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Mehrausgaben für Privatversicherte steigen

13.8.2019 – Das Wissenschaftliche Institut der PKV hat ermittelt, wie groß die Ausgabendifferenz wäre, wenn die Privatversicherten Leistungen wie in der GKV erhalten würden. Die PKV-Mehrausgaben für 2017 belaufen sich auf über 13 Milliarden Euro. Den größten Anteil hat die ambulante ärztliche Versorgung.

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat zum dreizehnten Mal die Leistungsausgaben für die gesetzlich und die privat Krankenversicherten in einer Studie miteinander verglichen. Grundlage der Berechnung sind dem Institut zufolge aufseiten der privaten Krankenversicherung (PKV) die Kopfschadenstatistiken des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) für Vollversicherte.

Für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bilden Daten des Bundesversicherungs-Amtes (BVA) zu den Leistungsausgaben pro Tag der GKV-Versicherten die Grundlage, die im Rahmen des Risikostruktur-Ausgleichs ermittelt werden.

Mehrumsatz für privat Versicherte: über 13 Milliarden Euro

Den Berechnungen des WIP zufolge sind 2017 durch Privatversicherte 36,45 Milliarden Euro ins Gesundheitssystem geflossen.

Der Mehrumsatz der Privatversicherten stieg nach Angaben des Instituts in dem genannten Jahr auf 13,23 Milliarden Euro. Das sind etwa 226 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: 2015 lag der Mehrumsatz bei rund 12,6 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 9.6.2017).

Mehrumsatz und Leistungsausgaben (Bild: WIP)
(Bild: WIP)

Ambulante ärztliche Sektor bleibt größte Leistungsart

Mit einem Anteil von 32,3 Prozent an den gesamten Gesundheitsausgaben der Privatversicherten ist der ambulante ärztliche Sektor die größte Leistungsart. Die Ausgaben der Patienten für die ambulante ärztliche Behandlung 2017 sind gegenüber 2016 um drei Prozent auf 11,53 Milliarden Euro angestiegen.

In der GKV sind im Jahr 2017 21 Prozent der gesamten Leistungsausgaben (38,09 Milliarden Euro) auf die ambulante ärztliche Versorgung zurückzuführen, so die WIP-Auswertung.

Insgesamt entfielen von den PKV- und GKV-Einnahmen der niedergelassenen Ärzte 23,2 Prozent auf Privatversicherte, obwohl diese nur 10,6 Prozent der Gesamtbevölkerung stellten, so die Auswertung.

Knapp sechs Milliarden Euro für Arznei- und Verbandmittel

Für Arznei- und Verbandmittel gaben Privatversicherte 2017 insgesamt 5,62 Milliarden Euro aus, was einem Plus von 4,6 Prozent gegenüber 2016 entspricht.

Die Arzneimittelausgaben der GKV im Jahr 2017 – unter Berücksichtigung von Impfstoffen, Praxisbedarf und Eigenanteilen und unter Abzug von kassenspezifischen Rabatten – lagen bei 38,51 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 3,9 Prozent.

Der Anteil der Arzneimittelausgaben von Privatversicherten, gemessen an den PKV- und GKV-Ausgaben in diesem Sektor, beträgt 12,7 Prozent.

Ausgaben für Zahnmedizin steigen kaum

Die Ausgaben der Privatversicherten in der zahnmedizinischen Versorgung, die sowohl die Zahnbehandlung als auch den Zahnersatz und die Kieferorthopädie beinhaltet, lagen im Jahr 2017 bei 4,92 Milliarden Euro. Sie haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr, mit plus 0,44 Prozent, kaum verändert.

Die GKV gab für diesen Versorgungssektor 14,08 Milliarden Euro aus, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Der Anteil der Zahnmedizin an den hier betrachten Leistungssektoren beträgt in der PKV 13,8 Prozent und in der GKV 7,8 Prozent.

Im Jahr 2017 lag der PKV-Anteil, gemessen an allen Leistungsausgaben in der zahnärztlichen Versorgung (GKV- und PKV-Versicherte), bei 25,9 Prozent.

Positive Effekte für Leistungsanbieter

Im Durchschnitt betrage der Mehrumsatz für jede Arztpraxis 54.319 Euro im Jahr, so das WIP. Das seien 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Der Effekt zugunsten der Leistungsanbieter ist vermutlich sogar noch deutlich höher, da in der Praxis noch zahlreiche Rechnungen hinzukommen, die Privatversicherte nicht zur Erstattung einreichen, um stattdessen von Beitrags-Rückerstattungen zu profitieren“, mutmaßt das Institut.

Die Studie „Mehrumsatz und Leistungsausgaben von PKV-Versicherten – Jahresbericht 2019“ kann unter diesem Link kostenlos heruntergeladen werden (PDF, 1 MB).

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