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Finanztest: Wie D&O-Policen im Vergleich abschneiden

18.11.2020 – Erstmals hat die Stiftung Warentest Haftpflicht-Versicherungen für Chefs und Führungskräfte einem Vergleich unterzogen und dafür zwei Modellkunden in unterschiedlichen Positionen definiert. Für den Test haben nur fünf Versicherer und ein Assekuradeur Angebote eingereicht. Eine Bewertung der Tarife gab es nicht.

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In der Dezember-Ausgabe stellt die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift Finanztest einen Vergleich zur Managerhaftpflicht vor. Im Fokus des Heftberichts stehen die Fragen, welche Policen für Führungskräfte auf dem Markt sind und wie sich die Angebote für Versicherungsnehmer unterscheiden.

Ein Ergebnis der Tester: Die Versicherer würden sich jeden Kandidaten genau ansehen und entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen sie Schutz böten. Das heißt, es gibt keinen Versicherungsschutz von der Stange, sondern nur individuell abgestimmte Offerten.

Die Empfehlung von Finanztest lautet dazu: „Richtiger Ansprechpartner für die Suche nach gutem und günstigem Versicherungsschutz ist ein auf D&O-Policen spezialisierter Makler, der möglichst schon Erfahrungen mit der Branche hat.“

Kaum Rückläufer von Versicherern

Für ihren Test hat die Zeitschrift zwei Modellfälle entworfen und nach eigenen Angaben bei rund 140 Versicherern nach entsprechenden Tarifen gefragt. Das Ergebnis bezeichnet die Redaktion als „mager“. Gerade mal sechs Versicherer legten für die erste Musterkundin, eine Geschäftsführerin, einen Vorschlag auf den Tisch. Im zweiten Fall, für einen leitenden Angestellten, gab es sogar nur zwei Offerten.

Im ersten Vergleich der Managerhaftpflicht von Finanztest ist die jeweilige Führungskraft versichert und nicht das Unternehmen. Es gibt dabei keinen generellen Selbstbehalt.

Der erste von der Redaktion definierte Modellfall ist eine 45-jährige angestellte Alleingeschäftsführerin einer GmbH für IT-Systemtechnik. Das Unternehmen setzt neun Millionen Euro im Jahr um (Geschäftsergebnis positiv). Die Managerin ist keine Gesellschafterin der GmbH. Hier wurden zwei Angebote angefragt: für eine Versicherungssumme von einer Million Euro und zehn Millionen Euro.

Der zweite Musterkunde ist 45 Jahre alt, angestellt mit Personalverantwortung in einer im Inland tätigen GmbH für Softwareentwicklung. Er ist zuständig für Marketing und Vertrieb. Der Jahresumsatz beträgt 45 Millionen Euro, Geschäftsergebnis positiv. Die Versicherungssumme beträgt fünf Millionen Euro.

Weitere Details zur Untersuchung, Methodik und den Vorgaben stellt Finanztest auf seiner Webseite zur Verfügung. Eine Bewertung der Tarife nahm die Redaktion nicht vor.

Magere Ausbeute der Angebote

Eine Vorgabe von Finanztest war die sogenannte „Rückwärtsversicherung“, die den Kunden vor Spätfolgen von Fehlern schützt, die vor Abschluss des Vertrags lagen. „Alle Policen im Test decken Schäden aufgrund vor Vertragsschluss begangener Pflichtverletzungen, sofern sie bei Vertragsschluss nicht bekannt waren“, heißt es dazu im Heftbericht.

Laut Auswertung der Redaktion bieten die Markel International Insurance Company Ltd., Niederlassung Deutschland und die Zurich Gruppe Deutschland die günstigsten Angebote für die im ersten Fall definierte Modellkundin, die Geschäftsführerin der GmbH für IT-Systemtechnik.

Für den leitenden Angestellten im Modellfall zwei reichten nur Markel und Zurich überhaupt zwei Offerten auf die Anfrage der Zeitschrift ein.

Finanztest: Vergleich Managerhaftpflicht, Modellfall 1: Geschäftsführerin einer GmbH

Anbieter

Tarif

Jahresbeitrag in Euro für

Versicherungssumme eine Mio. Euro

Versicherungssumme zehn Mio. Euro

Axa XL

XL Management Haftpflicht Individual

6.843**

Keine Angabe

Hiscox SA, Niederlassung für Deutschland

Persönliche D&O

1.146

13.090

Markel

Pro Persönliche D&O

922

10.026

R+V Versicherung AG

Persönliche D&O*

1.468***

Keine Angabe

VOV GmbH

Chefsache

1.309

11.781

Zurich

Organhaftpflicht Individual

774

Keine Angabe

Finanztest: Vergleich Managerhaftpflicht, Modellfall 2: leitender Angestellter einer GmbH

Anbieter

Tarif

Jahresbeitrag in Euro für Versicherungssumme fünf Mio. Euro

Markel

Pro Persönliche D&O

3.772

Zurich

Organhaftpflicht Individual

3.481

Ausnahmen bei den Angeboten der Versicherer

Finanztest weist im Vergleich noch auf eine Ausnahme bei der Police der R+V hin: Hier löse bereits ein Fehler des versicherten Managers den Versicherungsfall aus. Die Gesellschaft zahle auch, wenn erst nach langer Verzögerung und nach Ablauf der Police Ersatzforderungen wegen Pflichtverletzungen aus der Laufzeit kämen.

Der Nachteil: Spätfolgen, Fehler, die vor Vertragsabschluss lagen, seien zunächst nicht versichert. Dafür greife erst die Rückwärts-Versicherungsklausel, wie sie alle Angebote im Vergleich enthielten, so auch der R+V-Tarif.

Bei den Offerten von Axa, Markel, VOV und Zurich würden die Verteidigungskosten zumindest teilweise auf die Versicherungssumme angerechnet. „Für den Schadenersatz steht dann weniger Geld zur Verfügung“, heißt es dazu im Heftbericht.

Die aktuelle Ausgabe von Finanztest ist für 6,10 Euro im Handel erhältlich und kann für 4,99 Euro heruntergeladen werden. Der Beitrag zur Managerhaftpflicht kostet online 2,50 Euro.

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