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Hiscox: „Größtes Risiko bei digitalen Events ist die Technik“

20.11.2020 – Die Nachfrage nach der Absicherung von hybriden und digitalen Veranstaltungen stieg im Coronajahr rasant. Der Spezialversicherer Hiscox verzeichnet hier deutliches Wachstum im Neugeschäft. Über Risiken, Deckung, den Unsicherheitsfaktor Technik, Schadenfälle und Perspektiven sprach Hiscox-Manager Peter Pillath mit dem VersicherungsJournal.

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Seit drei Jahren bietet die Hiscox SA, Niederlassung für Deutschland gemeinsam mit Event-Assec, einer Marke der Compact-Team GmbH & Co. KG Versicherungsmakler, einen Schutz für Veranstaltungen an. Im August hat die Gesellschaft ihr Angebot aufgrund der veränderten Bedingungen wegen der Ausbreitung von Covid-19 um digitale Offerten erweitert.

Aufgrund der Pandemie mussten bereits Veranstaltungen in Deutschland abgesagt werden: unter anderem die Touristikmesse ITB in Berlin (VersicherungsJournal Medienspiegel 4.3.2020). Die Initiatoren des Branchenevents für die Versicherungswirtschaft haben darauf reagiert und führten ihre Messe als erste hybride DKM 2020 durch (28.10.2020, 16.6.2020).

Peter Pillath (Bild: Hiscox)
Peter Pillath (Bild: Hiscox)

Hiscox sicherte die Leitmesse ab. „Unsere Erfahrung als Versicherer von IT-Unternehmen und Anbieter von Cyberversicherungen hat uns da bei der Überführung unserer Eventversicherung in die digitale Welt sehr geholfen“, sagt Peter Pillath, Underwriting-Manager-Commercial-Property bei dem Spezialversicherer.

Größtes Risiko sind technische Probleme

Die erweiterte Veranstaltungspolice deckt jetzt „neben Präsenzveranstaltungen auch ausschließlich digitale, hybride beziehungsweise digital gestützte Events ab“, so Hiscox. Das umfasst zum Beispiel Hauptversammlungen von Unternehmen, Konzerte, Kongresse und Messen wie die DKM.

Das Produkt beinhaltet drei Bausteine: eine Sachversicherung, die die Ausrüstung wie Server, Kamera oder Tontechnik schützt; eine Haftpflicht sowie eine Ausfallpolice, die Investitionen und Kosten der jeweiligen Veranstaltung absichert.

„Das größte Risiko bei einem digitalen Event sind technische Probleme. Denn jede Stunde oder ein ganzer Tag Stillstand kostet Geld und ist unwiederbringbar für die Veranstalter verloren“, erklärt Underwriter Pillath. Der Manager schränkt aber ein, dass man nicht alle Eventualitäten absichern könne. Neben technischen Ausfällen sieht er auch die Gefahr menschlicher Fehler und Angriffen von Cyberkriminellen.

Deckung: Was will der Kunde absichern?

Bei digitalen Veranstaltungen prüft Hiscox im Vorfeld verschiedene Aspekte: Im technischen Umfeld spielen zum Beispiel die zur Verfügung stehenden Serverkapazitäten eine wichtige Rolle. Für das Einhalten der Datenschutz-Vorgaben kommt es auf die nationalen Standorte der Hardware an.

Zusätzlich führt der Versicherer Gespräche mit den zuständigen IT-Verantwortlichen und dem beauftragten Dienstleister. „Bei der Einschätzung der Risiken verlassen wir uns natürlich auch auf Erfahrungswerte“, erklärt Pillath.

Bei der Prämienhöhe für die Event-Versicherung sind die Deckungsbausteine entscheidend: Will der Kunde beispielsweise seinen veranschlagten Gewinn gegen Verlust absichern? Wird der Ausfall eines oder mehrerer Key-Speaker versichert? Sollen Cyberbausteine integriert werden?

Auch hier wird Prävention wie eine entsprechende Firewall, spezielle Sicherheitssoftware und Monitoring belohnt. Nach Aussage von Pillath betragen die Kosten für die Absicherung zwischen 0,5 und 1,5 Prozent der Versicherungssumme.

Schadenquoten könnten für Veranstaltungspolicen steigen

Auf Nachfrage äußert sich der Hiscox-Manager auch zum Schadengeschehen in diesem Geschäftsfeld. „Bisher gab es keine Großveranstaltung, die komplett ausgefallen ist. Aber es sind technische Probleme wie defekte Server aufgetreten.“ Angriffe von Hackern, so der Underwriter, waren „bisher nicht erfolgreich“.

Die Assekuranz erwartet in diesem Segment allerdings einen Anstieg von Fällen: Das zeigt eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft und der V.E.R.S. Leipzig GmbH unter dem Führungspersonal von 30 Versicherern in Deutschland und Österreich.

Nach Ansicht der Befragten werden die Schadenquoten bei diversen Versicherungsprodukten steigen, insbesondere bei der Betriebsschließungs-Versicherung (BSV), Veranstaltungs-Ausfallversicherungen und Reiserücktrittspolicen (23.9.2020).

Wir werden 2021 mehr hybride und mehr digitale Veranstaltungen sehen. Und damit wird auch der Absicherungsbedarf weiter steigen.

Peter Pillath, Underwriting-Manager-Commercial-Property bei Hiscox.

Starker Anstieg im Neugeschäft

Die Entwicklung der Ausfall-Versicherung war im laufenden Jahr für den Spezialversicherer wohl rasant. „Seit Mai haben wir einen starken Anstieg im Neugeschäft verzeichnet. Der digitale Trend für Events wie Konzerte, Kongresse oder Messen hat sich durchgesetzt. Die Menschen haben sich mit der Technik angefreundet“, erklärt Pillath. Konkrete Absatzzahlen nennt er nicht.

Für das kommende Jahr ist der Manager optimistisch. „Wir werden 2021 mehr hybride und mehr digitale Veranstaltungen sehen. Und damit wird auch der Absicherungsbedarf weiter steigen.“

Stärkstes Produkt bei der Gesellschaft ist immer noch die klassische Cyberversicherung. „Cyber hat sich in den letzten Jahren zum wachstumsstärksten Produkt bei Hiscox Deutschland entwickelt“, hieß es im Oktober gegenüber dem VersicherungsJournal. Rund 15.000 Unternehmenskunden würden dem Spezialversicherer nach eigenen Angaben vertrauen (16.10.2020).

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