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Schrumpfkur bei den Versicherern gestoppt

16.11.2020 – Nach zuvor acht Rückgängen in Folge ist die Zahl der unter deutscher Aufsicht stehenden Versicherungs-Gesellschaften 2019 nicht weiter zurückgegangen. Laut der am Dienstag veröffentlichten Bafin-Erstversicherungs-Statistik wachte die Aufsicht zum Jahresende über 571 (2018: 568) Unternehmen. Seit 2008 war die Reduzierung in Leben am größten (minus fast ein Siebtel). In Kranken betrug die Verminderung circa ein Zehntel, in Schaden/ Unfall rund ein Dreizehntel. Das Beitragsvolumen wuchs allein in den vergangenen vier Jahren um ein Siebtel – auf einen neuen Rekordwert von fast 300 Milliarden Euro.

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Die Zahl der Versicherungs-Unternehmen und Pensionsfonds hat sich im vergangenen Jahr erstmals seit Langem nicht weiter reduziert. Dies geht aus der am vergangenen Dienstag veröffentlichten Statistik der Erstversicherungs-Unternehmen (Tabellenteil) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) hervor.

In der amtlichen Statistik werden (inklusive der sieben unter Landesaufsicht stehenden Anstalten des öffentlichen Rechts) 571 Gesellschaften (Stand: 31. Dezember 2019) aufgeführt. Das sind drei mehr als vor Jahresfrist (VersicherungsJournal 11.11.2019).

Zum Vergleich: 2010 waren es noch 623. Bis 2018 nahm die Zahl kontinuierlich ab. Auf Zehnjahressicht ging es insgesamt um etwa ein Zwölftel bergab. Allerdings waren in den letzten vier Jahren die Schwankungen nur gering.

Versichererzahl 2010 bis 2019 gesamt (Bild: Wichert)

Konzentrationsprozess

Dennoch ist seit 2008 ist ein deutlicher Konzentrationsprozess in der Versicherungsbranche zu beobachten. So reduzierte sich die Zahl der beaufsichtigten Lebensversicherer um etwa ein Siebtel. Bei den Krankenversicherern schieden mit rund einem Zehntel relativ etwas weniger aus. Die Schaden-/Unfallversicherer verminderten sich um circa ein Dreizehntel.

Ende 2019 wachte die Aufsicht über 85 (2018: 87) Lebensversicherer, 209 (205) Schaden-/Unfallversicherer sowie unverändert 46 Krankenversicherer. Die Zahl der beaufsichtigten Rückversicherer stieg von 29 auf 30. Hinzu kommen unverändert 135 Pensionskassen sowie jeweils 33 Pensionsfonds und Sterbekassen.

Versichererzahl 2008 bis 2019 nach Zweigen (Bild: Wichert)

Einerseits wurden einige Verschmelzungen vollzogen (19.2.2019, 28.3.2019, 11.10.2019, 16.10.2019). Andererseits vergab die Aufsicht auch im vergangenen Jahr wieder einige neue Lizenzen. Darunter waren unter anderem an die Dialog Versicherung AG (25.10.2018) und an die Mailo Versicherung AG (Medienspiegel 27.2.2019).

Fast 299 Milliarden Euro verdiente Bruttobeiträge

Die 566 in der Statistik aufgeführten Versicherungs-Unternehmen und Pensionsfonds erzielten 2019 verdiente Bruttobeitragseinnahmen in Höhe von 298,9 Milliarden Euro (plus 2,7 Prozent). Zum Vergleich: Vier Jahre zuvor waren es erst 261 Milliarden Euro (31.1.2018). In dieser recht kurzen Zeit ist das Prämienvolumen um über ein Siebtel angewachsen.

Mehr als 98 Milliarden Euro des 2019er-Beitragsaufkommens entfielen auf die Lebensversicherung. Dies entspricht einem Anteil von fast 33 (2018: gut 30) Prozent. Mit über 90,4 Milliarden Euro sind 30,3 (29,5) Prozent der Schaden-/ Unfallversicherung zuzuordnen.

Mit 59,7 Milliarden Euro erzielten die Rückversicherer erneut rund ein Fünftel der Prämieneinnahmen, während mit fast 40,9 Milliarden Euro erneut fast ein Siebtel der Krankenversicherung zuzurechnen ist.

Die Pensionskassen kommen mit rund 6,8 Milliarden Euro auf einen Anteil von nicht einmal einem Vierzigstel, die Pensionsfonds mit 2,6 Milliarden Euro auf nicht einmal ein Hundertstel. So gut wie nicht ins Gewicht fallen die Sterbekassen mit etwa 64 Millionen Euro.

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