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Dies sind die Lebensversicherer mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

15.11.2022 – Die deutschen Lebensversicherer haben ihren Verwaltungskostensatz (in Relation zu den verdienten Einnahmen) im vergangenen Jahr in etwa auf dem Niveau von 2020 gehalten (plus 0,04 Prozentpunkte auf 2,08 Prozent). Hansemerkur, Europa, Cosmos und Allianz schnitten laut dem Map-Report 926 mit jeweils unter einem Prozent am besten ab. Die Targo verzeichnete den höchsten Wert (11,9 Prozent).

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Im vergangenen Jahr ist die Verwaltungskostenquote (Verwaltungsaufwendungen brutto in Prozent der verdienten Bruttobeiträge) der deutschen Lebensversicherer minimal von 2,04 auf 2,08 Prozent gestiegen.

Dies ist dem kürzlich veröffentlichten Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ (VersicherungsJournal 7.11.2022) zu entnehmen. Der aktuelle Wert entspricht allerdings immer noch dem drittniedrigsten Wert nach dem Tiefststand zwei Jahre zuvor (16.12.2020).

Verwaltungskosten der Lebensversicherer 2009 bis 2021 (Bild: Wichert)

Die Gesellschaften mit den niedrigsten Quoten

Die im Map-Report insgesamt 76 aufgeführten Lebensversicherer weisen Verwaltungskostensätze zwischen 0,3 und fast zwölf Prozent aus. Auf die niedrigsten Werte – von jeweils unter 1,0 Prozent – kommen die Hansemerkur Lebensversicherung AG, die Europa Lebensversicherung AG, die Cosmos Lebensversicherungs-AG und die Allianz Lebensversicherungs-AG.

Mit Quoten zwischen 1,1 und unter 1,3 Prozent folgen dahinter die R+V Lebensversicherung AG, die Hannoversche Lebensversicherung AG, die Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLVAG) und die Öffentliche Lebensversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa).

Werte von jeweils unter 1,5 Prozent werden ausgewiesen für den Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G., die Neue Leben Lebensversicherung AG, die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG (SV Sachsen), die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG und die Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG.

Verwaltungskostenquoten der Lebensversicherer - niedrigste (Bild: Wichert)

Dahinter reihen sich zwölf Unternehmen mit Sätzen von unter zwei Prozent vor 25 weiteren Anbietern mit einer Zwei vor dem Komma ein. 19 Akteure haben eine Drei oder eine Vier vor dem Komma. Am Ende der Rangliste finden sich sieben Lebensversicherer mit Werten von mehr als fünf Prozent wieder.

Die Anbieter mit den höchsten Quoten

Die Targo Lebensversicherung AG (Nummer 24 im Markt mit etwa 1,1 Milliarden Euro verdienten Bruttoprämien) kommt als einziger Akteur auf eine zweistellige Quote (11,9 Prozent). Ein vergleichsweise hoher Wert wird auch für die PB Lebensversicherung AG mit über acht Prozent ausgewiesen.

Werte von zwischen sechs und fünf Prozent stehen ferner für die Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G., die Athora Lebensversicherung AG (früher Delta Lloyd (4.3.2010), zwischenzeitlich Athene (19.1.2015)), die Direkte Leben Versicherung AG sowie die Victoria Lebensversicherung AG und die Ergo Lebensversicherung AG zu Buche.

Verwaltungskostenquoten der Lebensversicherer - höchste (Bild: Wichert)

Die Unternehmen mit den deutlichsten Veränderungen

Wie aus dem Zahlenmaterial des Map-Reports weiter hervorgeht, konnten 46 Akteure ihren Abschlusskostensatz senken. 30 Unternehmen gelang dies nicht. Die stärksten Senkungen gelangen mit jeweils etwas über einem Prozentpunkt der Targo Lebensversicherung AG und der PB Lebensversicherung AG.

Die stärkste Erhöhung war bei der Entis Lebensversicherung AG (plus 1,89 Prozentpunkte auf 4,35 Prozent) zu beobachten. Dabei stiegen die Verwaltungsaufwendungen um rund zwei Drittel auf 2,5 Millionen Euro, während die Einnahmen um 6,5 Prozent auf 58,3 Millionen Euro zurückgingen.

Ebenfalls um über einen Prozentpunkt (auf 4,2 Prozent) wuchs die Quote bei der Skandia Lebensversicherung AG. Der Umsatz reduzierte sich um 3,7 Prozent auf 260 Millionen Euro, während die Verwaltungsaufwendungen um fast ein Drittel auf knapp elf Millionen Euro stiegen.

Nicht überbewerten

Kennzahlen sollten nach Aussage von Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages „generell nicht als der Weisheit letzter Schluss angesehen werden“. Dies gelte insbesondere für die medial beliebten Abschluss- und Verwaltungskostenquoten.

So erfreue sich die Verwaltungskostenquote „beim oberflächlichen Betrachter höchsten Interesses. Sie kann aber leicht missbraucht werden, um den vermeintlich kostengünstig arbeitenden Lebensversicherer über diese Quote zu ermitteln“, so Klages im Begleittext des aktuellen Heftes.

Denn in der Verwaltungskostenquote landen lediglich die Kosten der Abteilung Betrieb – wie viel Geld also etwa für Beitragsverbuchungen, Adressänderungen und Änderungen der Bankverbindung verbraucht werden. Die Kosten für die Kapitalanlageverwaltung verbergen sich in den Aufwendungen für Kapitalanlagen, die Kosten der Schadenregulierung würden bei den Versicherungsleistungen versteckt und die des Vertriebs in der Abschlusskostenquote.

Die Höhe der Verwaltungskostenquote sei „unter anderem abhängig von der Bestandsstruktur und dem Alter des Unternehmens. Bei einem hohen Anteil an Risikoversicherungen mit vergleichsweise niedrigem Beitragsniveau wird diese Quote häufig höher sein, als wenn überwiegend beitragsintensive Einzel-Kapitalversicherungen im Bestand enthalten sind“, erläutert Klages.

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeit

Einige der Branchenschwergewichte schafften es auf die vordersten Plätze im Marktvergleich. Dennoch schnitten fünf der zwölf größten Unternehmen schlechter ab als der Branchendurchschnitt (15.11.2022).

Der Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 135 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu insgesamt rund zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2021) von 76 Anbietern.

Zu den Kennzahlen gehört unter anderem auch die Stornoquote (7.11.2022, 7.11.2022) sowie die Abschlusskostenquote (9.11.2022, 9.11.2022).

Das Heft bietet zudem Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2010 bis 2021. Es ist als E-Paper ab 305 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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