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Mit weniger Vertretern schafft Hansemerkur mehr Neugeschäft

3.7.2019 – Mit einem Anstieg der Beitragseinnahmen um vier Prozent hat die Versicherungsgruppe den Marktdurschnitt weit übertroffen. Relativ am besten entwickelte sich die Kompositversicherung. Die Prämien in Leben gingen dagegen um mehr als drei Prozent zurück. Die Ausschließlichkeits-Organisation schrumpfte deutlich, konnte dies aber durch bessere Produktivität ausgleichen. Die ersten fünf Monate 2019 hielt das Wachstum an.

Die Hansemerkur-Versicherungsgruppe hat im abgelaufenen Jahr die Brutto-Beitragseinnahmen auf 2,05 Milliarden Euro erhöht. Das ist gegenüber dem Vorjahr (VersicherungsJournal 25.4.2018) ein Plus von 4,0 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte die Wachstumsrate 5,1 Prozent betragen.

Der Branchentrend von 2,1 Prozent Zuwachs in 2018 (VersicherungsJournal 29.1.2019) und 1,7 Prozent in 2017 (VersicherungsJournal 31.1.2018) wurde jeweils deutlich übertroffen.

Drei Viertel der Beitragseinnahmen entfallen auf den Geschäftszweig Kranken- und Pflegeversicherung. Hier wurden 1,54 Milliarden Euro erlöst, 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Branchentrend in dieser Sparte lag laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in abgelaufenen Geschäftsjahr bei 1,7 Prozent.

Plus an Voll- und Zusatzversicherten

Eberhard Sautter (Bild: Meyer)
Eberhard Sautter (Bild: Meyer)

28 Prozent der Mehreinnahmen der Hansemerkur resultiert aus Beitragsanpassungen, der Rest aus Bestandszuwächsen. Das erläuterte Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Hamburg.

Bei der Hansemerkur Krankenversicherung AG stieg die Zahl der Vollversicherten um drei Prozent auf 257.000 und die der Zusatzversicherten mit laufenden Policen um ein Prozent auf gut 1,24 Millionen.

Die Hansemerkur Speziale Krankenversicherung AG hat bis Ende 2018 7,3 Millionen Kunden der Optikerkette Fielmann in Deutschland und Österreich mit Brillenversicherungen versorgt, drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Die 2015 übernommene Advigon Versicherung AG (VersicherungsJournal 2.10.2015) ist die kleinste Firma der Gruppe in dem Geschäftsfeld. Sie verbuchte Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft von 69 Millionen Euro nach 56 Millionen Euro im Vorjahr.

Bestandsverlust in Leben

Die Bruttobeiträge im Segment Risiko- und Altersvorsorge sanken um 3,4 (Vorjahr 10,9) Prozent auf 213,6 Millionen Euro. Darin sind 35,6 (Vorjahr 42,7) Millionen Euro Einmalbeiträge enthalten. Das Neugeschäft ging um 5,1 Prozent auf 309,8 Millionen Euro Wertungssumme zurück.

Im Geschäftsfeld „Reise und Freizeit“ sind die Hansemerkur Reiseversicherung AG und die BD24 Berlin Direkt Versicherung AG tätig. Zusammen haben sie 2018 Beitragseinnahmen von 219,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Das waren 0,2 (Vorjahr 8,2) Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Schaden- und Unfallversicherung ist mit Beitragseinnahmen von 75,9 Millionen Euro der kleinste Geschäftszweig des Konzerns. Mit einem Anstieg der Prämien um 11,5 (16,4) Prozent ist es gleichzeitig weiterhin das dynamischte.

40 Prozent des Neugeschäfts wird online abgeschlossen

Das Wachstum wurde mit weniger Personal eingefahren. Zwar wurde der angestellte Innen- und Außendienst um 44 Stellen aufgestockt, aber gleichzeitig sank die Zahl der selbstständigen Vertreter um 63 auf 699 (minus 8,3 Prozent).

Zu dem Vermittlerschwund sagte Vertriebsvorstand Eric Bussert: „Es wird immer schwerer, hochwertige Berater zu gewinnen.“ Dennoch bleibt die Ausschließlichkeits-Organisation im Fokus: „Wir planen, uns in allen Vertriebswegen weiterzuentwickeln.“

Das mit weniger Mitarbeitern trotzdem mehr Neugeschäft eingefahren wurde, führt der Vertriebschef darauf zurück, dass die Produktivität erhöht wurde. Inzwischen würden 40 Prozent der Verträge online abgeschlossen.

