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Dietmar Bläsing: Vom Lehrling zum Konzernchef

13.10.2020 – Der Sprecher der Vorstände der Volkswohl Bund Versicherungen spricht im Interview für die Sonderausgabe „20 Jahre VersicherungsJournal – Das Jubiläumsheft“ über seine besondere Karriere und gibt Hinweise für Aufstiegswillige und zukunftsorientierte Vermittler. Das Gespräch wird an dieser Stelle auszugsweise veröffentlicht und steht auch zum Herunterladen bereit.

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VersicherungsJournal: Der Arbeitstitel für dieses Interview war „Vom Stift zum Kapitän“. Auf Ihre Karriere trifft das gut zu, weshalb wir Sie uns als Interviewpartner gewünscht haben. Sie haben 1983 beim Volkswohl Bund Ihre Ausbildung zum Versicherungskaufmann begonnen und sind nach und nach mit entsprechenden Qualifizierungen 1997 in den Vorstand und 2017 zum Vorstandssprecher berufen worden (VersicherungsJournal 2.5.2017). Außerdem sind Sie einer der dienstältesten Vertriebsvorstände der deutschen Assekuranz. Ist ein solcher Aufstieg heute noch möglich?

Dietmar Bläsing (Bild: privat)
Dietmar Bläsing (Bild: privat)

Dietmar Bläsing: Ja – aber das hängt von der Unternehmenskultur und damit verbunden der Durchlässigkeit ab. Wir versuchen unverändert, unsere Führungskräfte aus den eigenen Reihen zu rekrutieren.

Nicht zuletzt seit der Einführung des dualen Studiums an der Fachhochschule Dortmund 2010 bekommen wir ganz hervorragende Azubis beziehungsweise „Dualos“. Einige von ihnen haben schon eine tolle Karriere bei uns gemacht, und ich kann mir vorstellen, dass es auch der ein oder die andere in den Vorstand schafft.

VersicherungsJournal: Welche Qualifikationen oder Fähigkeiten versprechen die größten Chancen für den Aufstieg?

Bläsing: Ohne die Bereitschaft zur permanenten Weiterbildung – auch bei den „Dualos“– und die Offenheit für Veränderungen geht es nicht. Zudem muss man die Bodenhaftung behalten und sich als Teil des Ganzen, des Teams, verstehen.

Denn Erfolg ist auch immer das Ergebnis, zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort den richtigen Menschen begegnet zu sein. Da sollte man ruhig demütig bleiben. Und: Man muss sich auf jeder Stufe der Karriereleiter Menschen bewahren, die einem offen die Meinung sagen.

VersicherungsJournal: Mit welchen Veränderungen rechnen Sie?

Als Versicherer müssen wir […] essenzielle Veränderungen […] positiv begleiten.

Bläsing: Diese Glaskugel habe auch ich nicht. Gerade die jüngste Vergangenheit wurde durch technische Neuerungen radikal verändert – denken Sie an die Folgen durch das Smartphone. Als Versicherer müssen wir für derartig essenzielle Veränderungen flexibel bleiben, und sie positiv begleiten. Wir müssen hier Agenda-Setting betreiben und Leitplanke für die Wirtschaft sein.

Mode- Erscheinungen sollte man abwarten. Hier braucht man nicht der First- Follower zu sein. Die Kunst ist natürlich: Das eine vom anderen zu unterscheiden.

VersicherungsJournal: Sind die stärksten Veränderungen im und für den Vertrieb also technischer Natur?

Bläsing: Ja. Meiner Meinung nach sehen wir gerade eine Zweiteilung des Marktes: Es wird vermehrt den hochspezialisierten Makler geben, der mit einem vielleicht eigenen Deckungskonzept eine sehr kleine Zielgruppe, diese aber via Social Media und anderer Internet- Tools, bundesweit anspricht und bedient.

Den Vermittler mit dem Schwerpunkt in der persönlichen Beratung wird es zwar unverändert weiter geben, aber auch dieser wird sich dringend digitale Fachkompetenzen erarbeiten müssen. Denn die digitalen Erfahrungen der Kunden – beispielsweise durch das eigene Arbeiten im Homeoffice – ändern auch ihr Verhalten.

VersicherungsJournal: Ändert sich das Anforderungsprofil an den Vertrieb durch Corona?

Vermittler, die gut digital trainiert sind, haben in Corona- Zeiten kaum Neugeschäft eingebüßt.

Bläsing: Klar. Wir sehen, dass Vermittler, die gut digital trainiert sind, in Corona- Zeiten kaum Neugeschäft eingebüßt haben. Dagegen haben solche, die bisher wenig digital gearbeitet haben, 20 bis 30 Prozent weniger Neugeschäft zu verzeichnen.

VersicherungsJournal: Was muss der Vertrieb richtig machen, um in 20 Jahren noch beim Kunden zu sein?

Bläsing: Er muss auf das sich ändernde, hybride Kundenverhalten reagieren. Dabei reicht es nicht, nur ein Online-Beratungstool einzuführen. Dies muss theoretisch wie praktisch trainiert werden.

Mehr im Jubiläumsheft
20 Jahre VersicherungsJournal - Titelseite

Dieses Interview ist ein Auszug aus der Sonderausgabe „20 Jahre VersicherungsJournal – Das Jubiläumsheft“.

Es erscheint gedruckt innerhalb des VersicherungsJournal-Extrablatts 4|2020 „Die Absicherung der Arbeitskraft – Wie Vermittler zu passgenauen Lösungen kommen“. Das Magazin erscheint am 26. Oktober.

Wer das Extrablatt bereits abonniert hat, bekommt es unaufgefordert zugestellt. Noch-nicht-Leser finden unter VersicherungsJournal.de/Extrablatt eine Bestellmöglichkeit.

Ab der nächsten Ausgabe wird Ihnen das Extrablatt dann direkt nach Hause geliefert. Die Zustellung an Empfänger in Deutschland ist dabei kostenlos.

Die Sonderausgabe erscheint zum 20-jährigen Bestehen des VersicherungsJournals (9.10.2020).

In dem Jubiläumsheft schildern die ersten Mitwirkenden, wie die Idee des Online-Informationsdienstes entstanden ist und wie sich das VersicherungsJournal von der Gründung bis heutige entwickelt hat.

Zu den weiteren Inhalten gehört, welche Themen die Branche im Laufe der vergangenen 20 Jahre besonders bewegt haben. Doch es geht nicht allein um den Rückblick. Genauso wichtig sind der Redaktionen die Gegenwart und die Zukunft.

Das Jubiläumsheft mit dem vollständigen Interview steht als E-Paper bereits jetzt bereit.

Das Interview führte

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