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Umfrage: Erwerbstätige fürchten Ruhestand

13.11.2020 – Die Umstellung vom aktiven Arbeitsleben auf den letzten Lebensabschnitt sehen Erwerbstätige eher schwieriger, als die eigentlichen Rentner. Vor allem fürchten die Deutschen finanzielle Einbußen nach der Erwerbstätigkeit, wie eine Umfrage des DIA belegt. Aufgeschlossen zeigen sich die Bürger dagegen beim Thema Immobilien-Verrentung.

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Was die Einstellung zur Arbeitswelt angeht, zeigen sich die Deutschen flexibler als man ihnen vielleicht zutraut. Immerhin 39 Prozent können sich vorstellen, über das Eintrittsalter in den Ruhestand hinaus, weiter ihren Job auszuüben. Für 48 Prozent der Bundesbürger kommt das allerdings nicht in Frage.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge GmbH (DIA). Für die 50-Plus-Studie „Übergänge zum Altern“ befragte das Unternehmen 3.030 Personen ab 18 Jahren online und telefonisch zwischen dem 2. Juni und dem 30. Juli dieses Jahres.

Zu den Gesellschaftern des Instituts gehören unter anderem die Deutsche Bank AG, die DWS-Gruppe und die Zurich Gruppe Deutschland.

Nur verhaltene Freude auf die Rente

Die Mehrheit der Befragten hat in ihrem Berufsleben zwei bis drei Berufe ausgeübt (38 Prozent), ohne Praktika, Ferien- oder Studentenjobs. Bei den Teilnehmern ab 50 Jahre gaben das sogar 41 Prozent an. Zum Vergleich: Auf eine einzige Tätigkeit kamen in ihrer Laufbahn nur 24 Prozent.

46 Prozent haben allerdings nur eine Berufsausbildung oder einen Studiengang absolviert. Zwei Richtungen haben dagegen 34 Prozent in ihrer Lehrzeit oder an der Hochschule vorbereitet, wobei das DIA hier auch nach abgebrochenen Ausbildungen fragte.

Auf die Frage, ob sich die Teilnehmer auf den Ruhestand freuen, antworteten 31 Prozent mit „ja, sehr“, 33 Prozent mit „ja, eher“. 15 Prozent ist „eher nicht“ begeistert, aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Und 13 Prozent haben keinen Plan, ob dieser Übergang gut oder schlecht ist.

Angaben in Prozent (Bild: DIA)

Beschäftigte fürchten Verluste im Ruhestand

Die Umstellung vom Arbeitsleben auf den Ruhestand sehen Erwerbstätige problematischer, als die Rentner. Von den Befragten, die bereits mit dem Arbeitsleben abgeschlossen haben, gaben 22 Prozent an, dass sie anfangs finanzielle Schwierigkeiten hatten. Von den Teilnehmern, die noch arbeiten, erwarten 27 Prozent Geldengpässe, wenn sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Die Mehrheit, über 60 Prozent in allen befragten Altersgruppen, bezeichnet ihre aktuelle finanzielle Situation als „gut“. Auf die Frage, ob die Teilnehmer bei Renteneintritt ihre Ausgangslage halten konnten, antworteten 68 Prozent der Ruheständler mit „ja“. 45 Prozent der Beschäftigten sehen das Thema ebenfalls entspannt.

Dagegen stehen 26 Prozent der Rentner, die sich finanziell verschlechtert haben, und 43 Prozent der Erwerbstätigen, die damit rechnen, wenn sie aufhören zu arbeiten. Beim Konsumverhalten gab 57 Prozent der Ruheständler an, dass sie bei Renteneintritt nichts verändert haben. Weniger leisten sich dagegen 34 Prozent, während 44 Prozent der Arbeitenden befürchtet, sich einschränken zu müssen.

Dennoch haben oder planen die Wenigsten ihre Wohnsituation im Alter zu verändern: 65 Prozent antworteten auf die entsprechende Frage mit „nein“.

Immobilien-Verrentung kommt für die Hälfte in Frage

Bei der Nutzung des Wohneigentums für die Aufbesserung der eigenen Bezüge im Alter halten sich Interessenten und Gegner die Waage.

DIA-Studie 50 plus, n = 3.030 (Bild: DIA)
DIA-Studie 50 plus, n = 3.030 (Bild: DIA)

Die entsprechende Frage des Instituts lautete: „Bei der Verrentung einer selbstgenutzten Immobilie wird diese an einen Investor unter Verkehrswert verkauft, der im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht einräumt und eine monatliche Rente bezahlt. Wie bewerten Sie das Konzept der Immobilienverrentung?“

Elf Prozent finden dieses Modell „sehr interessant“, 33 Prozent meinen, es sei „eher interessant“. 39 Prozent der Umfrage-Teilnehmer lehnen die Idee ab. 15 Prozent können damit nichts anfangen. Beim Blick in die Auswertung nach Alter fällt auf, dass gerade die Befragten zwischen 18 und 39 Jahren keine Probleme mit der Verrentung ihrer selbstgenutzten Immobilie hätten.

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