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Lage in der Industrieversicherung spitzt sich zu

18.12.2020 – Erstmals legt Aon zum Jahresende ein Update seines Marktreportes für das laufende Jahr vor. Der Grund liegt mit der Verschärfung durch die Coronakrise auf der Hand. In der industriellen Sachversicherung beobachtet der Großmakler zunehmende Ausschlüsse. Preiserhöhungen und reduzierte Kapazitäten gelten auch für die Haftpflicht. Für 2021 geht Aon von weiteren Verschärfungen am Markt aus.

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Die Aon Risk Solutions Deutschland hat ihren jährlichen Marktreport erstmals überarbeitet. Das Unternehmen begründet das mit „der dynamischen Entwicklung“ der Coronakrise.

Harter Markt in der Industrieversicherung

Hartmuth Kremer-Jensen (Bild: Aon)
Hartmuth Kremer-Jensen (Bild: Aon)

„Die Pandemie hat das ohnehin raue Klima in der Versicherungslandschaft nochmal verschärft: Reduzierte Kapazitäten, höhere Preise und immer mehr Ausschlüsse machen die Bewältigung von Risiken aller Art für Unternehmen kompliziert“, lässt sich Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer und Chief-Broking-Officer (CBO) des Erstversicherungs-Maklers Aon in Deutschland, zitieren.

Traditionell im September legen Aon und die Marsh GmbH ihre jeweiligen Prognosen für die anstehende Verhandlungsrunde auf den Tisch.

Im Fokus stand bereits im Herbst der Einfluss der Coronakrise auf diverse Sparten der Industrieversicherung (VersicherungsJournal 28.9.2020).

Die Ausblicke der beiden Großmakler zeigten im September in eine ähnliche Richtung. Beide Unternehmen gingen von negativen Folgen für Firmenkunden, einem harten Markt, durch die aktuelle Pandemie aus.

Bereits Anfang 2020, bevor die Auswirkungen des Virus erkennbar waren, sagten beide Häuser eine Verhärtung des Marktes für bestimmte Bereiche der Industrieversicherung voraus (28.2.2020, 31.1.2020).

Corona: Gegenwind in der Sachversicherung wird noch stärker

Die Angabe, dass sich die industrielle Sachversicherung in einer harten Phase befindet, ist nicht wirklich neu (4.9.2019, 6.9.2018, 20.2.2018). Die jetzige Erneuerungsphase nehme jedoch eine besondere Dynamik an, die in den letzten Wochen des Jahres alle beteiligten Parteien vor herausfordernde Aufgaben stelle, so Aon.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Verknappung der Kapazitäten zum Ende des Jahres Probleme für einzelne Kunden mit sich bringen wird.

Aon Marktreport

„Dabei muss Covid-19 eine bedeutende Rolle beigemessen werden und dies nicht nur aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen, welche mit der Pandemie einhergehen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Verknappung der Kapazitäten zum Ende des Jahres Probleme für einzelne Kunden mit sich bringen wird“, heißt es dazu im Update des Reports.

Preiserhöhungen und reduzierte Kapazitäten seien nicht die einzigen Hürden, welche die aktuelle Erneuerungsphase mit sich bringe. Zusätzlich kämen folgende Faktoren hinzu, die die Verhandlungen erschwerten: Ausschlüsse für Daten- und Cyberrisiken sowie ansteckende Krankheiten (als unmittelbare Folge der Covid-19-Pandemie).

Positives nur bei technischen Versicherungen

Von schlechteren Angeboten der Versicherer sind laut Aon insbesondere Kunden der Automobil-Zulieferindustrie betroffen. „Die Schäden der letzten Jahre führen bei einigen Anbietern zu einer deutlich stärkeren Berücksichtigung von aktuariellen Portfolio- und Kundenbetrachtungen“, so der Makler.

Das sei für die Klientel und Makler oft nicht nachvollziehbar und führe auch zu Kündigungen von langjährigen und positiv verlaufenden Geschäftsbeziehungen. Im Bereich Warentransport sieht Aon seine Prognosen zu erwarteten, restriktiveren Zeichnungsverhalten der Versicherer erfüllt. Auch weiter steigende Prämien in einem wirtschaftlichen schwierigen Umfeld beobachtet der Vermittler.

Positiv stellt sich aktuell nur die Situation bei den technischen Versicherungen dar. Anbieter „in diesem Versicherungsbereich bieten unverändert ausreichende Kapazitäten gerade auch für die notwendigen Absicherungen der zahlreichen Bauprojekte in Deutschland an“, schreiben die Autoren.

Auch wird bereits eine weitere Verkürzung von Kündigungsfristen […] abgelehnt, um die Vielzahl der zu diskutierenden Verträge überhaupt noch bearbeiten zu können.

Aon Marktreport

Negativer Ausblick aus Sicht der Versicherungsnehmer für 2021

Die Prognose für das neue Jahr ist laut Aon negativ: Der in nahezu allen Sparten festzustellende Trend zur Verschlechterung der Konditionen werde sich in den noch nicht verlängerten Verträgen zum 1. Januar 2021 fortsetzen und voraussichtlich weiter verschärfen.

Auch die Mitarbeiter bei den Produktgebern seien stark belastet. Das zeige sich daran, dass Fragen von Kunden und Maklern nicht mehr beantwortet werden könnten. Angebote würden von den zuständigen Underwritern nicht mehr diskutiert, mit Hinweis auf die damit einhergehenden Arbeitsbelastungen.

„Auch wird bereits eine weitere Verkürzung von Kündigungsfristen, zum Beispiel über den 30. November hinaus, kategorisch für alle Kundenbeziehungen abgelehnt, um die Vielzahl der zu diskutierenden Verträge überhaupt noch bearbeiten zu können“, berichtet Aon.

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