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Leserbrief

Staat kann mit einem höheren Rentenalter gegensteuern

16.11.2022 – Ein höheres Rentenalter bedeutet, dass es die gleiche Rente erst später gibt. Und wer zu einem bestimmten früheren Rentenalter freiwillig aufhört, dem werden auf diese Regelaltersrente höhere Abschläge abgezogen oder er erhält zunächst mehr Jahre gar keine Rente.

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Wenn viele tatsächlich früher aufhören, zeigt dies doch, dass die Renten ergänzt um eigene Vorsorge für sie noch relativ großzügig sind. Dem kann der Staat mit einem höheren Rentenalter gegensteuern. Damit mehr Erwerbstätige ihren Wunsch nach früherem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben real nicht mehr verwirklichen können und uns als dringend erforderliche Beitragszahler erhalten bleiben.

So rasch wird kein Straßen- oder Bauarbeiter erwerbsunfähig. Wenn er noch einen Bürojob etwa an der Kasse im Baumarkt oder als Pförtner erledigen kann, bekommt er keine Erwerbsunfähigkeits-Rente. So kann er noch ein paar Jahre – notfalls in Teilzeit – arbeiten und in die Rentenversicherung einzahlen, idealerweise bis zur dann geltenden Regelaltersgrenze von 68 oder wenigstens 67, wenn nicht mehr. Als Bismarck die Rentenversicherung eingeführt hat, vor rund 140 Jahren, lag das Rentenbeginnalter für Arbeiter sogar noch bei 70 Jahren.

Ein sozialer Staat muss auch dafür sorgen, dass für den Arbeitsmarkt genug Arbeitskräfte in sozialen Berufen wie Pflege, Krankenfürsorge und sonstiger Dienstleistung zur Verfügung stehen. Er kann nicht akzeptieren, dass dort Mangel eintritt, weil Erwerbsfähige sich lieber früher zur Ruhe setzen.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Leserbrief: „Mit der Anhebung der Altersgrenze ist nichts gewonnen”.

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