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Wo Fahrraddiebe am häufigsten zuschlagen

4.5.2021 – In Bremen wurden 2020 laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik in Relation zur Einwohnerzahl erneut die meisten Fahrräder gestohlen, im Saarland die wenigsten. Die Aufklärungsquote liegt zwischen einem Sechstel (Thüringen) und unter einem Fünfundzwanzigstel (Hamburg). Bundesweit ist die Zahl der erfassten Delikte um rund sechs Prozent auf einen neuen Tiefststand von nur noch etwa 261.000 gesunken.

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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mit 5,31 Millionen (minus 2,3 Prozent) so wenige Straftaten verübt wie seit 1993 nicht mehr.

Dies teilte das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) Mitte April im Rahmen der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2020 mit. Die Aufklärungsquote stieg um einen Prozentpunkt auf einen neuen Höchststand von 58,4 Prozent an.

Hintergrund ist unter anderem ein deutlicher Rückgang der Diebstahlkriminalität (minus 7,7 Prozent auf 1,68 Millionen Fälle). So hat etwa die Zahl der amtlich registrierten Wohnungseinbruch-Diebstähle um etwa ein Siebtel auf 75.000 abgenommen. Noch stärker reduzierte sich 2020 mit einem Sechstel die Zahl der Kraftwagendiebstähle (VersicherungsJournal 19.4.2021).

Deutlich weniger Fahrraddiebstähle

Ebenfalls auf einen neuen Tiefststand gefallen ist die Zahl der amtlich registrierten Fahrraddiebstahl-Delikte (inklusive unbefugter Ingebrauchnahme). 2020 ging es um fast sechs Prozent auf etwa 261.000 bergab.

Dies war bereits die 13. Verminderung in den vergangenen 16 Jahren. Stärker fiel das Minus nur 2010 und 2017 aus. Zum Vergleich: Zwischen 2001 und 2004 wurden noch jeweils über 400.000 solcher Taten verzeichnet. In der Spitze waren es sogar über 437.000.

Fahrraddiebstähle 200 bis 2020 (Bild: Wichert)

In zwölf Bundesländern Rückgänge

In zwölf Bundesländern waren zum Teil deutliche Abnahmen zu beobachten. Die Rückgänge fielen mit jeweils rund einem Siebtel in Niedersachsen (auf 26.936 registrierte Delikte) und Baden-Württemberg (auf 19.687 dokumentierte Taten) am größten aus.

In Hamburg ging es hingegen um über ein Fünftel (auf 14.577 Fälle) bergauf, in Thüringen um rund ein Sechstel (auf 10.245). Leichte Steigerungen standen auch für das Saarland (plus 2,3 Prozent auf 1.024) und Hessen (plus 0,3 Prozent auf 12.424) zu Buche.

In Bremen weiterhin die meisten Delikte pro 100.000 Einwohner

Der Statistik zufolge wurden im vergangenen Jahr 313,8 (2019: 334,7) Drahtesel pro 100.000 Einwohner geklaut. Dabei hatte erneut Bremen die höchste Klaurate (rund 875 Taten pro 100.000 Einwohner) zu verzeichnen. Dahinter folgen laut der aktuellen PKS – in umgekehrter Reihenfolge zum Vorjahr (28.4.2020) – Hamburg und Berlin mit Werten von fast 790 beziehungsweise gut 750.

Fahrraddiebstähle 2020 Klaurate (Bild: Wichert)

Leicht über dem Durchschnitt liegen mit Klauraten zwischen 337 und 353 Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig Holstein. Etwas besser als im Bundesschnitt blieb der Wert in Mecklenburg-Vorpommern. Die niedrigste Diebstahlrate weist das Saarland mit knapp über 100 Delikten pro 100.000 Einwohner auf.

Aufklärungsquote auf niedrigem Niveau

Kaum verändert hat sich die Aufklärungsquote, die mit 9,8 (2019: 9,2) Prozent weiterhin auf sehr niedrigem Niveau verharrt. Zwischen den einzelnen Bundesländern zeigen sich zum Teil erhebliche Unterschiede.

Fahrraddiebstähle 2020 Aufklärungsquote (Bild: Wichert)

So wurde in Thüringen mehr als jedes sechste Delikt aufgeklärt, in Bayern, Niedersachsen und Sachsen jeweils etwa jedes siebte. In Berlin und Hamburg traf dies jeweils auf weniger als jeden 20. Diebstahl zu.

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