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Allianz und Presseversorgung senken Überschussbeteiligung

3.12.2019 – Die Allianz reduziert die laufende Verzinsung für 2020 um 0,30 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent (Klassik) beziehungsweise 2,60 (Vorsorgekonzept „Perspektive“). Das Versorgungswerk der Presse senkt um ebenfalls 0,3 Prozentpunkte ab – auf 2,80 Prozent („Perspektive“) und 2,7 Prozent (klassische Verträge).

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Am Montag hat die Allianz Lebensversicherungs-AG bekannt gegeben, welche Verzinsung des Deckungskapitals sie ihren Lebensversicherungs-Kunden im kommenden Jahr gutschreibt.

Allianz reduziert laufende Verzinsung um 0,30 Prozentpunkte

Der Marktführer (VersicherungsJournal 11.11.2019, 14.10.2019) passt die Überschussbeteiligung für 2020 im Umfeld von Null- und Negativzinsen „moderat nach unten an“, wird in einer Pressemeldung mitgeteilt. Klassik-Kunden erhalten damit eine laufende Verzinsung von 2,50 Prozent.

Für das im Sommer vor sechs Jahren eingeführte Vorsorgekonzept „Perspektive“ (8.7.2013, 25.7.2013) wurde die laufende Verzinsung auf künftig 2,60 Prozent des Deckungskapitals festgesetzt.

Das sind 0,30 Prozentpunkte weniger als im laufenden sowie in den beiden Jahren davor (4.12.2018, 5.12.2017). Davor hatte das Unternehmen die Zinssätze mehrfach abgesenkt (7.12.2016, 10.12.2015, 4.12.2014). Eine Vier stand letztmalig 2012 vor dem Komma (8.12.2011).

Überschussdeklaration Allianz Leben (Bild: Wichert)

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, liegt die gesamte Performance inklusive aller nicht näher benannten Komponenten 2020 bei 3,1 Prozent (Klassik) beziehungsweise 3,4 Prozent („Perspektive“).

Allianz: Nach Verträgen und Beiträgen unangefochten an der Spitze

Die Allianz hat laut dem Map-Report Nummer 911 – „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2018“ (4.11.2019) annähernd 21,9 Milliarden Euro Bruttoprämien verdient. Das entspricht einem Marktanteil von 24,8 Prozent und bedeutet unangefochten die Spitzenposition im deutschen Markt.

Mit einem Vertragsbestand von rund über 10,9 Millionen Hauptversicherungen (Marktanteil: 13,2 Prozent) ist die Gesellschaft ebenfalls Marktführer. Der Bestand an Hauptversicherungen setzte sich zu knapp der Hälfte aus Rentenversicherungen sowie einem guten Viertel Kollektivversicherungen zusammen. In letztgenannte Kategorie fallen vornehmlich Lösungen der betrieblichen Altersversorgung (bAV).

Bei rund einem Sechstel liegt der Anteil der Kapitallebens-Versicherungen. In etwa ein Dreizehntel entfällt auf die Kategorie „sonstige Lebensversicherungen“. Hierzu zählen insbesondere Fondspolicen.

Beim Neuzugang reichte es den Map-Report-Daten zufolge mit fast 700.000 neuen Kontrakten ebenfalls zum Spitzenplatz. Neuverträge akquiriert das Unternehmen hauptsächlich in den Segmenten Renten- und Kollektivversicherung. Der Anteil beträgt jeweils beinahe 40 Prozent. Circa ein Siebtel ist der Kategorie „Sonstige“ zuzuordnen.

Auch Presseversorgung senkt um 0,30 Prozentpunkte

Am Montag hat auch die Versorgungswerk der Presse GmbH ihre Überschussdeklaration für 2020 veröffentlicht. Für das Vorsorgekonzept „Perspektive“ der Presseversorgung liegt die laufende Verzinsung für 2020 bei 2,80 Prozent. Bei klassischen Verträgen sind es künftig 2,70 Prozent. Dies sind jeweils 0,30 Prozentpunkte weniger als im laufenden Jahr (7.12.2018).

Die Produktkonzeption ist nach Angaben eines Unternehmenssprechers zu 100 Prozent an die Allianz-Welt („Perspektive“ und „Klassik“) angelehnt. Dabei sei das Versicherungsrisiko auf ein Konsortium ausgelagert, das von der Allianz Lebensversicherung angeführt wird.

Die Produkte seien mit einem eigenen Sicherungsvermögen hinterlegt, was eine unabhängige Überschussbeteiligung ermögliche, so der Sprecher weiter (12.12.2017).

Die gesamte Performance bei „Perspektive“ wird inklusive unverändert 0,90 Prozent Schlusszahlung mit 3,70 Prozent angegeben. Bei den klassischen Policen sind es einschließlich Schlussüberschuss von 0,70 Prozent insgesamt 3,40 Prozent.

Weitere Deklarationen für 2020

In den letzten Wochen haben einige weitere Anbieter ihre Deklarationen für 2020 veröffentlicht. Dabei hatte bisher nur die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. (26.11.2019) und die Nürnberger Lebensversicherung AG (2.12.2019) die laufende Verzinsung reduziert, und zwar um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Für Klassik-Kunden der beiden Unternehmen liegt der Wert bei 2,25 Prozent. Für „Neue Klassik“-Verträge der Alten Leipziger sind es 2,35 Prozent.

Die Ideal Lebensversicherung a.G. (VersicherungsJournal 18.10.2019) bietet ihren Kunden unverändert 3,3 Prozent. Dies gilt für die Klassik wie auch für das vor gut vier Jahren auf den Markt gebrachte Produkt „Ideal Universal Life“ (22.7.2015, 23.11.2015).

Ebenfalls keine Veränderung hat die Axa Lebensversicherung AG vorgenommen und bietet ihren Kunden erneut eine laufende Verzinsung von 2,9 Prozent des Deckungskapitals. Dies gilt auch für ihre Zweigniederlassung DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung (7.11.2019).

Auch die beiden DEVK-Lebensversicherer haben keine Veränderung vorgenommen. So erhalten Kunden der DEVK Allgemeinen Lebensversicherungs-AG auch im kommenden Jahr 2,50 Prozent. Beim DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungs-Verein a.G. bliebt es bei 2,70 Prozent (29.11.2019).

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