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Leben-Neuzugang sinkt auf neuen Tiefstand

12.7.2019 – 2018 haben erneut Renten- und Pensionsversicherungen den Neuzugang der deutschen Lebensversicherer dominiert. Die Zahl der eingelösten Versicherungsscheine war erneut rückläufig. Je nach Produktgruppe stieg beziehungsweise verminderte sich der Absatz jeweils bis zu rund einem Drittel. Dies zeigt die vom GDV veröffentlichten Broschüre „Die Lebensversicherung in Zahlen 2019“.

Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr ihre Beitragseinnahmen nach drei Rückgängen erstmals wieder steigern können. 2018 hat die Branche in der Lebensversicherung im engeren Sinne – also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds – mit 88,7 Milliarden Euro 2,5 Prozent mehr an Bruttobeiträgen eingesammelt als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 5.7.2018).

Dies geht aus der Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2019“ hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Donnerstag veröffentlicht hat. In der Publikation werden die vollständigen Geschäftszahlen in der Sparte für das Geschäftsjahr 2018 dargelegt.

Neuzugang ein weiteres Mal rückläufig

Rückläufig war hingegen erneut der Neuzugang. So wurde der Tiefstwert aus 2017 von 4,91 Millionen eingelösten Versicherungsscheinen mit zuletzt 4,875 Millionen noch einmal unterboten.

Dabei entwickelten sich die verschiedenen Produktgattungen höchst unterschiedlich. So verkaufte die Branche 2018 über ein Drittel mehr Pflegerenten-Versicherungen als im Jahr zuvor. Der eingelöste Neuzugang in diesem Segment blieb mit knapp 26.600 allerdings auf vergleichsweise geringem Niveau.

Um knapp vier Prozent auf rund 1,17 Millionen neue Kontrakten wuchsen Restschuld-Versicherungen und Lebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung.

Im Vorjahr hatte der Versichererverband die Policen ohne Überschussbeteiligung noch den „Sonstigen Lebensversicherungen“ zugerechnet. Daraus resultieren Abweichungen zu früheren Berichten der VersicherungsJournal-Redaktion.

Mehr Invaliditäts-Versicherungen

Die Branche verkaufte mit über 415.000 etwa zwei Prozent mehr neue Invaliditäts-Versicherungen als im Jahr zuvor. Der Absatz von „Renten- und Pensionsversicherungen“ erhöhte sich um drei Prozent auf über zwei Millionen eingelöste Versicherungsscheine.

Innerhalb des letztgenannten Segments performten nur die „Mischformen mit Garantien“ positiv (plus ein Achtel auf fast 1,4 Millionen neue Verträge). Bei den klassischen Lebensversicherungen ging es hingegen um über ein Sechstel und bei den Fondspolicen um ein Fünfundzwanzigstel bergab.

Bei allen anderen Produktarten blieb der Absatz hinter dem des Vorjahres zurück. Für die Kapitalversicherungen errechnet sich ein Minus von gut einem Prozent, für die Risikoversicherungen eines von über vier Prozent.

Am stärksten schrumpfte das Neugeschäft mit den „Sonstigen Lebensversicherungen" (minus über ein Drittel deutlich auf unter 250.000 neue Verträge). Hierunter fasst der GDV neuerdings Kapitalisierungs-Geschäfte, Bauspar-Risikoversicherungen sowie die übrigen Einzel- und Kollektivversicherungen zusammen.

Neuzugang Lebensversicherung 2018 (Bild: Wichert)

Renten- und Pensionsversicherungen mit Löwenanteil am Neuzugang

Wie im Vorjahr sind die Renten- und Pensionsversicherungen die tragende Säule des Neugeschäfts der Lebensversicherer. 2018 machte diese Produktgruppe mit über zwei Millionen eingelösten Versicherungsscheinen fast 42 Prozent des gesamten Neuzugangs aus.

Über zwei Drittel davon entfielen auf Mischformen mit Garantien, ein gutes Fünftel auf klassische und das verbleibende gute Zehntel auf Fondspolicen.

Fast ein Fünftel des Neuzugangs war den Restschuld-Versicherungen zuzuordnen, jeweils etwa ein Zehntel den Risiko- sowie den Kapitalversicherungen. Der Absatz von Pflegerenten-Versicherungen bleibt weiter auf niedrigem Niveau. Nur jeder 200. eingelöste Versicherungsschein entfiel auf diesen Bereich.

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