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Krankenvollversicherung bleibt im Rückwärtsgang

21.12.2020 – 2019 hat sich der Bestand an Vollversicherten zum achten Mal in Folge vermindert. Das Minus fiel mit 0,04 Prozent so niedrig aus wie nie zuvor in den letzten Jahren. Der Wechselsaldo zwischen PKV und GKV war aus Sicht der privaten Krankenversicherer zum zweiten Mal in Folge positiv. Zugenommen hat erneut auch der Bruttoneuzugang. Dies ist dem jetzt veröffentlichten Zahlenbericht 2019 des PKV-Verbands zu entnehmen.

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Der Bestand an Krankenvollversicherten ist im vergangenen Jahr um 3.900 Personen auf 8.732.400 zurückgegangen. Im am Montag vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) veröffentlichten „Zahlenbericht 2019“ wird das Minus auf 0,04 Prozent beziffert. Als vorläufige Zahl hatte die Versicherungswirtschaft noch minus 0,1 Prozent genannt (VersicherungsJournal 14.9.2020).

Insgesamt reduzierte sich die Vollversichertenzahl damit zwar zum achten Mal in Folge. Allerdings fiel die Verminderung so klein aus wie noch nie in dieser Zeit. 2018 war es noch minus 0,3 Prozent, 2013 sogar noch minus 0,7 Prozent. Alles in allem belief es sich der Vollversichertenschwund seit 2011 auf 244.000 Personen. Das entspricht einem Rückgang um 2,7 Prozent.

PKV Bestandsentwicklung Vollversicherung (Bild: Wichert)

Zum zweiten Mal in Folge positiver Wanderungssaldo

Der Wechselsaldo war 2019 aus Sicht der PKV zum zweiten Mal in Folge positiv. In diesem werden die Wanderungsbewegungen zusammengefasst, also die Übertritte aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung und die Abgänge aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Der Zahlenbericht verzeichnet für das vergangene Jahr rund 146.900 Übertritte zur PKV (plus 9,9 Prozent) und etwa 129.500 Abgänge zur GKV (minus 2,6 Prozent). Daraus errechnet sich ein Saldo von plus 17.400 Personen. 2018 hatten nur 800 Individuen mehr in die PKV gewechselt als in die GKV (14.6.2019).

PKV Wechselsaldo Vollversicherung (Bild: Wichert)

Zum Vergleich: Zwischen 2012 und 2017 hatte der Saldo um bis zu fast 50.000 Personen im negativen Bereich gelegen. Andererseits waren in den „Spitzenjahren“ 2006 und 2009 jeweils fast 150.000 mehr Menschen zur PKV gekommen als zur GKV abgegangen.

Erneut positive Entwicklung beim Bruttoneuzugang

Ebenfalls positiv ist die Tendenz beim Bruttoneuzugang. Hierzu werden laut dem aktuellen Rechenschaftsbericht alle Personen gezählt, die eine Krankheits-Vollversicherung neu abgeschlossen haben.

Im Gegensatz zur Wanderungsbewegung seien dort deshalb auch die Zugänge durch Geburten und Wechsel aus anderen PKV-Unternehmen enthalten. Nicht berücksichtigt würden jedoch die Abgänge aus der PKV durch Kündigung des Versicherungsschutzes oder Tod.

Für das vergangene Jahr wird in dem Zahlenbericht ein Bruttoneuzugang von 291.100 Versicherten ausgewiesen. Dies entspricht einer Erhöhung um 2,3 Prozent. Die Zunahme – bereits die vierte in Folge – fiel damit um etwa einen Prozentpunkt höher aus als 2018, trotzt erneut gestiegener Versicherungspflicht-Grenze (15.10.2020)

PKV Bruttoneuzugang Vollversicherung (Bild: Wichert)

Der aktuelle Bruttoneuzugang bleibt allerdings immer noch weit hinter dem früherer Zeiten zurück. 2013 waren es noch mehr als 300.000 Personen, drei Jahre davor sogar noch annähernd eine halbe Million.

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