Leserbrief

Bürgerversicherung ist noch nicht vom Tisch

15.10.2021 – Und auch keine Entwarnung wegen Bürgerversicherung. Denn die Grünen sehen auch in ihrem Konzept der Bürgerversicherung vor, dass die Privatversicherten bei ihrem bisherigen privaten Krankenversicherer versichert bleiben.

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Die Grünen/Bündnis 90 wollen aber, dass Sie einkommensabhängige Beiträge in den Gesundheitsfonds einzahlen. Bis zu mehr als 770 Euro monatlich. Sie würden auch Geld aus dem Fonds bekommen, um damit ihren wie bisher kalkulierten PKV-Beitrag zu zahlen. Damit also bleibt die PKV durchaus auch „erhalten”.

Nicht einmal die versicherten Tarife des Einzelnen in der PKV ändern sich. Nur zahlt er wie alle gesetzlich Versicherten entsprechend seinem Einkommen in den Gesundheitsfonds ein. Der PKV-Versicherer wird diese Beiträge – genau wie heute bereits jede einzelne Gesetzliche Krankenkasse – von ihren Versicherten erheben und an den Gesundheitsfonds abführen.

Bei – ausschließlich – freiwillig Versicherten gilt unter Einbezug aller Einkünfte wie Erwerbseinkommen, alle auch private Renten, Mieten und Kapitalerträge und eventuell ohne Beitragsbemessungsgrenze.

Aus dem Gesundheitsfonds wird dann der PKV oder direkt dem Versicherten etwas gemäß den gleichen Maßstäben wie in der GKV beim Risikostrukturausgleich erstattet.

Dieser eine Satz, zum „Erhalt” der PKV bei Schweigen über jedes weitere Detail, zeigt doch vielmehr, dass man sich damit gerade auch weiter diese Bürgerversicherung offenhält. Die einzig entgegenstehende kleine Partei bei den Verhandlungen hat sich also noch lange nicht durchgesetzt.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „Ein Ergebnis der Sondierungsgespräche: „GKV und PKV bleiben erhalten“”.

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