu finden.“

Zwei positive Ausnahmen können die Analysen nennen: Der Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. hat im Jahr 2018 eine Neuzugang von 80.880 (Vorjahr 78.830) Personen gemeldet, die Allianz Private Krankenversicherungs-AG kommt auf 8.592 (9.333).

Damit hätten die beiden Unternehmen allein 31,4 Prozent des gesamten Bruttonneuzugangs von 284.6000 Versicherten angeworben.

Zehn Versicherer im Plus

Im Map-Report werden 33 Anbieter mit Vollversicherungen aufgeführt. Darunter ist Vigo Krankenversicherung VVaG mit Angaben nur für 2017 und 2018 sowie und Ottonova Krankenversicherung AG mit Zahlen nur für 2017 (25 Vollversicherte am Ende des Gründungsjahres).

Zehn Versicherer konnten in 2018 die Zahl ihrer Vollversicherten erhöhen. Die meisten gewann mit 32.870 die Debeka. Daraus lässt sich ersehen, dass von dem Neugeschäft von 80.880 Personen mehr als die Hälfte dem Ausgleich von Abgängen diente. Die folgenden Plätze beim Bestandszuwachs belegen Hansemerkur Krankenversicherung AG (8.076) und Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (5.658).

Bei der DEVK Krankenversicherungs-AG blieb es bei 1.424 Vollversicherten. Die Liste der 21 Verlierer wird angeführt von der DKV Deutsche Krankenversicherung AG (minus 18.410) vor der Allianz Private Krankenversicherungs-AG (minus 10.615).

PKV Vollversicherung absolute Gewinner 2018 (Bild: Meyer)

Concordia wuchs 2018 relativ am stärksten

Bei den prozentualen Wachstumsraten lag 2018 mit 7,6 Prozent die Concordia Krankenversicherungs-AG vorne, gefolgt von Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG (6,2 Prozent) und Hansemerkur (3,2 Prozent).

Relativ um stärksten geschrumpft ist die Zahl der Vollversicherten bei der Münchener Verein Krankenversicherung a.G. (3,2 Prozent), der Vigo (2,9 Prozent) und der Gothaer Krankenversicherung AG (2,6 Prozent).

PKV Vollversicherung relative Gewinner 2018 (Bild: Meyer)

Von 2014 bis 2018 ist bei der Zahl der Vollversicherten die Mecklenburgische mit 30,7 Prozent relativ am stärksten gewachsen. Dahinter rangieren Concordia (24,3 Prozent) und Hansemerkur (11,2 Prozent). Es folgen Debeka (5,5 Prozent), Alte Oldenburger Krankenversicherung AG (4,3 Prozent) und Huk-Coburg Krankenversicherungs-AG (3,5 Prozent).

Im gleichen Zeitraum waren Central Krankenversicherung AG (minus 12,2 Prozent), Münchener Verein (minus 11,1 Prozent) und Gothaer (minus 10,3 Prozent) die relativ größten Verlierer.

Rangfolge unverändert

Von den gut 8,7 Millionen Vollversicherten zahlt mehr als jeder Vierte (2,397.740) seine Beiträge an die Debeka. Mit 595.005 ist die Zahl bei der Axa Krankenversicherung AG etwa zwei Drittel kleiner. Auf die DKV entfallen 757.692 Personen.

Die Rangliste hat sich gegenüber 2017 nicht geändert. Im Vergleich zu 2014 hat die Axa die DKV überholt und Signal Iduna die Allianz von Platz vier verdrängt. Die Huk-Coburg ist an der Continentale Krankenversicherung a.G. vorbei auf Position sechs vorgerückt. Die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG ist an der Central vorbei auf Rang acht geklettert.

Überholt hat auch die Hansemerkur AG (jetzt Platz zwölf) die Hallesche Krankenversicherung a.G. Die Universa Krankenversicherung a.G. ist an Gothaer und Inter Krankenversicherung a.G. vorbei auf Platz 15 aufgestiegen

Die größten PKV-Vollversicherer (Bild: Meyer)

Bezugshinweis

Der Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 121 Seiten Übersichten und Grafiken zu diversen Geschäftszahlen wie Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen und Marktanteilen von bis zu 37 privaten Krankenversicherungs-Gesellschaften.

Für 30 Anbieter der Krankenvollversicherung werden darüber hinaus auf jeweils zwei Seiten acht Kennzahlen im Langfristvergleich zum Markt tabellarisch und grafisch dargestellt.

Das Heft ist als E-Paper ab 363 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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