Kennzahlen 2018 der Hansemerkur im Überblick (Bild: Hansemerkur)
Kennzahlen 2018 der Hansemerkur im Überblick. 1 selbst abgeschlossenes Geschäft beziehungsweise gesamt: einschließlich übernommenes Geschäft Geschäftsfeld Reise und Freizeit, 2 ohne Ausgleichsposten für die Anteile der anderen Gesellschafter, 3 Definition Überschuss: Geschäftsfeld Gesundheit und Pflege/Risiko- und Altersvorsorge: Jahresüberschuss vor Ertragssteuer und vor Zuführung erfolgsabhängige RfB; Geschäftsfeld Reise und Freizeit/Schaden und Unfall: Jahresüberschuss vor Ertragssteuer und vor Veränderung Schwankungsrückstellung; Sonstige: Jahresüberschuss vor Ertragssteuer, 4 ohne fondsgebundene Versicherung, 5 inklusive Renten-Deckungsrückstellung. (Bild: Hansemerkur)

Eigenkapital gestiegen

Mit seinen Kapitalanlagen hat der Konzern eine Nettoverzinsung von 3,5 (Vorjahr 4,7) Prozent erzielt. Die laufende Durchschnittsverzinsung betrug 3,6 (3,7) Prozent.

Der Konzernüberschuss sank um 0,6 Prozent auf 328,6 Millionen Euro und das Eigenkapital stieg um 16,3 (17,6) Prozent auf 582,3 Millionen Euro.

Plus und Minus im ersten Quartal

In den ersten Monaten 2019 haben sich die Trends überwiegend fortgesetzt. Die Kundenzahl stieg bis Juni um 300.000 auf 10,7 Millionen.

Das Neugeschäft wuchs bis Mai im Geschäftsfeld „Risiko- & Altersvorsorge“ um 11,6 Prozent (Wertungssumme), in „Reise & Freizeit“ um 7,6 Prozent (Einmalbeiträge) und in Gesundheit um 3,1 Prozent (Monatsbeiträge).

In Schaden/Unfall brach der Absatz entgegen dem Plan um fast ein Viertel ein. Das führt Sautter darauf zurück, dass in Kürze neue Tarife auf den Markt kämen; die sollen auf Jahressicht noch ein Plus bringen.

Der Vorstand der Hansemerkur (von links): Johannes Ganser, Eric Bussert, Eberhard Sautter, Pressesprecher Heinz-Gerhard Wilkens, Holger Ehses, Raik Mildner (Bild: Meyer)
Der Vorstand der Hansemerkur (von links): Johannes Ganser, Eric Bussert, Eberhard Sautter, Pressesprecher Heinz-Gerhard Wilkens, Holger Ehses, Raik Mildner (Bild: Meyer)

Umsatzsteigerung um die Hälfte bis 2025

An den bereits im letzten Jahr formulierten Zielen bis zum Jahr 2025 hält die Gruppe fest. Dazu gehören ein nachhaltiges Beitragsaufkommen von über drei Milliarden Euro und ein Jahresüberschuss nach Steuern von mehr als 100 Millionen Euro.

Der Krankenversicherer soll in die Top zehn nach Beitragseinnahmen aufsteigen. Dazu müsste die Huk-Coburg überholt werden, die ebenfalls zu den Marktanteils-Gewinnern gehört (VersicherungsJournal 4.4.2019).

In der Kranken-Sparte hatte sie die Bruttobeiträge in 2018 um 4,4 Prozent auf 1,536 Milliarden Euro gesteigert. Das ist zwar weniger als der Hansemerkur-Konzern insgesamt erzielte, aber mehr als die 1,312 Milliarden Euro der Hansemerkur Krankenversicherung AG.

Vorstand sieht die Gruppe gut gerüstet

Für den Wachstumskurs sieht Sautter die Versicherungsgruppe gut gerüstet. So sei die Markenbekanntheit von 2010 bis 2019 von 57 auf 79 Prozent gestiegen. Dazu hätten ein neuer Markenauftritt und eine Werbekampagne beigetragen. Auch die Bilanzen seien in Ordnung: „Wir kommen mit den sinkenden Zinsen sehr gut zurecht.“

Zum PKV-Geschäft sagte der Konzernchef: „Wir haben angefangen, im Beamtenmarkt mehr Gas zu geben.“ In der Sparte sieht er sich mit niedrigen Kosten, fortgeschrittener Digitalisierung und zusätzlichen Services gut aufgestellt: „Wir wollen der erste Ansprechpartner unserer Kunden in allen Gesundheitsfragen sein.“

Positiv sieht Sautter auch die Personalentwicklung: „Solange die Hansemerkur weiter ertragreich wächst, kann sie es sich leisten, alle Mitarbeiter mitzunehmen.“ Die Belegschaft sei überwiegend bereit und in der Lage, auch neue Herausforderungen anzunehmen. Mit Hilfe des Unternehmens könnten sie sich für neue Aufgaben qualifizieren. Die gebe es immer wieder, zuletzt zum Beispiel in der Regulatorik, IDD und Geldwäsche.

Die Geschäftsberichte stehen auf der Unternehmensseite zum Herunterladen bereit.

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