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Kommentar

Wettrüsten bei PHV-Tarifen – was müssen Makler mitmachen?

29.7.2019 – Angesichts der niedrigen Vergütungen für das Vermitteln und Betreuen von Privathaftpflicht-Policen sind pragmatische Lösungen gefragt, die den wirtschaftlichen Gegebenheiten und dem Haftungsrisiko gerecht werden, meint VersicherungsJournal-Herausgeber Claus-Peter Meyer. Dieser Kommentar erschien zuerst im VersicherungsJournal-Extrablatt 2|2019 „Private Haftpflicht – Geld verdienen mit einem Klassiker“.

Beim Absichern der privaten Haftpflichtrisiken könnte das Leben der Vermittler einfach sein – den Bedarf ermitteln und dann dem Kunden einen passenden Tarif vorschlagen.

Claus-Peter Meyer (Bild: Harjes)
Claus-Peter Meyer (Bild: Harjes)

Doch so simpel ist es schon lange nicht mehr. Inzwischen erleben wir auch in dieser Sparte eine Art Wettrüsten, bei dem sich die Anbieter mit immer neuen Ergänzungen des Deckungsumfangs gegenseitig übertreffen.

Dadurch kommen immer mehr Produkte auf den Markt, die nicht nur die gesetzliche Haftpflicht der Verbraucher absichern, sondern einiges mehr.

Das fängt bei der Ausfalldeckung an, die den Versicherungsnehmer schützt, wenn er selbst zum Opfer wird und der Täter den angerichteten Schaden nicht bezahlen kann.

In letzter Zeit verbreiten sich Klauseln, die für Schäden Dritter einstehen, obwohl diese gar keinen Anspruch gegenüber dem Verursacher haben. Dazu gehören beispielsweise der Einschluss deliktunfähiger Personen oder die Ersatzleistung für zerstörte Gegenstände über den gesetzlich geschuldeten Zeitwert hinaus.

Das wirft für Versicherungsvermittler Fragen auf, etwa:

  • Muss ich zu solchen Leistungserweiterungen beraten, wenn der Kunden nur nach einer Absicherung seiner Haftpflichtrisiken fragen?
  • Soll ich Klauseln anbieten, die dem Versicherungsnehmer selbst gar nicht zugutekommen, aber ihn über den Beitrag für die Police zusätzlich belasten?
  • Bin ich verpflichtet, bei jeder neu auf den Markt kommenden Klausel sämtliche Bestandsverträge zu überprüfen?

Pragmatische Lösungen sind gefragt

Angesichts der niedrigen Vermittlervergütungen für diese Produkte sind pragmatische Lösungen gefragt, die den wirtschaftlichen Gegebenheiten und dem Haftungsrisiko gerecht werden.

Die einfachste Lösung dürfte sein, dem Verbraucher jene Klauseln anzubieten, die man als Vermittler für sich selbst auch abschließen würde. Doch das könnte die Geschäftsbeziehung auf eine harte Probe stellen, wenn im Schadenfall die Deckung nicht so umfangreich ist, wie der Kunde es gerne hätte.

Solchem Frust vorbeugen lässt sich nur, wenn der Versicherungsnehmer über die Klauseln, die über die gesetzliche Haftpflicht hinausgehen, selbst entscheidet. Eine Hilfe für beiden Seiten könnte ein Merkblatt sein, das speziell über solche möglichen Leistungserweiterungen aufklärt. Wenn dem Klienten dann auch noch der Preisunterschied genannt wird, sollte sich auch der Laie darüber im Klaren werden können, was er möchte.

Werden die dargelegten Optionen und die Wünsche des Kunden dann auch noch in das Beratungsprotokoll übernommen, ist der Vermittler in Sicherheit, auch wenn der Kunde die Billigvariante wählt.

Bestand im Griff halten

Die Flut immer neuer Klauseln ist für Makler eine enorme Herausforderung. Jede Leistungsverbesserung bedeutet erst einmal, dass der Kunde nicht mehr den bestmöglichen Schutz hat. Eine Ausnahme ist, wenn die Innovation von seinem eigenen Versicherer angeboten wird und automatisch auch für Bestandsverträge gilt.

Kommt die Klausel von einer anderen Gesellschaft, muss der Makler prüfen, ob der neue Tarif für seine Kunden eine sinnvolle Alternative sein kann und ein Umdecken in Betracht kommt.

Ersparen lässt sich das unter Umständen durch eine Bestleistungsklausel in den Bestandspolicen. Dann gilt für diese ebenfalls die Verbesserung des Wettbewerbers. Allerdings ist zu beachten, dass solche Bestleistungsklauseln auch gravierende Einschränkungen vorsehen können.

Daher ist es für Makler vorteilhaft mit Anbietern zu arbeiten, die sich bei den Versicherungs-Bedingungen als Vorreiter bewährt haben. Das kann manch lästiges Umdecken ersparen.

Mehr zum Thema im Extrablatt

Extrablatt 2|2019 (Bild: VersicherungsJournal)

Dieser Kommentar ist ein Auszug aus dem VersicherungsJournal-Extrablatt 2|2019 „Private Haftpflicht – Geld verdienen mit einem Klassiker“.

Jeder braucht sie und die meisten haben sie. Für den Vermittler ist die private Haftpflicht arbeitsintensiv und wenig ertragsreich. Im Extrablatt steht deshalb der effiziente und effektive Verkauf im Vordergrund. Das Heft ist als E-Paper für Premium-Abonnenten noch unter dem obigen Link abrufbar.

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