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Hilfen für Corona-Geschädigte: Ruheversicherung und Stundung

26.3.2020 – Gothaer und Coface bieten ihren Unternehmerkunden in der Krise Erleichterung, HDI sowie Nürnberger helfen Ärzten, die für Kollegen „einspringen“. Die R+V sowie die Hansemerkur machen sich beziehungsweise ihren Kunden digitale Technik zu Nutze. Die LV 1871 und die Bayerische passen ihre Stundungsregeln an.

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Die Gothaer Allgemeine Versicherung AG bietet ihren Unternehmerkunden in der Kraftfahrtzeug-Haftpflichtversicherung die beitragsfreie Ruheversicherung ohne amtliche Stilllegung an. Die Regelung gilt für alle Nutzfahrzeuge wie Lieferwagen, Lkw, Sattelzugmaschinen, für (Klein-) Busse sowie für Taxen und Mietwagen. Die Soforthilfe kann bis zum 30. April 2020 in Anspruch genommen werden.

Stunden statt kündigen von Lebensversicherungen

Bei den Tarifen der Lebensversicherung von 1871 a. G. München kann leichter gestundet werden. Für die Vertriebspartner hat die erleichterte Stundung den Vorteil, dass die Kunden weniger stornieren. Damit fällt zunächst beim Vertrieb keine unmittelbare Rückbelastung der Vergütung an.

Bei der LV 1871 können nun ohne Angabe eines Grundes Stundungen formlos für bis zu zwölf Monate beantragt werden. Anders als bei einer Beitragsfreistellung besteht dann auch während des Stundungszeitraumes voller Versicherungsschutz.

Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung der LV 1871 ist eine Stundung ab einem Vertragsguthaben von 500 Euro möglich, statt bedingungsgemäß 1.000 Euro; bei „MeinPlan Kids“ ab 100 Euro. Die „Golden BU“ und die „Delta Direkt Risiko-Lebensversicherung“ können gestundet werden, wenn die Verträge seit mindestens sechs Monaten bestehen – statt bedingungsgemäß seit zwölf Monaten. Diese Regelung ist zunächst bis 30. Juni 2020 befristet.

Verschieben und verzögern von Versicherungsverträgen

Die Versicherungsgruppe die Bayerische meldet, dass sie die Rückbelastung beim Storno von Lebensversicherungen an den Vertrieb um zwölf Monate verzögert. Dies gilt auch für die Verträge, die vor längerer Zeit abgeschlossen wurden, sich aber noch in der Haftungszeit befinden.

Lebensversicherungs-Kunden können den Vertragsbeginn ihrer Verträge mit einer Risikoprüfung um bis zu sechs Monate verschieben. Die Bayerische verzichtet einzelfallabhängig auf eine erneute Gesundheitsprüfung. Befinden sich Kunden in Zahlungsschwierigkeiten, wird ein Zahlungsaufschub von bis zu drei Monaten gewährt. Der Zeitraum zur Stundung von Beiträgen wurde vertragsabhängig auf bis zu zwölf Monate verlängert.

Kompositkunden können den Beginn ihrer Versicherungsverträge um bis zu sechs Monate verschieben oder ihre Beiträge stunden. Das gilt, wenn der Vertrag nicht älter als drei Monate ist und noch keine Schäden oder Leistungsauslöser angefallen sind. Davon ausgenommen sind die Kfz-Versicherungen.

In allen Kompositversicherungen (ausgenommen für Kfz-, Rechtsschutz- und Krankenzusatz-Versicherungen) können die Beiträge freigestellt werden. Zudem bietet die Bayerische für einen Zeitraum von sechs Monaten eine kostenfreie Notfalldeckung für Einmalleistungen mit einer Maximierung von 50.000 Euro an.

Erweiterte Arzthaftpflichtdeckung im Zuge der Pandemiebekämpfung

Die HDI Versicherung AG hat ihre die Arzthaftpflichtdeckung auf unterstützende Tätigkeiten im Zuge der Bekämpfung des Coronavirus erweitert. Setzt ein niedergelassener Arzt, der mit seinem medizinischen Personal unter Quarantäne gestellt wurde, in seiner Praxis einen Vertreter oder anderweitiges medizinisches Personal ein, besteht für diese Versicherungsschutz im Rahmen der Berufshaftpflicht-Versicherung des niedergelassenen Arztes bei der HDI Versicherung.

Sollte dieser Versicherungsschutz des Praxisvertreters aus der Versicherung des Praxisinhabers nicht ausreichen, besteht Versicherungsschutz über jedweden Arzthaftpflichtvertrag des Vertreters bei der HDI. Dies ist auch der Fall, wenn der Vertreter eine ausschließliche Absicherung des sogenannten Restrisikos vereinbart hat.

