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So gut sind die größten Gegenseitigkeits-Lebensversicherer

23.12.2020 – Im Rahmen seiner Analysen „Was machen die Lebensversicherer mit dem Geld ihrer Kunden?“ hat Professor Dr. Hermann Weinmann die zwölf größten Lebensversicherungs-Unternehmen aus dem Lager der Vereine auf Gegenseitigkeit untersucht. Dabei schnitten die Hannoversche Leben und die LV 1871 als einzige Unternehmen „betriebswirtschaftlich sehr stark“ ab und gewinnen auch das „Verbraucherurteil“.

Hermann Weinmann (Bild: Hochschule Ludwigshafen am Rhein)
Hermann Weinmann
(Bild: Hochschule
Ludwigshafen am Rhein).

Die Qualität der nach Beitragseinnahmen 2019 zwölf größten Gegenseitigkeits-Lebensversicherer aus Verbrauchersicht hat Professor. Dr. Hermann Weinmann von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein untersucht.

Die Untersuchung ist in den Ausgaben 23 und 24/2020 der Zeitschrift für Versicherungswesen erschienen.

In den aktuellen Vergleich einbezogen wurden wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 3.12.2019) die Versicherungsvereine:

Alte Leipziger Lebensversicherung a.G.,

Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G.,

Lebensversicherung von 1871 a.G. München

Signal Iduna Lebensversicherung a.G.,

Stuttgarter Lebensversicherung a.G.,

Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. und

WWK Lebensversicherung a.G.

Außerdem sind als Tochterunternehmen von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit dabei:

Continentale Lebensversicherung AG,

Gothaer Lebensversicherung AG,

Hannoversche Lebensversicherung AG,

Huk-Coburg-Lebensversicherung AG und

LVM Lebensversicherungs-AG.

Betriebswirtschaftlicher Erfolg in fünf Kennzahlen

Um den betriebswirtschaftlichen Erfolg der Lebensversicherer zu berechnen, zieht Weinmann fünf gleich gewichtete Kennzahlen heran:

  • die Rohüberschuss-Marge,
  • die Ertragskraft der Kapitalanlagen,
  • eine erweiterte Betriebskostenquote mit Ergänzungen,
  • die Risikoergebnis-Reserve und
  • die Bewertungsreserven.

Wie vor einem Jahr erhält die Hannoversche die betriebswirtschaftliche Bewertung „sehr stark“. Das gleiche Ergebnis erreicht in diesem Jahr auch die LV 1871.

Die Signal Iduna wird als „schwach“ eingestuft, die übrigen Gesellschaften als „steigerungsfähig“.

Versicherte erhalten zwischen 81,9 und 95,7 Prozent des Rohüberschusses

Neben der betriebswirtschaftlichen Stärke und der Finanzkraft bewertet Weinmann auch, in welchem Maß die Kunden am Erfolg ihres Vertragspartners teilhaben. Die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Rohüberschüssen war in den vergangenen Jahren sehr unterschiedlich und zudem schwankend.

Je nach Anbieter erhielten die Kunden 2019 zwischen 81,9 Prozent (Debeka) und 95,7 Prozent des Rohüberschusses (LV 1871). Im Vorjahr waren es zwischen 82,2 und 97,4 Prozent. Am meisten zugelegt haben die Huk-Coburg (von 83,1 auf 91,0 Prozent) und die WWK (von 87,6 auf 94,6 Prozent).

Den Anteil der Versicherten am Rohüberschuss am stärksten zurückgefahren haben Signal Iduna 97,4 auf 84,2 Prozent), Debeka (von 89,4 auf 81,9 Prozent) und LVM (von 94,6 auf 87,1 Prozent).

Die Hannoversche und LV 1871 liegen aus Verbrauchersicht vorn

Aus allen Kennzahlen leitet der Professor eine Verbrauchernote ab. Auch hier führen Hannoversche und LV 1871 das Feld der zwölf untersuchten Lebensversicherer jeweils mit der Note 1,3 („sehr gut“) an. Im Vorjahr kamen die Hannoversche auf 1,0 („sehr gut“) und die LV 1871 auf 2,0 („gut“).

Hinter den Spitzenreitern rangieren mit der Note 2,3 Volkswohl Bund (Vorjahr 3,0), Alte Leipziger (2,7) und LVM (3,3). Auf die Note 2,7 kommen Gothaer (3,3), Huk-Coburg (4,0) und Stuttgarter (3,0). Auf eine glatte drei verbessert haben sich WWK (4,0) und Continentale (3,3). Schlusslichter sind Debeka mit 3,7 (4,0), und Signal Iduna mit 4,0 (3,7).

Am stärksten verbessern konnten sich demnach Huk-Coburg, LVM und WWK. Die einzigen Verlierer bei der Verbrauchernote im Vergleich zum Vorjahr sind Signal Iduna und Hannoversche.

Hohe Kosten, stabiles Risikoergebnis

In seiner Untersuchung kritisiert Weinmann die „bei einigen Versicherungsvereinen immer noch ineffizienten Kostenstrukturen“. Einige kauften das Neugeschäft zu teuer ein. Als positiv sieht er an, dass das Risikoergebnis insgesamt gehalten werden konnte.

Zuvor hatte der Wissenschaftler die insgesamt größten zwölf Lebensversicherer untersucht. Dabei kam nur die Allianz Lebensversicherungs-AG auf eine bessere Verbrauchernote als die Spitzen-Vereine (15.9.2020).

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