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Kommentar

Werden Autoversicherungen billiger?

8.10.2020 – Die Kunden von Check24 zahlen für die Kfz-Haftpflichtversicherung aktuell zehn Prozent weniger als im Sommer. Daraus lässt sich allerdings kein Preistrend ablesen, denn es wurden unterschiedliche Risiken verglichen. Bedauerlich ist, dass immer wieder der Preis in den Vordergrund gerückt wird, viel wichtiger sind Leistung und Service.

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„Der Preiskampf der Kfz-Versicherer zur Wechselsaison hat begonnen: Verbraucher zahlen aktuell im Schnitt 303 Euro jährlich für die Kfz-Haftpflichtversicherung“, (vorläufiger Wert vom 5. Oktober). „Das sind zehn Prozent weniger als im Juli (durchschnittlich 337 Euro). Bis Ende November sinken die Preise voraussichtlich weiter.“ Diese Zahlen nannte die Check24 GmbH am Mittwoch.

Dazu kommentierte Dr. Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei dem Versicherungsmakler: „Wir beobachten jedes Jahr, dass die Preise für die Kfz-Versicherung bis kurz vor dem Wechselstichtag am 30. November fallen. Versicherer versuchen, neben den Leistungen auch durch attraktive Preise wechselwillige Kunden zu gewinnen.“

Preistrend Kfz-Versicherungen (Bild: Check24)

Vergleich ungleicher Risiken

Auf Anfrage teilte Check24 mit, dass für den Vergleich die durchschnittlichen Beiträge der vermittelten Policen herangezogen wurden. Das habe den Vorteil, eine Vielzahl von Daten auswerten zu können.

Dabei bleibt aber ein wesentlicher Aspekt auf der Strecke: Die im Sommer vermittelten Policen können sich von den Abschlüssen im Herbst durchaus unterscheiden.

Daher muss man wohl davon ausgehen, dass sich die Vertragsprofile hinsichtlich der Tarifkriterien je nach Zeitpunkt des Vertragsabschlusses unterscheiden. Allein schon die erheblich preisrelevante durchschnittliche Jahresfahrleistung dürfte sich in letzter Zeit deutlich verändert haben.

Richtiger Preistrend erfordert gleiche Vertragsprofile

Claus-Peter Meyer (Bild: Harjes)
Claus-Peter Meyer (Bild: Harjes)

Um darzustellen, wie sich das Preisniveau tatsächlich entwickelt, müsste man Modellfälle heranziehen, bei denen die Tarifkriterien wie Fahrer, Nutzung, Fahrzeugmodell und so weiter vorgegeben sind.

Für diese Muster ließe sich eine Entwicklung seriös darstellen, aber das hat Check24 nicht getan. Daher ist die Auswertung des Versicherungsmaklers ungeeignet, einen Preistrend zu beschreiben. Offensichtlich geht es auch nicht darum, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren, sondern eher darum, in der Publikumspresse die Aufmerksamkeit auf die eigene Dienstleistung zu lenken.

Wer einen aussagekräftigen Preistrend sucht, ist also hier an der falschen Adresse.

Bedauerlich ist, dass selbst von manchen Maklern sehr stark die Preisersparnis in den Vordergrund gerückt wird. Check24 ist dafür ein unrühmliches Beispiel.

Bei Kfz-Versicherungen kommt es auf mehr als den Preis an

Richtiger wäre es, zum Sparen auf Sparverträge zu verweisen und bei Versicherungen in den Vordergrund zu stellen, wofür sie abgeschlossen werden und worauf es wirklich ankommt.

Immerhin geht es bei der Kfz-Haftpflicht um ein existenzbedrohendes Risiko. Hinzu kommt die Gefahr eines Fahrzeugschadens. Es müsste also mehr ins Bewusstsein rücken, welche Versicherung die bestmögliche Sicherheit gemäß den Anforderungen des jeweiligen Versicherungsnehmers bietet. Dabei sollten die Unterschiede bei Leistungen, Service und Finanzstärke die Argumente der Anbieter sein.

Vermittler, die nicht der „billige Jakob“ sein können oder wollen, überzeugen mit ihrer eigenen Leistung bei Beratung und dem Kundendienst. Je deutlicher dieser Vorteil aus Kundensicht wird, desto eher sind sie bereit, dies zu honorieren.

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