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Allianz SE kommt mit Covid-19 offenbar zunehmend gut klar

9.11.2020 – Der Versicherungskonzern hat wegen Covid-19 im bisherigen Jahresverlauf einen deutlichen Rückgang beim Umsatz zu verzeichnen. Die Ertragssituation scheint sich inzwischen jedoch schon wieder deutlich zu bessern.

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„Eigentlich“ – also ohne die Belastung in Höhe von insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro durch Covid-19 – hätte die Allianz SE für die ersten neun Monate 2020 zum Teil sogar bessere Zahlen erzielt als in der gleichen Vorjahreszeit (VersicherungsJournal 11.11.2019).

Das stellte Finanzvorstand Giulio Terzariol bei der Präsentation der Ergebnisse per 30. September fest. Nach seiner Einschätzung ein Indiz für die „robuste zugrunde liegende Performance“.

Operatives Ergebnis legt im Segment Leben/Kranken sogar zu

Giulio Terzariol (Bild: Allianz)
Giulio Terzariol (Bild: Allianz)

Bestätigt sieht er sich bei dieser Einschätzung nicht zuletzt durch den Verlauf des dritten Quartals. Da ging das operative Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung im Quartals-Vergleich nämlich nur noch um 2,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Während war das Minus mit 16,6 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro im Neun-Monats-Vergleich deutlich höher.

Ein ähnliches Bild bietet sich bei der Kosten-Schadenquote. Sie stieg im Neun-Monats-Vergleich von 94,1 auf 96 Prozent an. Im Quartalsvergleich wuchs sie – allerdings auch wegen niedrigerer Schäden aus Naturkatastrophen sowie einer deutlich verbesserten Kostenquote – aber nur um 0,2 Prozentpunkte auf 94,5 Prozent.

Im Segment Leben/Kranken stellt sich die positive Veränderung laut Terzariol dank zwischenzeitlich wieder stabilerer Kapitalmärkte noch deutlicher dar. Statt eines Rückgangs des operativen Ergebnisses um 14,1 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro im Neun-Monatsvergleich zeigt der Quartalsvergleich ein Plus von 3,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Konzern-Umsatz sank

Das Asset Management schließlich wies per 30. September im Vorjahresvergleich ein Plus von 2,2 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro beim operativen Ergebnis auf. Im Vergleich der dritten Quartale 2020 und 2019 gab es allerdings ein Minus von 3,7 Prozent auf 677 Millionen Euro, wobei hier laut Terzariol allerdings negative Wechselkurseffekte eine wesentliche Rolle spielten.

Deutlicher spürbar waren die Pandemie-Auswirkungen für die Allianz SE allerdings offenbar bei der Umsatzentwicklung. Der Konzern-Umsatz sank im Neun-Monats-Vergleich um 1,9 Prozent auf 104,9 Milliarden Euro und im Quartalsvergleich um 6,1 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro.

Segment Leben/Kranken besonders betroffen

Besonders betroffen war mit einem Betragsrückgang um fünf Prozent auf 53,1 Milliarden Euro im Neun-Monats-Vergleich und 9,4 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro im Quartalsvergleich das Segment Leben/Kranken. Hierbei wirkten sich laut dem Manager jedoch auch Konsolidierungseffekte aus.

Der Neugeschäftswert vermindert sich im Quartalsvergleich von 494 Millionen auf 371 Millionen Euro und bei der deutschen Allianz Leben um 38,9 Prozent auf 117 Millionen Euro. Dieser Rückgang ist auf eine Kombination aus niedrigeren Volumina – unter anderem durch den Rückgang beim Verkauf des Produkts „Perspektive“ – und gesunkenen Margen zurückzuführen, wird dazu erläutert.

Gleichwohl sei die Qualität des Neugeschäfts nach wie vor hoch, wird betont. So habe der steigende Anteil an Lebensversicherungs-Produkten in den von der Allianz bevorzugten Produktkategorien dazu beigetragen, den Einfluss niedrigerer Zinssätze auf die Neugeschäftsmarge auszugleichen.

Kennzahlen Allianz SE (Bild: Allianz)
Kennzahlen Allianz SE (Bild: Allianz). Zum Vergrößern Bild klicken.

Hoher positiver Preiseffekt in der Schaden- und Unfallversicherung

In der Schaden- und Unfallversicherung ging das Beitragsvolumen im Quartalsvergleich vor der Bereinigung um Währungs- und Konsolidierungseffekte um 1,8 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zurück. Nach interner Rechnung lag das Minus sogar bei 4,1 Prozent.

Ursächlich für den Rückgang waren den Angaben zufolge ein negativer Volumeneffekt von neun Prozent und ein positiver Preiseffekt von 5,6 Prozent. „Wir haben Zeichnungsdisziplin und technische Exzellenz fest in unserer Kultur verankert und fokussieren uns auf Produktivitäts-Verbesserungen“, lässt sich Terzariol in diesem Kontext zitieren.

Entspannung durch Vertragsanpassungen

Vor allem in der deutschen Veranstaltungs- und der Betriebsunterbrechungs-Versicherung, die im Zusammenhang mit Covid-19 bisher den Schadenaufwand stark prägten, erwartet er künftig offensichtlich eine Entspannung, machte er deutlich. Dies deshalb, weil die Verträge inzwischen entsprechend angepasst seien (5.11.2020).

Mit der stabilen Ertragskraft des Versicherungsgeschäfts sei er daher zufrieden, aber auf der Kapitalanlageseite erwartet er auch in Zukunft weiteren „Druck“. Zugleich zeigte er sich jedoch davon überzeugt, dass „Volatilität kommt und wieder geht, aber die zugrunde liegende Profitabilität der Allianz SE bleibt“.

Allianz will Dividende stabil halten

Eine Prognose für das Ergebnis des Gesamtjahres wollte er wegen der aktuelle Unsicherheiten dennoch weiterhin nicht wagen. Er signalisierte jedoch immerhin, dass die Dividende voraussichtlich stabil bleiben werde, nachdem der Konzern unter dem Strich per Ende September ein Periodenergebnis von 6,3 Milliarden Euro ausweisen konnte.

Das waren zwar 17,6 Prozent weniger als vor Jahresfrist, aber im Quartalsvergleich wies das Periodenergebnis bereits wieder ein Plus von 4,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro auf.

Die annualisierte Eigenkapitalrendite lag bei 11,3 Prozent – gegenüber 13,6 Prozent im Gesamtjahr 2019 – und die Solvency-II-Kapitalquote stieg von 187 Prozent Ende des zweiten Quartals auf 192 Prozent per 30. September.

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