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Rentenansprüche von Frauen und Männern gleichen sich an

12.7.2019 – Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund haben sich die je nach Geschlecht unterschiedlichen Rentenansprüche angeglichen. Auffällig sind deutliche Abweichungen zwischen den alten und neuen Bundesländern. Die Differenzen zwischen Männern und Frauen sind in der privaten Vorsorge am geringsten und in der betrieblichen Altersversorgung am größten.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat untersucht, wie groß die Abstände der Anwartschaften von Frauen und Männern in der Altersvorsorge sind. Grundlage der Analyse sind Befragungen von 9.447 Personen sowie Daten aus den Versichertenkonten.

Demnach hat sich die Rentenlücke, der „Gender Pension Gap“ (GPG), in Deutschland von noch 69 Prozent im Jahr 1995 auf 53 Prozent im Jahr 2015 verringert.

Ost-West-Gefälle

Dina Frommert (Bild: Brüss)
Dina Frommert (Bild: Brüss)

In den alten Bundesländern ging der GPG zwischen 1995 von 72 Prozent bis zum Jahr 2015 auf 58 Prozent zurück. Hier zeige sich, dass viele weibliche Versicherte neben den Ausfallzeiten für Kindererziehung oft nur noch in Teilzeit gearbeitet hätten, sagte Dr. Dina Frommert aus dem Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung der Rentenversicherung am Donnerstag auf einem Pressefachseminar in Berlin.

In den neuen Bundesländern, in denen traditionell Frauen in Vollzeit beschäftigt waren, betrug der GPG im Jahr 1995 noch 45 Prozent und sank auf 28 Prozent im Jahr 2015.

Vor allem soziale Elemente hätten auch in den alten Bundesländern zu einer Reduzierung des GPG geführt, sagte Frommert. Lag der Unterschied bei den älteren Jahrgängen noch bei 31 Prozent (Anwartschaften Frauen 747 Euro, Männer 1087), so sank die Differenz für die 40-jährigen auf elf Prozent (Frauen 493 Euro – Männer 556 Euro).

Geholfen hat hierbei auch die Anhebung der Mütterrente in zwei Schritten für Mütter, die vor 1992 Kinder bekommen haben, führte Frommert aus.

In den neuen Ländern stehen jüngere Frauen besser da

Untersucht wurde auch die durchschnittliche Höhe der Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland im Jahr 2016 für die Alterskohorten von 40 bis 44 Jahre sowie 55 bis 59 Jahre, die keine weiteren Anwartschaften in einem Regelsicherungssystem hatten.

Bei den jüngeren Frauen in den neuen Bundesländer zeigte sich eine Umkehr beim GPG: Die Männer lagen mit einer durchschnittlichen Anwartschaft von 490 Euro um sechs Prozent hinter der der weiblichen Versicherten (517 Euro). Frommert begründete dies mit dem schwierigen Arbeitsmarkt in den neuen Ländern. Bei den älteren Jahrgängen blieb der Unterschied zugunsten der Männer mit fünf Prozent gering.

In der privaten Altersvorsorge ist die Rentenlücke am geringsten

Betrachtet man die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern nach den unterschiedlichen Alterssicherungs-Systemen, dann ist dieser in der privaten Altersvorsorge mit 14 Prozent am geringsten.

Die größte Lücke mit 60 Prozent besteht nach den Daten-Auswertungen in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Als einer der Gründe wurde genannt, dass viele Arbeitnehmerinnen in Branchen arbeiten, in denen es keine oder nur geringe bAV-Angebote gibt.

In der gesetzlichen Rentenversicherung liegt der GPG bei den über 65-Jährigen bei 45 Prozent. Besser schneidet die Zusatzversorgung im Öffentlichen Dienst mit 37 Prozent ab. Über alle Alterseinkommen hinweg errechnete die Rentenversicherung eine Lücke von 53 Prozent.

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