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Ab wann die Altersrente über der Grundsicherung liegt

16.9.2020 – Vor rund zwei Jahren musste rechnerisch ein Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsgehalt über 27 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um Anspruch auf eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten. Im Jahr 2000 waren es noch 23 Jahre. In der Zukunft könnten die notwendigen Beitragsjahre sogar eher steigen als abnehmen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

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Der Höhenunterschied zwischen der durchschnittlichen ausbezahlten gesetzlichen Altersrente mit einem Nettobetrag vor Steuern von 954 Euro und der durchschnittlichen Grundsicherung im Alter (eine Sozialhilfeleistung) mit einem Bruttobedarf von 813 Euro lag 2019 unter 150 Euro. Dies zeigen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Anstieg auf rund 28 GRV-Beitragsjahre prognostiziert

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) muss mit Stand 2018 ein Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsverdienst 27,4 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) einzahlen, damit seine Altersrente überhaupt die Höhe der Grundsicherung erreicht.

Zur Jahrtausendwende, also im Jahr 2000, waren es noch 23,2 Jahre. Zwar wird gemäß DIW bis 2025 mit einem Rückgang auf 26,5 Jahren gerechnet. Bis 2038 wird aber ein Anstieg auf rund 28 notwendige GRV-Beitragsjahre prognostiziert

Berechnungen von Altersrente und Grundsicherung

Grundlage für diese Aussagen sind Simulationsberechnungen auf Basis des durchschnittlichen Gehalts eines gesetzlich Rentenversicherten. 2018 lag dies noch bei monatlich 3.184 Euro, 2020 bereits bei 3.380 Euro.

Die DIW-Berechnungen bis zum Jahr 2045 haben ergeben, dass künftig die Anzahl dieser Mindestbeitragsjahre, also der Jahre, die ein Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsgehalt für eine Altersrente auf Grundsicherungsniveau in die GRV einzahlen muss, noch weiter steigen könnte. Ein Grund dafür sieht der DIW in der Entwicklung der Wohnkosten, denn bei der Berechnung der Grundsicherung spielen diese eine maßgebliche Rolle.

Regelbedarf und Unterhaltskosten fließen ein

Die Höhe der Grundsicherung setzt sich aus verschiedenen Positionen zusammen. Eine davon ist ein festgelegter Regelbedarf je nach Anzahl der Personen eines Haushaltes. Dieser soll die Ausgaben des täglichen Lebens von Lebensmittel, Bekleidung bis hin zu Reparatur und Neuanschaffungskosten eines Haushaltes abdecken.

Eine weitere Position bezieht sich auf die Unterkunftskosten wie Miete, Heizungs-, Strom- und Wasserkosten. Bei der Grundsicherung werden auch Kosten für eine angemessene Kranken-, Pflege- und Sterbegeldversicherung sowie für einen möglichen Mehrbedarf für bestimmte Personengruppen wie Gehbehinderte, die im Vergleich zu anderen zusätzliche Kosten haben, berücksichtigt.

In der DIW-Studie wurde das verwendete Grundsicherungsniveau auf Basis eines Ein-Personen-Haushalts ohne Mehrbedarf ermittelt.

Grundsicherungsniveau hängt auch vom Mietniveau ab

Bei Regionen mit hohen Mietkosten werden höhere Unterkunftskosten übernommen als bei Regionen mit einem niedrigen Mietniveau. Damit hängt die Höhe der Grundsicherung auch von Mietniveau ab. Laut DIW gilt daher: „Dort, wo die Wohnkosten schon hoch sind und noch weiter steigen dürften, etwa in großen Städten und Ballungszentren, wird die Mindestbeitragszeit zur Vermeidung von Grundsicherung im Alter wohl stärker steigen als andernorts.“

„Besonders in großen Städten lebende Menschen mit unterdurchschnittlichen Gehältern müssen länger in die Rentenversicherung einzahlen, um später mehr rauszubekommen als eine Rente auf Grundsicherungsniveau“, sagt Johannes Geyer, stellvertretender Leiter der Abteilung Staat am DIW Berlin.

Informationen zur Grundsicherung

Informationen, wer einen Anspruch auf eine Grundsicherung im Alter hat und wie diese Leistung zu beantragen ist, enthalten die Webauftritte der DRV und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie die herunterladbare DRV-Broschüre „Die Grundsicherung: Hilfe für Rentner“.

Nach Angaben des DRV sollte jeder, der im Rentenalter ein monatliches Gesamteinkommen, also Altersrente zuzüglich sonstige Einkünfte, von durchschnittlich unter 893 Euro hat, beim Sozialamt prüfen lassen, ob er nicht einen Anspruch auf eine Grundsicherung im Alter hat.

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