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Keine Warnung vor zuschnappender Eisentür

3.12.2019 – Ein Grundstücksbesitzer ist nicht dazu verpflichtet, durch ein Schild davor zu warnen, dass eine Eisentür, die beim Betreten oder Verlassen des Grundstücks passiert werden muss, bei Wind zufallen kann. Das hat das Landgericht Köln mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 31. Oktober 2019 entschieden (16 O 438/18).

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Die Klägerin, die sich regelmäßig im Haus ihres damaligen Lebensgefährten aufhielt, hatte diesen an einem Tag im Mai 2017 darum gebeten, sie in seinem Auto mit zur Arbeit zu nehmen. Dazu musste bei der Ausfahrt aus dem Grundstück zunächst eine schwere Eisentür durchquert werden.

Nach der Durchfahrt bat sie der Mann darum, kurz auszusteigen und die Tür zu schließen.

An diesem Tag herrschte ein Sturm der Windstärke 7. Deswegen schlug die Tür, als die Klägerin sie mit dem Schlüssel im Schloss zuziehen wollte, mit voller Wucht zu. Dabei wurde der Arm der Frau eingequetscht.

Schwere Armverletzung

Bei dem Zwischenfall wurde der Arm so schwer verletzt, dass eine Notoperation nötig war. Er ist trotz andauernder Behandlung bis zum heutigen Tag nicht voll funktionsfähig.

Für die Verletzung machte die Frau ihren ehemaligen Lebensgefährten verantwortlich. Der habe als Besitzer des Anwesens zum Beispiel durch das Anbringen eines Schildes vor den Tücken der Tür warnen und sie durch einen Dämpfer sichern müssen. Das sei nicht geschehen. Die Verletzte verklagte den Mann daher auf Zahlung von Schadenersatz sowie Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro.

Selbst verschuldet

Ohne Erfolg: Das Kölner Landgericht schloss sich der Auffassung des Beklagten an, dass sich die Klägerin ihre Verletzung selbst zuzuschreiben hat.

Es sei nicht nachvollziehbar, wieso sie ihren Arm zwischen den Türrahmen und die Tür gebracht habe, anstatt diese einfach zufallen zu lassen. Denn es sei für jedermann erkennbar gewesen, dass die schwere Tür windanfällig war.

Offensichtlich

Die Gefahrenlage sei so offensichtlich und naheliegend gewesen, dass kein besonderer Warnhinweis notwendig gewesen sei. Der Beklagte sei auch nicht verpflichtet gewesen, die Tür zum Beispiel durch einen Dämpfer zu sichern.

Den Mann treffe folglich kein Verschulden an dem Unfall seiner damaligen Lebensgefährtin.

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