Von der Schuld der Jungen und der Alten

30.5.2024 – „Verursacher des Problems und das Problem selbst seien die geburtenstarken Jahrgänge. Die junge Generation könne nichts dafür, dass es so wenige Beitragszahler gebe, die so viele Menschen immer länger zu finanzieren haben.”

Wirklich? Wenn die Jungen entsprechend der Antwort des Calicles an Socrates in Rossellinis Film aus 1971 diejenigen sind, die das dreißigste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dann allerdings sind genau diese es, die jeweils in den letzten 15 Jahren und derzeit noch die zu wenigen Beitragszahler des Jahres 2045 zu verantworten haben. Indem sie nämlich davon abgesehen haben, genug Nachwuchs in die Welt zu setzen, der dann als zusätzliche Beitragszahler dienen kann.

Es ist auch nicht Schuld der Alten, dass sie zu viele wären und zu lange leben. Für Letzteres haben nicht zuletzt die Jüngeren gesorgt, durch medizinischen Fortschritt und Gesundheitsförderung. Und zum Teil auch, indem sie es gesetzlich nicht erlauben und erleichtern, dass ältere, ihres Lebens Überdrüssige auf eine angenehme schmerzlose Weise aus dem Leben scheiden dürfen.

Wie etwa Sol (Edward G. Robinson in seiner letzten Rolle in „Soylent Green“, 1973) zum assistierten Suizid in die öffentliche Tötungsanstalt geht, wo vorbildlich das freundliche Personal der öffentlichen Einrichtung unbürokratisch dafür sorgt, ihm das kurzfristige Ableben so angenehm wie irgend möglich zu gestalten, zu ansprechender Musik und ergreifenden Filmleinwandbildern.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „Bundesregierung beschließt Rentenpaket II”.

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