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Versicherungsbranche kann immer weniger Azubiplätze besetzen

6.9.2022 – In der Assekuranz steigt der Anteil der unbesetzten Ausbildungsplätze auf mittlerweile zwölf Prozent. Insbesondere duale Studienplätze bleiben immer häufiger vakant. Nahezu alle befragten Unternehmen geben als Hauptgrund eine unzureichende Eignung der Bewerber an. Dies zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage von AGV und BWV.

Der Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) und das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. haben die „Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft 2022“ vorgelegt.

An der Erhebung haben sich 62 Unternehmen beziehungsweise Unternehmensgruppen mit 170.000 Beschäftigten beteiligt. Im Vorjahr (VersicherungsJournal 7.7.2021) nahmen 57 Gesellschaften mit ebenfalls 170.000 Innen- und angestellten Außendienstmitarbeitern teil. Der Repräsentationsgrad kletterte auf 92 Prozent (Vorjahr: 84 Prozent) der Arbeitnehmer. Die Befragung erfolgte im Frühjahr.

Mittlerweile können zwölf Prozent der Stellen nicht besetzt werden

Die Umfrage zeigt, dass der Anteil der unbesetzten Ausbildungsplätze weiter steigt. Die Branche konnte im vergangenen Jahr 88 Prozent der Stellen vergeben. Im Vorjahr waren es 89 Prozent und in den Jahren 2019 bis 2017 jeweils mehr als 90 Prozent (29.11.2019, 4.12.2018, 28.11.2017).

Der Rückgang an besetzten dualen Studienplätzen fiel besonders deutlich aus. Hier blieben 20 Prozent vakant. Im Jahr 2020 waren es noch 15 Prozent.

Fast alle Unternehmen bemängeln Eignung der Bewerber

Der Hauptgrund für frei gebliebene Ausbildungs- beziehungsweise duale Studienplätze bleibt eine unzureichende Eignung der Bewerber. Diese Antwortmöglichkeit wählten allerdings jetzt 97 Prozent der teilnehmenden Unternehmen. Im Jahr 2020 stimmten noch 82 Prozent zumindest „eher“ zu.

Eine regional schlechte Bewerbersituation wird mit 78 Prozent (Vorjahr: 56 Prozent) am zweithäufigsten genannt. Eine unzureichende Qualität der Bewerbungsunterlagen geben 65 Prozent (45 Prozent) als Grund an. Das Motiv „Kurzfristige Vertragsauflösung durch geplante Person“ wird mit 52 Prozent (30 Prozent) ebenfalls deutlich häufiger angeführt.

Die Antwortoption „Keine geeigneten Bewerber für Außendienststellen“ fällt von Platz drei auf Platz fünf (50 Prozent nach 49 Prozent im Vorjahr) zurück. Auf dem vorletzten Rang verharrt die Antwort „Neubesetzung nicht möglich nachdem geplante Person absprang“ (40 Prozent nach 31 Prozent im Vorjahr).

Kein Unternehmen gab diesmal an, dass eine Azubistelle unbesetzt geblieben ist, weil ein Bewerber den notwendigen Schulabschluss nicht bestanden hat. Zuvor war es beinahe jeder Fünfte.

Gründe, warum die Unternehmen im Jahr 2021 nicht alle Ausbildungsplätze und Stellen für dual Studierende besetzen konnten (Bild: AGV und BWV)
Gründe, warum die Unternehmen im Jahr 2021 nicht alle Ausbildungsplätze und Stellen für dual Studierende besetzen konnten (Bild: AGV und BWV). Zum Vergrößern Bild klicken.

70 Prozent der Azubis wurden übernommen

Die „Abbrecherquote“ beträgt unverändert neun Prozent. Den Studienunterlagen ist im Gegensatz zu den vorangegangenen Ausgaben nicht zu entnehmen, welche Gründe für ein Nichtantreten oder Abbrechen der Ausbildung am häufigsten angeführt wurden.

Ihre IHK-Abschlussprüfung haben – wie in den vergangenen Jahren – 99 Prozent bestanden, davon wurden 70 (2020: 72, 2019: 75; 2018: 72; 2017: 70) Prozent von den Versicherungs-Gesellschaften übernommen. Von den restlichen 29 Prozent starteten zwölf Prozent ein Studium und 57 Prozent machten sich im Außendienst selbstständig.

Von den Azubis, die übernommen wurden, erhielten 59 Prozent einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Ein Großteil (38 Prozent) wurde im Innendienst und mehr als jeder Fünfte im Außendienst unbefristet angestellt. 31 Prozent erhielten befristete Verträge im Innendienst und sieben Prozent zeitlich begrenzte Kontrakte im Außendienst.

Weiterbeschäftigung der übernommenen Auszubildenden in Prozent (Bild: AGV und BWV)
Weiterbeschäftigung der übernommenen Auszubildenden in Prozent (Bild: AGV und BWV)
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Bezugsquelle

Die Ergebnisse der „Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft 2022“ sind online verfügbar. Die Dokumentation informiert zusätzlich über die „Weiterbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft 2022“. Diese Daten beziehen sich allerdings auf das Jahr 2020.

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