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Die (un-)profitabelsten Wohngebäudeversicherer

21.9.2022 – Auf Sechsjahressicht betrachtet kam die WGV mit im Schnitt nur 58 Prozent auf die niedrigste Combined Ratio. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2015-2020: Wohngebäudeversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig. Für die Bayerische Hausbesitzer werden hingegen im Schnitt fast 118 Prozent gelistet.

Im Geschäftsjahr 2020 nahmen 44 der 50 größten Marktteilnehmer mehr an Beiträgen ein als sie für Schäden und Kosten ausgaben. Zehn davon schrieben sogar versicherungstechnische Gewinne von über 20 Cent pro Beitragseuro (VersicherungsJournal 1.2.2022). Andererseits hatten sechs Akteure kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von mehr als 100 Prozent zu verzeichnen (17.12.2021).

Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2020: Wohngebäudeversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Akteure mit 95 Prozent Marktanteil dargestellt.

Bayerische Hausbesitzer mit im Schnitt fast 118 Prozent

Aus dem Monitor lässt sich auch ablesen, dass auf Sechsjahressicht betrachtet 21 der aufgelisteten Akteure versicherungstechnisch zum Teil tief in den roten Zahlen steckten. Bei neun von ihnen betrug die Combined Ratio im Schnitt mehr als 105 Prozent.

Der höchste Wert wird mit 117,7 Prozent für die Bayerische Hausbesitzer-Versicherungs-Gesellschaft a.G. ausgewiesen. Im Schnitt jeweils um die zehn Cent Verlust pro Beitragseuro schrieben die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa), die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG, die HDI Versicherung AG und die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG.

Im Schnitt über 105 Prozent lagen ferner die Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, die Condor Allgemeine Versicherungs-AG, die Continentale Sachversicherung AG und die BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG.

Hohe Combined Ration (Bild: Wichert)

Nur ein Anbieter lag kontinuierlich über 100 Prozent

In allen sechs Jahren in der Verlustzone lag von den vorgenannten Akteuren nur die Bayerische Hausbesitzer. Besonders hoch fielen die Quoten 2015 mit fast 140 Prozent und 2019 mit der branchenweit höchsten Quote von fast 124 Prozent aus. Letzteres war insbesondere auf das Hagelunwetter „Jörn“ (13.6.2019, 19.6.2019) zurückzuführen, das seinerzeit vor allem in Bayern massive Schäden verursacht hatte (5.5.2020).

Jeweils fünfmal im Betrachtungszeitraum schrieben neben der Condor auch die Signal Iduna und der HDI rote Zahlen. Bei den beiden letztgenannten Gesellschaften entspannte sich die Situation allerdings gegen Ende des Beobachtungszeitraums. So verbesserte sich die Signal Iduna (der HDI) von 120 (117) Prozent im Jahr 2018 über 104 (103) Prozent auf zuletzt unter 99 (98) Prozent.

Einzelne Versicherer (Bild: Wichert)

Die Condor schaffte es nur 2016 in die Gewinnzone, wenngleich mit 99,4 Prozent auch nur minimal. Die Öffentliche Braunschweig steckte neben 2017 vor allem 2015 tief in den roten Zahlen. Seinerzeit hatten zahlreiche „naturbedingte Kumulschadenereignisse“ und ein verdoppelter Aufwand für Großschäden über 100.000 Euro zur marktweit höchsten Quote von 144 Prozent geführt (30.11.2016).

WGV mit dem im Schnitt niedrigsten Wert

Der mit großem Abstand niedrigste Durchschnittswert stand mit nicht einmal 58 Prozent für die WGV-Versicherung AG zu Buche. Dabei schwankte der Wert zwischen unter 51 Prozent (2020) und 66 Prozent (2016).

Combined Ratios von im Schnitt jeweils über 75 Prozent werden für die BGV-Versicherung AG sowie die Bayerische Landesbrandversicherung AG ausgewiesen. Die Quote der Bayerischen Landesbrand lag in einer Spannbreite zwischen 67 Prozent (2020) und 81,1 Prozent (2016). Bei der BGV waren es zwischen 86 Prozent (2018) und 73 Prozent (2016 und 2020).

Einzelne Versicherer (Bild: Wichert)

Weitere Akteure mit Quoten von unter 90 Prozent

Auf vergleichsweise niedrige Durchschnittswerte von jeweils gut 81 Prozent kommen ferner die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG, die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG und die Huk24 AG.

Unter 90 Prozent blieben die Debeka Allgemeine Versicherung AG, die Oldenburgische Landesbrandkasse, die Helvetia Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft AG, Direktion für Deutschland und die Provinzial Rheinland Versicherung AG.

Niedrige Combined Ratio (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2015-2020: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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