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Rund 50 Krankenvolltarife mit „sehr schwacher“ Beitragsstabilität

30.6.2020 – Im aktuellen „M&M Rating PKV Beitragsstabilität“ erhielten rund vier Dutzend der 916 untersuchten Unisex-Vollkostentarife nur ein „sehr schwach“. Dies betraf bis zu 15 Angebote von Allianz, Axa, Barmenia, Concordia, Huk-Coburg, Inter, Münchener Verein, Nürnberger, Provinzial Hannover, Signal Iduna, VRK und Württembergische.

In der aktuellen Auflage des „M&M Rating PKV Beitragsstabilität“ hat die Morgen & Morgen GmbH an etwa 30 Prozent der 916 untersuchten Tarifkombinationen die Höchstnote fünf Sterne vergeben. Dabei hat das Analysehaus Krankenvoll-Versicherungen für alle Berufsgruppen von 29 privaten Krankenversicherern berücksichtigt.

Untersucht wurden die Neugeschäftsbeiträge und Beitragsanpassungen von Unisex-Tarifen innerhalb der letzten fünf Jahre (2015 bis 2020). Diese wurden zu einer Bewertung pro Tarifkombination aggregiert. Voraussetzung für eine Bewertung war, dass die Tarife mindestens fünf Jahre am Markt sind.

Vergleich der Effektivbeiträge

Erfasst wurden zur Berechnung alle Beitragsanpassungen in den Tarifen für alle Eintrittsalter von 21 bis 50 Jahren. „Die vorliegenden Monatsbeiträge werden auf das Jahr umgerechnet und Selbstbehalte – sofern vorhanden – addiert, es ergibt sich der Effektivbeitrag“, wird in der Ratingdokumentation (PDF, 860 KB) erläutert.

Dabei ergebe sich die durchschnittliche Verteuerung als Mittel der Steigerungen über die 30 Eintrittsalter für jedes Jahr. In einem nächsten Schritt werden die fünf durchschnittlichen Erhöhungen der Effektivbeiträge statistisch analysiert (Mittelwert und die Standardabweichung). Anhand dieser beiden Parameter werden die Tarife in die fünf Ratingkategorien (ein bis fünf Sterne) eingestuft.

Positiv sind geringe Steigerungen bei kleiner Streuung

„Eine gute Beitragsstabilität ergibt sich, wenn die durchschnittliche Beitragssteigerung gering ist und die Streuung der Steigerungen ebenfalls gering ist“, führen die Analysten in der Dokumentation weiter aus.

„Es ist also besser, ein Tarif steigert sich jedes Jahr im Schnitt um beispielweise fünf Prozent, als einmal um neun Prozent und einmal um ein Prozent, da im ersten Fall die Standardabweichung geringer ist, die Gleichmäßigkeit der Anpassung also höher ist“ (VersicherungsJournal 29.6.2020).

Beitragsstabilität: gut 50 „sehr schwache“ Tarifkombinationen

Bei den 104 „schwachen“ und vor allem bei den rund 50 „sehr schwachen“ Tarifen traf dies offensichtlich nicht zu. Zu letzterer Gruppe gehören 15 Kombinationen der Axa Krankenversicherung AG und zehn der Inter Krankenversicherung AG.

Ebenfalls dabei sind jeweils vier Angebote der Barmenia Krankenversicherung AG und der Concordia Krankenversicherungs-AG sowie jeweils drei Offerten der Huk-Coburg-Krankenversicherung AG, der Signal Iduna Krankenversicherung a.G. und der Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG (früher: Pax-Familienfürsorge).

Einen Bewertungsstern erhielten ferner jeweils zwei Produkte der Münchener Verein Krankenversicherung a.G. und der Württembergischen Krankenversicherung AG. Jeweils ein „sehr schwacher“ Tarif steht für die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, die Nürnberger Krankenversicherung AG und die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG zu Buche.

Unisex-Vollkostentarife mit einem „sehr schwach“ im „M&M Rating PKV Beitragsstabilität 2020“

Gesellschaft

Tarifkombination

Axa

EL Bonus-U + Komfort Zahn-U; EL Bonus-U + Kompakt Zahn-U, VA2-U (Ärzte) + KGH 2-U + Komfort Zahn-U, VA2-U (Ärzte) + KGH 2-U + Prem Zahn-U, VA2-U (Ärzte) + KGH 2-U + Kompakt Zahn-U, VA2-U (Ärzte) + Komfort Zahn-U, VA2-U (Ärzte) + Prem Zahn-U, VA2-U (Ärzte) + Kompakt Zahn-U, VA6-U (Ärzte) + Komfort Zahn-U, VA6-U (Ärzte) + Kompakt Zahn-U, Vital300-U + Komfort Zahn-U, Vital300-U + Prem Zahn-U, Vital300-U + Kompakt Zahn-U, Vital900-U + Kompakt Zahn-U, VZ600-U (Zahnärzte) + VZ Zahn-U

Inter

JA S10 U (Ärzte) + JE U, JA S10 U [G] (Ärzte) + JE U [G], JA S10 U (Ärzte), JA S10 U [G] (Ärzte), QMB 300 U, QME 300 U, QMP 300 U, ZAK 1 U [G] (Zahnärzte), ZAK 2 U (Zahnärzte), ZAK 2 U [G] (Zahnärzte)

Barmenia

VZK2A+ (Zahnärzte) + VZD2+, VZK2C+ (Zahnärzte) + VZD2+ + VZN+, VZK2C+ (Zahnärzte) + VZD2+, VZK2D+ (Zahnärzte) + VZD2+

Concordia

AV1 + SV3 + ZV1, AV1 + SV3 + ZV1 + VV Plus, AV1 + SV3 + ZV2, AV1 + SV3 + ZV2 + VV Plus

Huk-Coburg

E1, SelectPro0, SelectPro1

Signal Iduna

Esprit +PIT, Esprit MX + PIT, EXKLUSIV 0

VRK

ECO1, Select0U, Select1U

Münchener Verein

871 BC ADVANCE Plus SB, 865 BC ALPHA

Württembergische

ESU 300, GU 300

Allianz

AktiMed Plus 90

Nürnberger

TOP6+

Provinzial Hannover

VKS+u

Auch gute Tarife

Konkrete Gründe für das schlechte Abschneiden der „sehr schwachen“ Tarifkombinationen sind den Ratingunterlagen nicht zu entnehmen – etwa ein von der Kalkulation abweichendes Storno, oder dass der sogenannte auslösende Faktor mehrfach nicht erreicht wurde.

Auch sind die vorgenannten Anbieter nicht per se schlecht und haben nur „sehr schwache“ Produkte im Angebot. Beispiel Axa: Von den 25 untersuchten Kombinationen bekamen drei die Höchstnote. Unter den 35 untersuchten Inter-Offerten erhielten 16 eine mindestens „durchschnittliche“ Bewertung. Vier davon erzielten sogar ein „ausgezeichnet“.

Die Liste mit allen bewerteten Tarifkombinationen bietet das Analysehaus zum Herunterladen an (PDF, 315 KB).

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