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Mitarbeitergewinnung: Arbeitgeber sind die neuen Bewerber

31.10.2022 – Durch den demografischen Wandel gibt es in allen Branchen einen deutlichen Fachkräftemangel. Corona, Inflation und Krieg führen zu einer unsicheren Gesamtlage und reduzieren die aktiven Jobwechselambitionen. Unter diesen Umständen müssen Versicherungsmakler neue Wege gehen, um junge Menschen für sich zu gewinnen.

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Versicherungsmakler können junge Mitarbeiter heute vor allem über soziale Medien finden. Klassische Anzeigen sind „out“. Denn die meisten jungen Menschen suchen nicht aktiv nach einem Job, sie müssen dort abgeholt werden, wo sie kommunikativ unterwegs sind.

Das ist die Erfahrung von Julie Schellack, Partnerin der Martens & Prahl Versicherungskontor GmbH & Co. KG und Vizepräsidentin des Bundesverbandes Deutscher Versicherungsmakler e.V. (BDVM). So lag der Anteil der 14- bis 29-Jährigen, die Instagram nutzen, laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) 2021 bei rund 73 Prozent. Snapchat kam auf 44, Facebook auf 35 und TikTok auf 32 Prozent.

Gute Erfahrung von Martens & Prahl mit sozialen Medienplattformen

Versicherungsmakler müssten besonders aktiv nach Mitarbeitern suchen, so die Botschaft der Lobbyistin auf der diesjährigen Vermittlermesse DKM (VersicherungsJournal 27.10.2022). „Wir stehen in einem branchenübergreifenden Wettkampf um Talente und haben aber ein besonders schlechtes Image“, erläuterte Schellack.

Martens & Prahl habe gute Erfahrung damit gemacht, junge Leute auf sozialen Medienplattformen wie Instagram oder Tiktok anzusprechen. Dafür müssten die Makler sehr vereinfachte Storys bauen und die Zielgruppe genau ansprechen.

Team authentisch darstellen

Wichtig wäre es, das Team sehr authentisch vorzustellen wie auch einige, wenige Vorzüge zu präsentieren. Ebenso sollten nur wenig Fragen gestellt werden. „Wir haben damit sehr viele Feedbacks erhalten“, sagte Schellack.

Julie Schellack (Bild: Schmidt-Kasparek)
Julie Schellack (Bild: Schmidt-Kasparek)

Dabei wäre es enorm wichtig die jungen Menschen sofort – innerhalb von 24 Stunden – anzusprechen. „Die Aufmerksamkeitspanne ist gering. Viele wissen dann schon nicht mehr, dass sie sich in ein Formular eingetragen haben“, erläuterte Schellack.

Immerhin konnte der Versicherungsmakler mit seinen Aktivitäten in sozialen Medien sechs junge Mitarbeiter fest einstellen. Doch für eine erfolgreiche „Funnel“-Strategie, etwa bei Facebook, bedürfe es Profis oder junger Mitarbeiter, die die Sprache der Zielgruppe sprechen.

Software für die Suche

In der Diskussion wurde darauf verwiesen, dass professionelle Mitarbeitergewinnung über externe Agenturen zwischen 6.000 bis 15.000 Euro kostet. „Das kann man aber auch für null Euro machen“, sagte eine Personalexpertin der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG. Dafür gebe es Recruiting-Software-Tools wie etwa von der Join Solutions AG.

Der Versicherer oder der Makler müsste dann aber Mitarbeiter speziell für die moderne Mitarbeitersuche aufbauen und freistellen. Zudem müssen die jungen Menschen sehr schnell in das Team eingegliedert werden.

Sehr prägnant wurde der sogenannte Onboarding-Prozess beschrieben. So würde es wenig Sinn machen, einen Meisterkoch einzustellen, ihm aber nicht zu vermitteln, wie die Gäste ihr Schnitzel am liebsten essen. Werden junge Leute schnell in interessante Projekte eingebunden, dann könne man ihre volle Aufmerksamkeit gewinnen.

Arbeitgeber sind nun die „Bewerber“

Schellack machte deutlich, dass sich der Arbeitsmarkt vollkommen gewandelt habe und nun die Arbeitgeber sich quasi in der Situation der Bewerber befinden würden. So sei Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein Thema, das die jungen Menschen heute regelmäßig beim Arbeitgeber einforderten.

Schellack: „Wir müssen auch mobiles und flexibles Arbeiten anbieten. Diese Entwicklung aus der Coronakrise kann man nicht mehr zurückschrauben.“ Um die Bindung der jungen Mitarbeiter zu erhöhen, seien zudem duale Studienangebote und Weiterbildungs-Möglichkeiten im Betrieb unerlässlich.

Die Quote der Abiturienten sei extrem gestiegen. Die Versicherungsmakler sollten hier die lokalen Angebote sondieren. „Werden Sie jetzt aktiv“, appellierte Schellack an die Versicherungsvermittler, „das Wasser wird nicht wärmer“.

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