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Leserbrief

Typisch Umfrage, typisch Verbraucher!

3.8.2022 – Typisch Umfrage, typisch Verbraucher! Da kann man wieder einmal sehen, wie sinnfrei entweder Umfragen sind oder der Kenntnisstand der Verbraucher. Ich nehme jetzt mal Stellung zu den Antwortblöcken in der Annahme, dass alle „Probleme” der Endkunden selbstgemacht sind.

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1. Zu teuer: Was erwartet der Kunde? Dass sich bei einem durchschnittlich viel zu niedrigen monatlichen Riester-Beitrag von 60 bis 80 Euro die Altersvorsorge-Probleme lösen lassen? Und der Kunde empfindet dies als zu teuer? Die meisten meiner Kunden geben im Urlaub oder am Wochenende mehrere Riester-Monats-/ Jahresbeiträge ohne Nachdenken aus. Aber dies ist ja Spaß und nicht Verzicht!

2. Zu wenig Förderung: Ich würde dies mit den Punkten „nicht genug Informationen und weiß nicht / keine Angabe” gleichsetzen. Es stimmt nicht! Je nach Einkommen bestehen zwischen 28 bis 44 Prozent Förderung (bei Personen ohne / mit Mindesteinkommen und vielen Kindern sogar mehr). Wie viel an „Mehr“ soll's denn sein? Warum erkundigt sich der Verbraucher nicht erstmal und folgt Punkt 3.?

3. Nicht genug Informationen: Das kann man lösen, indem man jemanden fragt, der sich auskennt. Aber statt nachzufragen und die Dienstleistung von Experten zu nutzen, macht man gar nichts, weil man ja noch genug andere sinnfreie Meinungen dagegen hat.

4. Zu bürokratisch: Auch dieser Punkt stimmt nicht, wenn man die Arbeit einem betreuenden Vermittler oder einem Experten überlässt, welcher alles für den Kunden durchführt.

5. Weiß nicht/keine Angabe: Wenn ich die Studie und die erfolgten Antworten so betrachte, hätte die kombinierte Antwort der Befragten zu 100 Prozent auch „Ich habe keine Ahnung davon, kenne mich nicht aus und habe keinen Bock auf Finanzen” lauten sollen!

Alle aufgeführten Antworten sind entweder sachlich falsch (wegen des schlechten Kenntnistandes der Befragten) oder resultieren aus der Bequemlichkeit des Verbrauchers (dies ist unlösbar, weil sich dieser weder damit beschäftigen, noch eine Verantwortung für seine zukünftige Versorgungssituation übernehmen will; das soll aus Sicht vieler der Staat für sie lösen). Oder die Anspruchshaltung der Befragten ist für eine effektive Förderung mit Eigenbeteiligung des Bürgers unhaltbar (Stichwort: eierlegende Wollmilchsau – unter zehn Prozent p.a. mache ich nichts!).

Langsam wird klar, warum Riester kein Erfolg wurde. Es liegt immer am zukunftsorientierten Endkunden (schwer zu finden), ob dieser nicht nur das Produkt, sondern die bestehende Angebotssituation auch annimmt.

Marco Mauricio Berg

info@bergvm.de

zum Artikel: „Warum die Deutschen keine Riester-Rente abschließen”.

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