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Dax-Konzerne kämpfen mit hohen Pensionslücken

12.8.2019 – Das anhaltend niedrige Zinsniveau stellt die Pensionsmanager der Dax-Konzerne vor Herausforderungen. Nach einer Studie von Flossbach von Storch betragen die Verpflichtungen der Großunternehmen mittlerweile über 400 Milliarden Euro, davon seien nur rund 250 Milliarden ausfinanziert und die Pensionslücke werde größer, warnt die Fondsgesellschaft.

Die anhaltend niedrigen Zinsen belasten die deutschen Großunternehmen und erhöhen die Pensionslasten für die Betriebsrenten der 30 Dax-Konzerne.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Fondsgesellschaft Flossbach von Storch AG. Das „zunehmend festzementierte Niedrigzinsumfeld“ verheiße für die Pensionsmanager nichts Gutes. „Die Herausforderungen wachsen“, fasst Kai Lehmann, Senior Research Analyst bei dem Unternehmen, die Auswertung zusammen.

Pensionslücke beträgt 146 Milliarden Euro

Die Untersuchung beziffert die Pensionsversprechen (Stand Ende Juni) auf rund 411,1 Milliarden Euro. Dies entspreche dem höchsten jemals von den Dax-Konzernen ausgewiesenen Wert. Davon seien nur rund 250 Milliarden Euro ausfinanziert. Die Lücke beträgt entsprechend 146 Milliarden Euro.

Spitzenreiter bei den Verpflichtungen sind laut Flossbach von Storch der Volkswagen-Konzern, Siemens und Daimler.

Zum Hintergrund führt Studienautor Lehmann aus: „Nachdem zum Ende des vergangenen Jahres der positive Effekt leicht gestiegener Rechnungszinsen von einem turbulenten letzten Quartal an den Kapitalmärkten konterkariert wurde, dreht sich der Effekt nun um.“

Sinkende Renditen wirken sich aus

Sinkende Renditen sorgten im laufenden Jahr für steigende Verpflichtungen, „die von der freundlichen Entwicklung an den Kapitalmärkten lediglich eingeschränkt kompensiert worden sein dürften“, so der Analyst weiter. Schwache Ausfinanzierungsgrade und niedrige Aktienquoten beim ausgelagerten Vermögen würden ein Reduzieren der Pensionslücke aber verhindern.

Da sich am aktuellen Zinsniveau nichts ändern dürfte und sich die Anlagestrategie der Pensionsmanager nicht den Gegebenheiten des Kapitalmarktes anpasse und chancenreicher gestaltet werde, werde hier keine Verbesserung eintreten, so Lehmann.

2018 lagen Pensionsverpflichtungen unter 400 Milliarden

Wie sich die Versorgungswerke der größten börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland 2018 entwickelt haben, zeigte die Studie „Dax Pensionswerke 2018“ der Versicherungsberatung Willis Towers Watson GmbH (WTW) (VersicherungsJournal 29.3.2019).

Nach der Modellrechnung von WTW sanken die Pensionsverpflichtungen im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf 364 Milliarden Euro. Etwas stärker gaben die Pensionsvermögen nach: um 5,4 Prozent auf 244 Milliarden Euro (Vorjahr: 258; 2.2.2018). Der spezifische Ausfinanzierungsgrad blieb trotz der Verluste nahezu stabil bei 67 Prozent, so die Aussage.

Auch KMU stehen vor Herausforderungen

Aber nicht nur deutsche Großkonzerne haben mit ihren Verpflichtungen gegenüber der Belegschaft zu kämpfen. Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen hier vor speziellen Herausforderungen.

Auf eine finanzielle Unterdeckung bei Pensionszusagen für Gesellschafter-Geschäftsführer von KMU wies eine Auswertung von 93 Pensionszusagen durch die Beratungsgesellschaft für betriebliche Versorgungssysteme GmbH (BBVS) hin (14.6.2019). Hier bestand bei 95 Prozent der begutachteten Zusagen eine Lücke.

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