Themenspezial

Verkauf von Lebensversicherungen ist ins Stocken geraten

2019 hat sich auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen die positive Entwicklung des Vorjahres nicht fortgesetzt. Dies teilte des BVZL – Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V. auf Basis einer Umfrage unter seinen Mitgliedern Ende letzter Woche mit. Demnach ist das Ankaufsvolumen von Kapitallebens- und Rentenversicherungen im vergangenen Jahr um etwa ein Achtel auf 240 Millionen Euro zurückgegangen.

Allerdings ist der Wert seit 2009 nur drei Mal höher ausgefallen – und zwar in den Jahren 2016 bis 2018. Der Höchststand in diesem Jahrtausend wurde 2007 erreicht. Seinerzeit lag das Volumen noch bei 1,5 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 20.2.2008). Der Tiefststand wurde 2009 erreicht, als es lediglich 100 Millionen Euro waren.

Ankaufsmolumen (Bild: Wichert)

Die Entwicklung kommentiert Ingo Wichelhaus, Vorstand National beim BVZL, wie folgt: „Dass die Nachfrage nach wie vor höher ist, als das Angebot an Lebensversicherungs-Verträgen, ist für uns natürlich sehr unbefriedigend.“ Nach wie vor sei der Verkauf als Alternative zur Stornierung offenbar immer teilweise unbekannt, so Wichelhaus unter Bezugnahme auf die Umfrage eines Verbandsmitglieds vor gut einem Jahr (7.12.2018).

Für ihn ist es vor dem Hintergrund eines Stornovolumens von zuletzt um die zwölf Milliarden „erstaunlich, dass so viele Versicherte auf den Mehrertrag durch einen Verkauf ihrer Police von drei bis fünf Prozent verzichten“. Neben einer um drei bis fünf Prozent höheren Auszahlungssumme bleibe ein bedingter Rest-Todesfallschutz erhalten, so der Verbandsvorstand zu den Vorteilen eines Policenverkaufs.