Nachricht

Nachhaltigkeit: „Bei der Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ansetzen“

2.8.2022 – Obwohl den Deutschen nachhaltiges Handeln grundsätzlich wichtig ist, haben die meisten das Thema bei Finanzfragen noch nicht im Blick, stellt die LV 1871 fest. Der Versicherer sieht Potenzial für die Vermittler. Praktische Unterstützung bei der Abfrage von Nachhaltigkeits-Präferenzen kommt vom BVK und von Morgen & Morgen.

WERBUNG

Nachhaltigkeit ist den Deutschen besonders wichtig – außer in Finanzfragen. Das könnte sich jedoch mit der an diesem Dienstag in Kraft getretenen Änderungsverordnung zur EU-Versicherungs-Vertriebsrichtlinie IDD ändern.

Der Zeitpunkt, sich mit dem Thema und entsprechenden Lösungen auseinanderzusetzen, ist für Vermittler günstig, meint die Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871). Die nachhaltige Geldanlage gewinne noch einmal zusätzlich an Bedeutung.

Bei Finanzen spielen nachhaltige Aspekte bislang ein stiefmütterliches Dasein

Der Versicherer hat die Civey GmbH mit einer Umfrage im Kontext der EU-Verordnung zur Abfrage von Nachhaltigkeits-Präferenzen beauftragt. Ende Juli wurden 2.503 Personen online gefragt, in welchen Bereichen sie persönlich viel Wert auf Nachhaltigkeit legen. Die Erhebung ist nach eigenen Angaben repräsentativ.

Das Ergebnis: Als wichtigste Bereiche werden der Alltag (55 Prozent), der Energieverbrauch im Haushalt (45 Prozent) und die Ernährung (38 Prozent) genannt. Nur 5,5 Prozent legen aktuell bei Finanzfragen Wert auf Nachhaltigkeit.

Umfrage im Auftrag der LV 1871 (Bild: Civey)
Umfrage im Auftrag der LV 1871 (Bild: Civey)

Bei der Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ansetzen

Hermann Schrögenauer (Bild: LV 1871)
Hermann Schrögenauer (Bild: LV 1871)

„Klimawandel und Krieg zeigen, wie wichtig ethische, ökologische und soziale Aspekte auch bei der Geldanlage sind. Umso bedauerlicher ist es, dass die meisten Menschen in Deutschland das Thema noch nicht im Blick zu haben scheinen – obwohl ihnen nachhaltiges Handeln an sich sehr wichtig ist“, sagt Hermann Schrögenauer, Vertriebsvorstand der LV 1871.

„Bei dieser Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit können Vermittler im Kundengespräch ansetzen und so gemeinsam mit Kundinnen und Kunden ein neues Bewusstsein für nachhaltiges Investment schaffen.

Denn mit modernen Finanzprodukten können sie auch in Zeiten von Niedrigzins und Inflation ihr Einkommen im Alter sichern und gleichzeitig in eine nachhaltige Zukunft investieren“, so der Manager.

Diese Pflicht wird nicht wenige Vermittlerbetriebe vor große Herausforderungen stellen.

Michael H. Heinz, BVK-Präsident

BVK unterstützt Vermittler bei Nachhaltigkeitsthemen

Michael H. Heinz (Bild: BVK)
Michael H. Heinz (Bild: BVK)

Mehrere Branchenakteure haben Hilfsmittel für eine rechtssichere Abfrage von Nachhaltigkeits-Präferenzen vorgelegt (VersicherungsJournal 28.7.2022, 26.7.2022, 13.7.2022). So auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK).

„Obwohl wir als ehrbare Kaufleute mit unserem sozialpolitischen Auftrag per se dem nachhaltigen und verantwortungsvollen Handeln verpflichtet sind, wird diese Pflicht nicht wenige Vermittlerbetriebe vor große Herausforderungen stellen“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Zur Unterstützung bietet der Verband auf seiner Website eine Checkliste, führt Veranstaltungen unter anderem über die BVK-Bildungsakademie durch und veröffentlicht regelmäßig Informationen in seiner Zeitschrift. Hinzu kommt die Initiative „Nachhaltiger Vermittlerbetrieb“. Hier können Versicherungsvermittler über ihre Nachhaltigkeits-Strategie informieren.

Im Rahmen der vergangenen Jahreshauptversammlung in Berlin wurde zudem ein Kongress zum Thema abgehalten. Außerdem beteiligt sich der BVK an maßgeblichen Brancheninitiativen wie zum Beispiel dem Arbeitskreis Beratungsprozesse e.V. und dem German Sustainability Network.

Da gibt es kein keine Greenwashing-Fallen.

Pascal Schiffels, Geschäftsführer Morgen & Morgen

Morgen & Morgen stellt den „ESG-Profiler“ zur Verfügung

Pascal Schiffels (Bild: Morgen & Morgen)
Pascal Schiffels (Bild: Morgen & Morgen)

„Das Thema Nachhaltigkeit schlägt Wurzeln. Auch in all unseren Services“, sagt Pascal Schiffels, Geschäftsführer der Morgen & Morgen GmbH. Das Analysehaus bietet dem Markt ebenfalls haftungssichere Lösungen für die neuen Anforderungen an die Beratung zu nachhaltigen Altersvorsorgeprodukten.

Dabei setzen die Hofheimer auf Kooperationen, unter anderem mit der Zielke Research Consult GmbH und der Defino Institut für Finanznorm AG. Ein Ergebnis daraus ist der zuletzt vorgestellte „ESG-Profiler“, ein Online-Check zur Nachhaltigkeitsabfrage.

„Der Prozess wird weitergehend mit umfangreichen Filterungsmöglichkeiten, belastbaren Bewertungen zu Unternehmen und Produkten sowie einer kompatiblen Produktauswahl und einer abschließenden Dokumentation mit elektronischer Unterschrift rechtssicher gestaltet“, berichtet Morgen & Morgen.

Neben den Selbstauskünften der Versicherer werde im Rahmen der Produktauswahl auf haftungssicher zertifizierte Versicherungsprodukte zurückgegriffen. Diese entstammten der Kooperation mit Zielke Research Consult. „Sicherer geht es nicht. Da gibt es kein Vertun und keine Greenwashing-Fallen“, so Schiffels.

WERBUNG