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Ergo bleibt in Covid-19-Zeiten die Stütze für Munich Re

6.11.2020 – Nach neun Monaten zeigt sich erneut, was sich zur Jahresmitte bereits abgezeichnet hatte. In Zeiten der Pandemie erweist sich vor allem die Erstversicherungs-Tochter Ergo als Stütze des Munich-Re-Konzerns, während die Rückversicherung zunehmend leidet.

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Bei der Vorlage der Halbjahresergebnisse (VersicherungsJournal 7.8.2020) hatte der Konzernchef der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG in München (Munich Re) Dr. Joachim Wenning noch eher die positiven Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns betont. Das klang beim Finanzchef des Konzerns Dr. Christoph Jurecka nun deutlich verhaltener, als er die Zahlen nach neun Monaten präsentierte.

Christoph Jurecka (Bild: Müller)
Christoph Jurecka (Archivbild: Müller)

Geschuldet ist dies allerdings ausschließlich der Entwicklung in der Rückversicherung. Dagegen habe die Konzerntochter, die Ergo-Versicherungen, auch im dritten Quartal wieder einen „signifikanten Beitrag“ dazu geliefert, dass der Konzern insgesamt in dieser Berichtsperiode immerhin noch einen Gewinn von 199 Millionen Euro vorweisen konnte und 999 Millionen Euro für die ersten drei Quartale.

Technisches Rückversicherungs-Ergebnis

Angesichts der wegen Corona „zweifellos ganz außergewöhnlichen Zeiten“ und auch mit Blick auf die Lage in anderen Branchen sollte die Munich Re damit zufrieden sein, befand Jurecka. Obwohl die Vergleichswerte im Konzern 2019 noch 865 Millionen und 2,5 Milliarden Euro gelegen hatten. Drastisch eingebrochen ist in der Berichtszeit vor allem das technische Rückversicherungs-Ergebnis.

Das reduzierte sich im Neun-Monats-Vergleich im Segment Leben/ Gesundheit von 322 Millionen auf 31 Millionen Euro. In Schaden/ Unfall wurde aus dem technischen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro in der Vergleichszeit 2019 ein Verlust von 182 Millionen Euro.

Höherer Schadenaufwand nicht nur durch Covid-19

Für Letzteres sorgten Covid-19-bedingte Schäden in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro per 30. September 2020, wobei vor allem die Veranstaltungs- und die Betriebsunterbrechungs-Versicherung dafür ursächlich waren. Zugleich nahmen jedoch auch Großschäden wie beispielsweise die Explosion im Hafen von Beirut im dritten Quartal stärker zu als sonst in dieser Zeit üblich, berichtete Jurecka.

Dagegen verbesserte sich das Kapitalanlageergebnis dank Gewinnen aus dem Verkauf von Zinsträgern, Immobilien und Derivaten in der Schaden-/ Unfall-Rückversicherung von 1,6 Milliarden auf 1,8 Milliarden Euro. In der Leben-/ Gesundheit-Rückversicherung ging es von 866 Millionen auf 639 Millionen Euro zurück.

Alles in allem steuerte das Geschäftsfeld Rückversicherung damit nach drei Quartalen 619 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei. In der Vergleichszeit 2019 waren es noch 2,2 Milliarden Euro gewesen.

Gegenläufige Entwicklung bei der Ergo

Völlig anders verlief die Entwicklung bei der Ergo. Beim Erstversicherer des Konzerns sank aufgrund gestiegener Abschreibungen zwar das Kapitalanlageergebnis im Neun-Monatsvergleich von 3,4 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro. Das technische Ergebnis verbesserte sich aber um rund 100 Millionen auf 757 Millionen Euro.

Das Geschäftsfeldergebnis legte von 339 Millionen auf 381 Millionen Euro zu. Damit befinde sich die Ergo nach wie vor auf dem vorgegebenen Zielpfad, was Jurecka angesichts von Corona als „sehr beachtlich“ bewertete.

Alle Ergo-Geschäftssegmente zeigen eine positive Entwicklung

Beigetragen haben zu der positiven Entwicklung alle drei Ergo-Geschäftssegmente, wie er anmerkte. Eine weiterhin gute operative Performance attestierte er aber insbesondere Ergo International. Bei Schaden/ Unfall Deutschland sei die Performance nach seinen Worten sogar „stark“.

Die gebuchten Beitragseinnahmen sanken bei der Ergo im Neun-Monatsvergleich insgesamt von 13,4 Milliarden auf 13,2 Milliarden Euro. Einem Zuwachs um 138 Millionen Euro in Schaden/ Unfall stand ein Rückgang von 194 Millionen Euro in Leben/ Gesundheit Deutschland gegenüber.

Portfolio-Optimierungen lassen Ergo-Beitragseinnahmen sinken

Der ist vor allem durch den geplanten Bestandsabbau bei klassischen Lebensversicherungen bedingt, wie Jurecka erläuterte. Das Minus von 73 Millionen Euro bei Ergo International ist seinen Worten zufolge ebenfalls auf Portfoliooptimierungen zurückzuführen.

Im Konzern insgesamt stiegen die gebuchten Bruttobeiträge dank der positiven Entwicklung in der Rückversicherung um sechs Prozent auf 41,3 Milliarden Euro. Als Wachstumstreiber nannte Jurecka neben „sehr schönen Preiserhöhungen“ die Erschließung neuer Märkte wie den Bereich der Cyberversicherungen und eine erhöhte Kundennachfrage aufgrund der generell gestiegenen Unsicherheit.

Covid-19-Risiken gibt es auch bei der Ergo

Letztere ist zugleich ursächlich dafür, dass die Munich Re nach wie vor keine Prognose für das Konzern-Jahresergebnis 2020 sowie die Teilziele in der Rückversicherung wagt. Unverändert gültig seien dagegen die Teilziele der Ergo und in der Kapitalanlage, so Jurecka.

Erheblich Risiken bestehen jedoch durchaus auch bei der Ergo, merkte er an. So könnten eventuelle Bewegungs-Einschränkungen wegen Covid-19 beispielsweise den Vertrieb massiv beeinträchtigen, Corona-bedingte Schäden vermehrt auch bei der Erstversicherung auftreten oder verstärkt negative Auswirkungen auf die Kapitalmärkte entstehen.

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