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Beitragsbemessungs-Grenzen steigen auch 2020 auf breiter Front

10.10.2019 – Im kommenden Jahr steigen die Beitragsbemessungs-Grenzen in der Renten- sowie in der Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die Versicherungspflicht-Grenze in der Krankenversicherung wird nach der am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedeten „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2020“ erhöht.

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Anfang 2020 wird die bundesweit geltende Versicherungspflicht-Grenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) um 1.800 Euro beziehungsweise etwa drei Prozent auf 62.550 Euro angehoben.

Dies ist der am Mittwoch vom Kabinett verabschiedeten „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2020 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020)“ (PDF, 121 KB) zu entnehmen. Diese ist identisch mit dem Entwurf aus dem September (VersicherungsJournal 9.9.2019).

Wechsel in PKV wird erschwert

Damit wird der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 5.212,50 (2019: 5.062,50) Euro möglich. Was beim Überschreiten dieser Grenze zu beachten ist, um tatsächlich in die PKV wechseln zu können, hat Versicherungsmakler Sven Hennig in einem Blogbeitrag erläutert (VersicherungsJournal Medienspiegel 5.9.2019).

Formal muss der Bundesrat der Verordnung zwar noch zustimmen. Diese Zustimmung gilt als reine Formsache, da die Veränderung der Grenzwerte festen mathematischen Vorgaben folgt, nämlich der Entwicklung der Löhne und Gehälter im Vorjahr, aktuell also 2018.

Die Steigerung bezifferte das BMAS auf 3,12 Prozent im Bundesgebiet – in den alten Bundesländern waren es den Angaben zufolge 3,06 Prozent, in den neuen Bundesländern 3,38 Prozent.

Beitragsbemessungs-Grenzen steigen

Laut der Verordnung erhöhen sich auch die Beitragsbemessungs-Grenzen (BBG) in der Sozialversicherung. In der allgemeinen Rentenversicherung gilt ab dem kommenden Jahr eine BBG von 82.800 (2019: 80.400) Euro im Westen beziehungsweise 77.400 (73.800) Euro im Osten. Über diesen Grenzbetrag hinausgehende Einkünfte sind beitragsfrei.

In der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die bundesweit geltende Beitragsbemessungs-Grenze von 54.400 Euro auf 56.250 Euro.

Rechengrößen der Sozialversicherung 2020* in Euro

Jahr

Monat

Versicherungspflicht-Grenze Kranken- und Pflegeversicherung

62.550 (60.750)

5.212,50 (5.062,50)

Beitragsbemessungs-Grenze Kranken- und Pflegeversicherung

56.250 (54.450)

4.687,50 (4.537,50)

Beitragsbemessungs-Grenze allgemeine Rentenversicherung und Arbeitslosen-Versicherung West

82.800 (80.400)

6.900 (6.700)

Beitragsbemessungs-Grenze allgemeine Rentenversicherung und Arbeitslosen-Versicherung Ost

77.400 (73.800)

6.450 (6.150)

Auswirkungen auf die Beitragsbelastung

Aufgrund der neuen Sozialversicherungs-Grenzwerte steigt der durchschnittliche Höchstbeitrag der GKV um 21,90 Euro auf 684,38 monatlich. Die Pflegeabsicherung wird maximal fast fünf Euro teurer; Eltern zahlen dann maximal 142,97 Euro monatlich und Kinderlose 154,69 Euro.

In der allgemeinen Rentenversicherung nimmt der Höchstbeitrag um drei Prozent auf 1.283,40 Euro im Westen und um 4,9 Prozent auf 1.199,70 Euro in den neuen Bundesländern zu.

Höchstbeiträge in der Sozialversicherung 2020*

West

Ost

Krankenversicherung**

726,56 (662,48)

726,56 (662,48)

Pflegeversicherung***

Eltern: 142,97 (138,39)

Kinderlose: 154,69 (149,74)

Eltern: 142,97 (138,39)

Kinderlose: 154,69 (149,74)

Allgemeine Rentenversicherung

1.283,40 (1.246,20)

1.199,70 (1.143,90)

Arbeitslosen-Versicherung

172,50 (167,50)

161,25 (153,75)

Auch Bezugsgröße erhöht sich

Auch die Bezugsgröße in der Sozialversicherung wird erhöht – und zwar in den alten Bundesländern von 3.115 Euro auf 3.185 pro Monat. In den neuen Bundesländern steigt dieser Wert von 2.870 Euro auf 3.010 Euro.

Die Bezugsgröße bildet nach BMAS-Angaben eine wichtige Grundlage in der Sozialversicherung, etwa für die Beitragsberechnung von versicherungs-pflichtigen Selbstständigen in der Rentenversicherung oder für die Festsetzung der Mindestbeitrags-Bemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der GKV.

Das vorläufige sogenannte Durchschnittsentgelt (durchschnittlicher Brutto-Lohn und -Gehalt eines beschäftigten Arbeitnehmers) in der gesetzlichen Rentenversicherung wird für das Jahr 2020 bundeseinheitlich auf 40.551 (38.901) Euro festgesetzt.

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