Dieser Versicherungsschutz gilt auch für unterstützende Maßnahmen außerhalb von Praxen, zum Beispiel bei medizinischen Beratungen (auch telefonisch oder per Video-Chat) oder bei Probenentnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Soweit die Leistungen im Rahmen einer hoheitlichen Tätigkeit erfolgen, gelten die Grundsätze der Staatshaftung. Der Versicherungsschutz ist dann beschränkt auf einen Rückgriff bei grob fahrlässigem Handeln. Diese Regelung gilt ab sofort ohne gesonderte Bestätigung für alle bei der HDI Versicherung berufshaftpflicht-versicherte Ärzte.

Auch bei unterstützenden Maßnahmen für Mediziner in der Coronakrise

Auch die Nürnberger Versicherungen haben die Berufshaftpflicht für Mediziner erweitert. Wird ein niedergelassener Arzt mit seinem medizinischen Personal unter Quarantäne gestellt, kann er einen Vertreter oder medizinisches Personal einsetzen. Für diese Personen besteht Versicherungsschutz innerhalb der Berufshaftpflicht-Versicherung des niedergelassenen Arztes bei der Nürnberger – inklusive der persönlichen gesetzlichen Haftpflicht.

Sollte der Praxisvertreter aus der Versicherung des Praxisinhabers nicht ausreichend geschützt sein, besteht Versicherungsschutz über jedweden Arzthaftpflichtvertrag des Vertreters bei der Nürnberger. Dies ist auch der Fall, wenn der Vertreter eine ausschließliche Absicherung des sogenannten Restrisikos vereinbart hat.

Dieser Versicherungsschutz gilt ebenso für unterstützende Maßnahmen von Ärzten (auch in der Weiterbildung) außerhalb von Praxen. Also beispielsweise bei medizinischen Beratungen (auch telefonisch oder per Video-Chat) oder Probenentnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Weniger Obliegenheiten in der Kreditversicherung

Die Kreditversicherungs-Gruppe Coface hat im Zusammenhang mit der der Coronakrise vorübergehend einzelne vertragliche Regelungen für Kunden gelockert. Die Frist für die Benachrichtigung über überfällige Zahlungen (Notification of Overdue Account) wurde um 60 Tage verlängert (ähnlich wie beim Marktführer Atradius; VersicherungsJournal 26.3.2020).

Darüber hinaus räumt der Versicherer vorübergehend eine größere Flexibilität im Vertragsmanagement ein. Unternehmen sollten aber ihr sorgfältiges Risikomanagement auf keinen Fall vernachlässigen. Risikovermeidung und Schadensbegrenzung müssten weiter im Fokus bleiben, warnt der Versicherer.

Kreditversicherer versichern bekanntlich nicht nur die Ausfälle, sondern helfen auch bei der Bonitätsprüfung der gewerblichen Abnehmer im In- und Ausland. Denn die Kreditversicherungs-Kunden haben stets nennenswerte Selbstbehalte.

Konkrete Maßnahmen, insbesondere die Anpassungen von Limiten, würden selektiv vorgenommen. Angesichts der komplexen Risikolage werde „praktisch jeden Tag neu“ entschieden.

Online-Sprechstunde statt Praxisbesuch

Die R+V Krankenversicherung AG führt für ihre Vollversicherten ab April ein kostenloses Telemedizin-Angebot ein. Über eine Kooperation mit der Teleclinic GmbH können die Versicherten dann medizinischen Rat per Telefon, Video oder Chat einholen.

Die Telemediziner stellen sogar Rezepte oder Überweisungen aus und können auch krankschreiben. Patienten sind damit nicht länger an die Sprechstunden von Arztpraxen gebunden. Medizinische Fragen lassen sich rund um die Uhr auch am Wochenende, von unterwegs oder sogar aus dem Ausland klären.

Die Rechnung für das Arztgespräch erstattet die R+V Krankenversicherung nach dem jeweils versicherten Tarif. Teleclinic beschäftigt mehr als 250 Mediziner aus rund 30 Fachrichtungen, die als Primärarzt gelten. Die R+V-Kunden brauchen somit keine separate Überweisung für die Online-Fachärzte. Falls erforderlich, können die Online-Mediziner auch eine Überweisung an einen anderen Facharzt ausstellen.

Chatten mit dem „Corona-Bot“

Die Hansemerkur Krankenversicherung AG reagiert auf das hohe Informationsbedürfnis in Bezug auf das Coronavirus mit einem intelligenten „Corona-Bot“. Das System ermöglicht eine medizinische Ersteinschätzung, enthält individualisierte Handlungshinweise und beantwortet häufige Fragen zu Covid-19.

Enthalten sind außerdem nützliche Zusatzfunktionen wie eine Arzt- und Krankenhaussuche, Hinweise auf Gesundheitsämter oder Erklärungen zu Symptomen und Krankheitsbildern. Die KI-Software ist ein zugelassenes Medizinprodukt, kann aber keine ärztliche Diagnose oder einen Arztbesuch ersetzen.

Das Angebot erfolgt in Kooperation mit dem Leipziger Startup Docyet GmbH. Der Service auch Nicht-Versicherten zur Verfügung. Mit virtuellen Angeboten und zusätzlichen telemedizinischen Leistungen haben bereits die Versicherer Inter, Allianz, die Bayerische und Barmenia auf die Pandemie reagiert (25.3.2020).

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