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Kurzmeldung

Entschädigung für diskriminierende Anzeige im Internet?

22.7.2022 – Bei Ebay-Kleinanzeigen aufgegebene Stellenangebote müssen ebenso diskriminierungsfrei formuliert werden wie die in anderen Publikationen. Andernfalls haben Bewerber, die sich diskriminiert fühlen, einen Anspruch auf Entschädigung. Das hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 21. Juni 2022 (2 Sa 21/22) entschieden.

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Der Kläger hatte sich über die Chat-Funktion in dem Anzeigenportal auf eine Arbeitsstelle beworben. Angesichts des Anzeigentextes und der Antwort der Arbeitgeberin im Chat wurde jedoch klar, dass er aufgrund seines Geschlechts benachteiligt worden und deswegen nicht eingestellt worden war.

Er forderte daher eine Entschädigung gemäß § 15 Absatz 2 AGG in Höhe von drei Bruttomonatsgehältern. Zu Recht, entschied das Landesarbeitsgericht und hob eine vorangegangene Entscheidung des Arbeitsgerichts Elmshorn auf. Dieses hatte dem Mann wegen dieser Form der Bewerbung keinen Bewerberstatus eingeräumt und ihm damit eine Entschädigung abgesprochen.

Eine solche steht ihm nach Meinung des Landesarbeitsgerichts jedoch zu. Dazu habe er der die Stelle ausschreibenden Firma wegen der eindeutigen Formulierung in der Stellenanzeige noch nicht einmal weitere Unterlagen einreichen müssen.

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