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Riester-Vorsorge weiter auf Talfahrt

11.7.2019 – Der Bestand an staatlich geförderten privaten Altersvorsorge-Verträgen ist zwischen Januar und März netto um mehr als 30.000 auf nur noch leicht über 16,56 Millionen gesunken. Positiv entwickelten sich einzig die Fondsparpläne. Dies zeigen am Mittwoch veröffentlichte Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Die Zahl der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge-Verträge ist im Auftaktquartal netto – also unter Einberechnung der Kündigungen und Vertragsabgänge – um 31.000 auf 16,561 Millionen gesunken. Das zeigt die am Montagnachmittag vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichte amtliche Statistik (Stand: 10. Juli 2019).

Ruhend gestellte Kontrakte werden vom Ministerium nicht zahlenmäßig ausgewiesen, sondern unverändert auf einen Anteil von „gut einem Fünftel“ geschätzt.

Damit hat sich der negative Trend aus den drei Vorjahren fortgesetzt. In den ersten drei Monaten des Jahres 2016 war zum ersten Mal überhaupt in der gut 15-jährigen Geschichte der Saldo über alle Riester-Varianten hinweg negativ (VersicherungsJournal 7.6.2016, 8.6.2017, 3.7.2018).

Auch wenn die Monate Januar bis März traditionell nicht zu den absatzstärksten gehören, so erhöhte sich in den Jahren davor dennoch immer der Gesamtbestand (VersicherungsJournal 19.6.2014, 16.6.2015).

Riester-Nettoneuzugang (Bild: Wichert)

Nur Fondssparpläne mit Zuwachs

Für die versicherungsförmige Riester-Variante schlug in den ersten drei Monaten 2019 ein Minus von 26.000 Policen zu Buche. Dies ist nur minimal mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber weniger als vor zwei und drei Jahren.

Bei den Banksparplänen war im fünften Auftaktquartal in Folge ein Minus zu verzeichnen. Erneut blieb der Rückgang leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Im Vergleich zum Startquartal 2015 hat sich die Verminderung allerdings immer noch verzehnfacht.

Erstmals kein Plus ist hingegen bei den Wohn-Riester-Verträgen zu beobachten, deren Bestand bei 1,81 Millionen verharrte. In den ersten drei Monaten der Vorjahre hatte diese Variante netto um in der Spitze 43.000 Verträge zugelegt.

Einzig bei den Fondssparplänen war der Nettoneuzugang zwischen Januar und März positiv. Mit leidglich 5.000 Kontrakten fiel das Plus allerdings sehr niedrig aus. Im Vorjahreszeitraum war die Steigerung noch fast vier Mal so groß.

Fondssparpläne gewinnen an Marktanteil hinzu

Durch die unterschiedliche Entwicklung beim Nettoneuzugang hat sich das Verhältnis der einzelnen Riester-Varianten im Gesamtbestand weiter verschoben. Die Wohn-Riester-Verträge konnten ihren Anteil minimal auf über 10,9 Prozent weiter ausbauen.

Auch die Riester-Fondssparpläne legten leicht auf fast 19,9 Prozent zu. Riester-Banksparpläne gaben hingegen verhältnismäßig erneut nach und liegen nur noch hauchdünn über der Marke von vier Prozent.

Der Anteil der versicherungsförmigen Variante rutschte auf unter 65,2 Prozent ab. Zum Vergleich: Ende 2006 waren es noch über 80 Prozent, Ende 2011 noch über 70 Prozent – und Ende 2015 letztmals über zwei Drittel.

Verbesserungen gefordert

Die aktuelle Entwicklung nährt die in letzter Zeit zunehmend häufiger geäußerten Forderungen nach Vereinfachungen beziehungsweise Verbesserungen an dieser Vorsorgeform.

So setzt sich etwa der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) schon seit langem dafür ein, dass der förderfähige Höchstbetrag angehoben wird (VersicherungsJournal 30.1.2019, 23.5.2019).

Diverse Vorschläge zur Diskussion gestellt haben auch die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (VersicherungsJournal 24.4.2018, 4.7.2019) und die Deutsche Institut für Altersvorsorge GmbH (VersicherungsJournal 10.5.2019).

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