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Immer weniger Versicherungsvermittler

5.10.2020 – Zwischen Ende Juni und Ende September 2020 ist die Zahl der bei den Industrie- und Handelskammern registrierten Versicherungsvermittler weiter gesunken. Betroffen waren vor allem die Versicherungsvertreter, aber auch die Versicherungsmakler. Aufwärts ging es hingegen bei den produktakzessorischen Vermittlern und den Versicherungsberatern. Dies zeigen aktuelle DIHK-Zahlen.

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Im dritten Quartal hat sich die Zahl der im Vermittlerregister eingetragenen Versicherungsvermittler ein weiteres Mal verringert. Dies zeigen am Freitag vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) veröffentlichte Zahlen.

Nur noch rund 196.750 Registrierungen

Zum Stichtag 30. September 2020 waren dort mit nur noch 196.756 fast 160 Personen beziehungsweise Unternehmen weniger verzeichnet als zum 30. Juni.

Der Rückgang fiel mit nicht einmal 0,1 Prozent genauso stark wie im Vorjahreszeitraum (VersicherungsJournal 9.10.2019) aus, aber deutlich schwächer als zwischen Anfang April und Ende Juni dieses Jahres (7.7.2020). Im Auftaktquartal betrug das Minus noch 0,5 Prozent (7.4.2020).

Seit Jahresbeginn (8.1.2020) hat die Zahl der Registrierungen um annähernd 1.700 abgenommen. Das entspricht einer Reduzierung um 0,9 Prozent. Zu Beginn des Jahres 2011 zählte das Register mit noch 263.452 Betrieben annähernd 66.700 mehr.

Prozentual gesehen beläuft sich das Minus seitdem auf mehr als ein Viertel (25,3 Prozent). Allein in den zurückliegenden elf Quartalen hat ziemlich genau jeder neunte Vermittler die Segel gestrichen.

Zeitreihe (Bild: Wichert)

Minus bei Versicherungsvertretern und -maklern

Bei den gebundenen erlaubnisfreien Versicherungsvertretern (nach § 34d Absatz 4 GewO) ging es auch aktuell wieder am stärksten abwärts. Zwischen Ende Juni und Ende September betrug der Rückgang 204 Verzeichnete, das entspricht knapp minus 0,2 Prozent. Seit Jahresbeginn schrumpfte die Zahl der Agenten um etwa ein Prozent (minus annähernd 1.200).

Die Gruppe der Vertreter mit Erlaubnis (§ 34d Absatz 1 GewO) verkleinerte sich im dritten Quartal um über 32 (minus 0,1 Prozent). Berücksichtigt man die vergangenen neun Monate, steht eine Reduzierung um über 500 Personen beziehungsweise circa 1,8 Prozent zu Buche.

Zu letztgenanntem Vermittlertyp gehören auch die Mehrfachvertreter, deren genaue Zahl sich aus dem Register allerdings nicht ablesen lässt.

Bei Versicherungsmaklern (§ 34d Absatz 1 GewO) waren zuletzt 19 weniger verzeichnet als Ende Juni (minus 0,04 Prozent). Zugenommen hatte deren Zahl zuletzt zwischen Anfang April und Anfang Juli des Vorjahres (11.7.2019). Auf Neunmonatssicht betrachtet betrug der Rückgang über 0,5 Prozent (minus 232 Registrierte).

Zwei Vermittlertypen mit Wachstum

Für die beiden anderen Vermittlertypen werden Zuwächse vermeldet. Die Gruppe der produktakzessorischen Vermittler wuchs in der dritten Dreimonatsperiode dieses Jahres mit 1,9 Prozent (auf 5.020 Registrierungen) zwar schwächer als im Vorquartal, aber stärker als zwischen Anfang Januar und Anfang April. Seit Jahresbeginn ging es um über fünf Prozent aufwärts.

Um 1,5 Prozent vergrößert hat sich im dritten Quartal die Gruppe der Versicherungsberater nach § 34d Absatz 2 GewO (plus fünf auf 331 Betriebe). Das sind 0,9 Prozent beziehungsweise in absoluten Zahlen drei weniger als Anfang Januar.

Veränderungen bei den Vermittlertypen (Bild: Wichert)

Gründe für diese Entwicklungen sind aus der DIHK-Statistik nicht abzuleiten.

Assekuranz beschäftigt immer weniger Personal

Auf Länderebene heruntergebrochene Zahlen zu den Versicherungs-Vermittlern veröffentlicht der DIHK nicht. Eine entsprechende Aufschlüsselung ist allerdings im „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2020“ enthalten.

Dieses hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Anfang September veröffentlicht (2.9.2020). Demnach war im vergangenen Jahr fast flächendeckend eine rückläufige Vermittlerzahl zu beobachten. Lediglich in Bremen gab es keine Veränderung (10.9.2020).

Auch hinsichtlich der Gesamtbeschäftigung in der Assekuranz ist der Trend negativ. So ging die Zahl der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten in der Versicherungswirtschaft zwischen 2002 und 2019 um rund 46.000 beziehungsweise fast ein Fünftel auf 202.000 zurück.

Für das vergangene Jahr hat der Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) allerdings erstmals nach neun Rückgängen in Folge wieder einen Anstieg gemeldet – und zwar um 100 Versicherungs-Mitarbeiter. Dabei wuchs die Personenzahl im Innendienst, während der Außendienst weiter schrumpfte (10.3.2020).

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